Öffentliche WCs sind für Frauen ein Synonym für langes Warten. (Bild: Unsplash)
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Warum gibt es vor Damentoiletten so lange Warteschlangen?

Lange Schlangen vor dem Damen-WC – Muss das sein? Und wie kommt es dazu?

Lange Warteschlangen vor Damentoiletten sind ein häufiges Bild. Gleichzeitig sind Herrentoiletten gähnend leer. Wieso ist das so?

Tatsächlich brauchen Frauen gemäss Studien bis zu 2,3 Mal länger für einen Toilettengang. Die Gründe dafür sind vielfältig: Frauen müssen beispielsweise jedes Mal in eine Kabine, diese abschliessen und sich mehr oder weniger ausziehen.

Männer können hingegen die Abkürzung ans Pissoir nehmen und müssen sich dabei auch nicht aufwendig entkleiden. Das mag profan klingen, der zeitliche Aufwand dafür  summiert sich aber natürlich mit der Anzahl Frauen, die ein öffentliches WC aufsuchen müssen.

Blaseninfektionen und Kinder als Zeitfaktor

In gebärfähigem Alter menstruieren Frauen ausserdem. Das Wechseln von Hygieneprodukten nimmt ebenfalls Zeit in Anspruch. Durch Schwangerschaften wird die Kapazität der Blase verkleinert, schwangere Frauen müssen also öfters die Toilette aufsuchen. Zudem haben Frauen achtmal öfter Blaseninfektionen, was ebenfalls zu vielen Toilettengängen führt.

Oft sind es auch Frauen, die Kinder oder andere unterstützungsbedürftige Personen zum Toilettengang begleiten – ebenfalls auf der Frauentoilette.

Bedürfnisse von Frauen werden bei Planung nicht berücksichtigt

Zu diesen Gründen gesellt sich ein zentraler Punkt: Die Tatsache, dass Frauen länger benötigen, wird bei der Planung von Toiletten oft nicht berücksichtigt. Darum sind Damen- und Herrenklos oft flächenmässig gleich gross und haben auch gleich viele Kabinen. Durch die bereitgestellten Pissoirs haben Männer aber mehr Möglichkeiten, sich zu erleichtern – und das, obwohl sie dabei sowieso schon schneller sind als Frauen.

Mittel- und langfristig lässt sich die Problematik des langen Wartens also dadurch lösen, dass sanitäre Anlagen nicht nur anhand männlicher Bedürfnisse geplant werden.

Kurzfristig könnte eine Lösung sein, die strikte Männer-/Frauen-Trennung auf Toiletten aufzuheben. So könnte die Auslastung der Toiletten besser verteilt werden. Und Transmenschen müssen sich weder den Kopf darüber zerbrechen, ob sie einer Toilette verwiesen werden könnten, noch sich zwischen zwei binären Geschlechtern entscheiden.

4 Kommentare

  1. Die einzige Lösung wäre mal eine bessere Planung. Von Männern würde niemand erwarten, dass sie so lange anstehen. Wenn man mal bei Toilettenanlagen oder Toilettenwagen auf das Verhältnis der Pinkelmöglichkeiten sieht, ist einem sofort klar woher die Warteschlange vorm Damenklo kommt. Bei mobielen Toiletten könnte man das Missverhältnis ja schnell beseitigen, aber das will anscheinend keiner, sonst gäbe es ja z.B. bei Zeltfesten keine Schlange mehr vorm Damenklo. Stattdessen gibt es lieber zu den ohnehin mehreren Möglichkeiten für Männer noch eine extra Pissoiranlage.Report

  2. Was für ein Schwachsinn die Geschlechtertrennung aufzuheben. Das wäre vermutlich 90% der Frauen nicht recht, den meisten Männern wäre es vermutlich egal. Aber das mit den Genderneutralen Toiletten entwickelt sich zu einem grossen Thema bei grösseren Firmen wo immer mehr solche Forderungen entstehen. Wie sollen diese ausgestattet sein, nur mit Kabinen oder auch mit Pissoirs, vielleicht noch mit Damen-Urinalen ? Der Eingang müsste ja diskret sein, damit niemand aufgrund seiner nicht eindeutigen Genderzuordnung gemobbt wird.Report

  3. Sorry.. was soll das. Haben wir keine andere Probleme?
    Warum sind den Frauen Toiletten immer schmutziger als die von Männern? Ist dann der nächste Artike.?Report

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