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Der Telebasel Talk vom 7. April 2021.
Region

Jugend in der Corona-Krise: Wie geht es Euch? Was braucht Ihr jetzt?

Am Karfreitag randalierten Jugendliche in St. Gallen. Jungparteien forderten derweil vom Bundesrat «Perspektiven». Aber die Parteien sind zerstritten.

Karfreitagbend: Mehrere hundert Jugendliche feierten, illegal, aber friedlich. Auch Basler Jugendliche waren dem Party-Aufruf gefolgt. Irgendwann kippte die Stimmung. Danach flogen Böller gegen die Polizisten, Gummischrot gegen die Jugendlichen. Container brannten, Tränengas verwehte. Die Medien hatten ihr Osterthema: PolitikerInnen schimpfen, PsychologInnen sprachen Absolutionen aus. Auch im Basler Hafen wurde gefeiert. Als Telebasel darüber berichtete, wurde ein Kameramann tätlich angegriffen.

Jungparteien fordern Mitsprache

Ostermontag: Jungparteien verurteilten in einem offenen Brief an den Bundesrat die Krawalle. «In den Medienberichten gehen die Stimmen all jener Jugendlichen unter, die sich seit über einem Jahr an die Regeln halten.» Die wichtigsten Forderungen der Jungparteien: Die Jugend müsse beim Krisenmanagement angehört werden. Ferner: Präsenzunterricht an den Schulen, Hilfe bei der Stellensuche, mehr psychologische Angebote. 

Jungfreisinnige und JSVP bestehen auf Lockerungen

Aber der Brief enthüllt implizit eine tiefe Spaltung bei den nationalen Jungparteien. Unterzeichnet haben nur die Mitte, die Grünliberalen und die linksgrünen Parteien. Die junge SVP und auch die Jungfreisinnigen bestanden unbedingt auf der Forderung nach Lockerungen, bestätigte Sarah Bünter, Präsidentin der jungen Mitte Schweiz, auf Anfrage von Telebasel.

Gegenüber «20 Minuten» sagte der Chef der Jungfreisinnigen, Matthias Müller, Bars und Restaurants müssten sofort wieder öffnen, Breitensport müsse möglich sein. Ganz der Parteilinie folgte JSVP-Chef David Trachsel, der es sogar dem Individuum überlassen will, sich zu schützen oder eben nicht.

«Reisst Euch am Riemen, liebe Junge»

In einem viel beachteten Kommentar schrieb Tagi-Redaktor Fabian Renz, das Narrativ, das Junge zu den Hauptopfern der Pandemie erklärt, sei falsch. Ebenso, bei den Randalierern vereinnahmend von der Jugend zu reden. «Wegen eines Jahres eingeschränkten Nacht- und Reiselebens von einer ‹geraubten Jugend› zu reden, ist übertrieben. Und schlichtweg zynisch – angesichts vieler Älterer (und auch Jüngerer), denen das Virus Leben oder Gesundheit genommen hat.» Der Respekt gebühre der grossen Zahl der Jugendlichen, die mit Ausdauer und Gleichmut diese Krise meistere.

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