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Der Telebasel News Beitrag vom 3. April 2021.
Basel

Verhinderte Autoposer, Partyvolk und ein Angriff auf den Kameramann

Die Polizei stoppt Autotuner und am Klybeckquai steigt eine Sause inklusive Handgreiflichkeit: So verlief eine Frühlingsnacht beim Hotspot Hafengebiet.

Ein Defilee wie aus einem Streetrap-Clip findet sein jähes Ende: Eine Karre nach der anderen macht vor dem Hafen kehrt. Mit einer Sperre blockiert die Polizei den Zugang zur Westquaistrasse. Ein Automobilist diskutiert energisch mit den Uniformierten. Eine Vierergruppe in einem BMW-Cabriolet hingegen will sich gar nicht erst darauf einlassen und dreht schon vor der Sperre um.

BMW-Crew ist sauer auf die Polizei

«Das ist der grösste Müll, sie nehmen uns den Spass», schimpft der Fahrer. «Corona macht uns schon genug fertig», meint einer der Kumpels. Gerne hätten die vier zu einer Spassfahrt beim Hafen angesetzt. «Das ist Industriegebiet, wir schaden niemandem», meint der Cabrio-Lenker. In seinen Augen ist die Kontrolle eine Provokation.

Nicht zum ersten Mal schaut die Polizei den Tunern und Autoposern auf die Finger. Mehr Einzelheiten zu diesem Einsatz kann die Polizei auf Anfrage von Telebasel erst zu einem späteren Zeitpunkt preisgeben. Jedenfalls bleibt am warmen Gründonnerstagabend die beliebte Cruiser-Strecke gesperrt. Auch die Gegend beim Nordstern finden wir leer vor. Auf dem Boden sieht man noch die Brandspuren. Kürzlich fackelten dort Vandalen ein paar Holzelemente ab, nun ist es still.

«Normal, dass es eskaliert»

Anders hingegen beim Klybeckquai. Der Party-Hotspot unter freiem Himmel zieht so manche NachtschwärmerInnen an. Von der Tramstation Kleinhüningen marschieren schon mal ganze Grüppchen mit Bierdosen und Schapsflaschen in Richtung Uferstrasse. Ein Trompeter stimmt «Bella Ciao» und Bob-Marley-Songs an, eine grosse Schar singt mit. Lebensfreude und Frühlingserwachen reiben sich hier mit den Corona-Massnahmen: Weder Abstände noch Schutzmasken sind zu sehen.

Andere ziehen sich gerade deswegen etwas zurück in kleinere Grüppchen. So etwa Flor, Leonie und Laura. Ausgerüstet mit ausreichend Spirituosen, aber mit genug Platz, feiern sie etwas abseits vom Geschehen im kleineren Rahmen. «Bei der Mittleren Brücke wären es mir auch zu viele Leute, aber hier ist es voll angenehm», erklärt Leonie.

In der Nähe der Landestelle treffen wir auf Neyara und Viki. Auch sie suchen eher einen Ort abseits vom Trubel. Sie haben mitbekommen, dass die Partys hier beim Hafen in letzter Zeit überborden. Viki findet klare Worte zur Situation für junge Menschen in Corona-Zeiten. «Ich finde es normal, dass es eskaliert, denn es wurde uns verboten, dass wir richtig leben können. Dann eskaliert es halt am Hafen. Damit muss man rechnen, wenn alles geschlossen ist.»

Unbekannter attackiert Kameramann

In der Tat eskaliert es hier, wenn auch auf eine andere Art: Noch während des Interviews mit den beiden jungen Frauen nähert sich ein Unbekannter. Grob rempelt er den Kameramann an und schlägt mit seiner Jacke auf die Linse. Viki reagiert schnell und aufmerksam: «Goht’s no?», schreit sie dem Angreifer entgegen, der sogleich davonrennt. Dem Kameramann ist nicht passiert. Der Angriff hätte aber im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen können. Wer schon mal eine schwere Kamera in den Händen und vor allem vor dem Gesicht gehalten hat, weiss, wie gefährlich das werden kann – eine absolut inakzeptable Attacke auf einen Medienschaffenden.

Zu gröberen Zwischenfällen kam es offenbar nicht mehr. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilt, musste sie am Donnerstag zu später Stunde zweimal ausrücken. In beiden Fällen handelte es sich aber um Lärmklagen.

3 Kommentare

  1. Leider haben die Kinder der letzteren Generationen, also die heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, nicht mehr gelernt, dass man eben manchmal auf gewisse Annehmlichkeiten verzichten muss, wenn es die Lage verlangt. Würden diese Menschen auch in einem Krieg noch feiern gehen wollen?! Ich glaube kaum. Wir haben zwar keinen Krieg, jedoch kriegsähnliche Umstände und das sollten doch auch diese Menschen begreifen. Aber vielleicht denken sie ja, sie könnten etwas verpassen, nur könnte diese eher dumme Einstellung, nicht nur einem selbst das Leben kosten, sondern auch viele vernünftige Menschen. 😔
    Also bitte 🙏 denkt etwas weniger egoistisch und tut nichts, das IHR später mit Sicherheit bereuen werdet.
    In diesem Sinne, bleibt gesund und schützt Euch und die Anderen.
    😃Report

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