Beim Roten Platz in St. Gallen haben sich am Freitagabend 300 bis 350 Jugendliche versammelt. (Bild: Keystone)
Schweiz

St. Galler Polizeivorsteherin verurteilt Gewalt in Krawallnacht «aufs Schärfste»

In der St. Galler Innenstadt haben Jugendliche am Freitagabend die Polizei attackiert. Die Polizeivorsteherin äusserte sich am Samstag vor den Medien dazu.

Bei den Krawallen am Freitag in St. Gallen kam es zu Sachbeschädigungen. Velos wurden auf die Strasse geworfen und Gegenstände angezündet. Auch Steinwürfe hätten Spuren hinterlassen.

Zwei verletzte Jugendliche

Zwei Jugendliche seien bei den Auseinandersetzungen mit der Polizei verletzt worden. Die Stimmung sei sehr aggressiv gewesen, sagte Mennel. Es habe sich bei den gewaltbereiten Jugendlichen um eine kleine Gruppe gehandelt, die sich aus der Menge der 300 bis 350 Jugendlichen gelöst habe.

Die Jugendlichen hatten sich zunächst am Roten Platz, einem traditionell beliebten Treffpunkt für den Ausgang, eingefunden. Gegen 21 Uhr eskalierte die Lage dann. Am Rande der Altstadt griffen Jugendliche die Polizei an. Diese antwortete mit Gummischrot.

In der Nacht auf Samstag hat die Polizei einen 25-jährigen Mann festgenommen. 19 Personen wurden vorübergehend auf den Posten gebracht. 33 Menschen wurden aus der Stadt weggewiesen, wie die Stadtpolizei mitteilte.

Bislang gingen bei der Polizei in sieben Fällen Anzeigen wegen Sachbeschädigungen ein. Bei den Ausschreitungen, bei denen Gegenstände in Brand gesetzt wurden, gab es demnach mindestens 50’000 Franken Sachschaden.

Molotow-Cocktails geworfen

Nach diesem Einsatz beruhigte sich die Lage vorübergehend. Die Stimmung blieb aber aufgeheizt. Nachdem die Polizei die Menschenansammlung aufgelöst hatte, kam es erneut zu Ausschreitungen.

Laut Mennel wurden an der Kornhausstrasse in der Nähe des Bahnhofs Polizisten mit mehreren Molotow-Cocktails beworfen. Die Einsatzkräfte setzten Pfefferspray und Reizgas ein.

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Ein Dutzend Mannschaftsbusse standen am Klosterplatz und am Gallusplatz bereit. Über der Stadt kreiste mehrere Stunden lang ein Polizeihelikopter. Bereits vor einer Woche war es in St. Gallen nach einer illegalen Party zu Ausschreitungen und Sachbeschädigungen gekommen.

St. Galler Polizeivorsteherin verurteilt Gewalt

Die St. Galler Polizeivorsteherin Sonja Lüthi (GLP) hat nach der Krawallnacht den Polizeieinsatz als «angemessen» verteidigt und die Gewaltakte durch Chaoten «aufs Schärfste» verurteilt. Diese seien nicht tolerierbar, sagte die Stadträtin am Samstag vor den Medien.

Die Gewalt sei teils unter dem «Schutzmantel von Corona» verübt worden, sagte Lüthi. Sie rief auch bei allfälligen Treffen oder Demonstrationen zu Gewaltverzicht auf.

Bereits zuvor hatte die Stadtbehörde erklärt, Corona-Massnahmen seien für junge Menschen einschneidend. Dies rechtfertigte aber in keiner Weise Gewalt gegen Einsatzkräfte und Sachbeschädigungen. Es gelte im weiteren Verlauf der Pandemie Ruhe zu bewahren und durchzuhalten.

Lüthi verteidigte den Polizeieinsatz, bei dem die Beamten auch Gummischrot und Reizgas einsetzten. Der Einsatz sei verhältnismässig gewesen. Die Polizei sei nach den Gewaltaufrufen im Vorfeld gut vorbereitet gewesen. Sie habe auf «Prävention und Dialog» gesetzt und erst eingegriffen, als die Stimmung gekippt und die Sicherheit von Menschen in Gefahr gewesen sei.

Die Stadtpolizei wurde bei dem Einsatz durch Beamte der die Kantonspolizei und weiteren Einsatzkräften aus dem Ostschweizer Polizeikonkordat sowie von der Transportpolizei der SBB unterstützt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel