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Der Telebasel Sonntags Talk vom 4. April 2021.
Basel

Frauen in Zünften, Mindestlohn und Machtkampf beim FCB

Im Oster-Sonntags-Talk diskutieren Tonja Zürcher, Joël Thüring und Marcel Rohr über Frauen in Zünften, Mindestlohn und den Machtkampf beim FC Basel.

Schluss mit Männerbünden: Zünfte sollen Frauen aufnehmen

Der Basler Bürgerrat will per 1. Januar 2022 die Zunftordnungen geschlechterneutral formulieren. So sollen auch Frauen einer Zunft beitreten können. Auslöser für diesen Entscheid war ein vom Bürgerrat in Auftrag gegebenes Gutachten der Universität Zürich. Die Professoren Felix Uhlmann und Martin Wilhelm schreiben darin, Frauen den «Zugang zum Aufnahmeverfahren in Zünfte und ähnliche Körperschaften zu verweigern» sei nicht mehr zeitgemäss. Besonders zivilrechtlich sei es heikel, Frauen von Zünften auszuschliessen. Die Diskussion wurde regelmässig mit der Aussage runtergespielt, das Thema sei nicht wichtig, weil es die Zünfte nicht mehr wären. Ist das so?

Bürgerratspräsident Lukas Faesch (LDP) sagte in der BaZ: «Da stecken riesige Zunftvermögen dahinter, diese kann man nicht einfach in Vereine übertragen.» Die Zünfte reagieren nun nach langen Diskussionen und Rechtsgutachten.

Telebasel fragt: Was bedeutet der Entscheid? Welche Folgen hat er?

Mindestlohn-Abstimmung: Frauenlöhne besonders betroffen

Schon jetzt wird auf allen Kanälen Kampagne gemacht: Am 13. Juni stimmen wir über einen Mindestlohn von 23 Franken und einen Gegenvorschlag (21 Franken) ab. Profitieren könnte vom Mindestlohn jede zehnte Person in Basel, rund 18’000. Besonders betroffen von Tieflöhnen sind die Frauen. Während sieben Prozent der Männer weniger als der geforderte Mindestlohn verdienen, sind es bei den Frauen 25 Prozent (Quelle: Bericht WAK).

Die Initianten (Linke Parteien, Gewerkschaften) sehen ihre Vorlage als Mittel, auch um gegen die Lohnungleich vorzugehen. Und: «In der Debatte der letzten Monate wird verkannt, dass Geschäftsmodelle, die Dumpinglöhne voraussetzen, nur funktionieren, weil es staatliche Transferleistungen (Prämienverbilligung & Mietzinszuschuss etc.) gibt. Diese Transferleistungen sind für einen grossen Teil der Angestellten in Basel-Stadt zur Notwendigkeit geworden, um über die Runden zu kommen. Ein gesellschaftliches Ziel muss es jedoch sein, dass alle Löhne zum Leben reichen und nicht nur zum Überleben», so die Partei Basta. Gerade eben nicht, sagen Bürgerliche und Arbeitgeberkreise, die damit gemeinten Arbeitsplätze wären am stärksten gefährdet.

Telebasel fragt: Wer hat recht?

FCB: Königsdrama oder eher Gassenprügelei?

Vielleicht war ja der Heusler-Hype um den FCB als alleinseligmachende Basler Volks-Institution eh too much. Jedenfalls tritt jetzt die Substanz schmerzhaft zu Tage. Elisabeth Schneider-Schneiter, Präsidentin der Handelskammer beider Basel, drückt es so aus: «Es sind historische Tage und Tiefen, welche die Region Basel mit ihrem FCB zurzeit durchleidet. Nicht allein der sportlichen Lage wegen, sondern vor allem, weil der Club gerade zum Spielball von Spekulationen, Machtkämpfen und persönlichen Abrechnungen verkommt.» Aber sieht das einem Königsdrama ähnlich oder nicht doch eher einer Gassenprügelei um das Vorkaufsrecht für die Dorfbeiz?

Ein Selfmade-Millionär, der nie lächelt, führt den Verein wie eine seiner Firmen, und ein Ex-Fussballer, dessen Führungsfähigkeit die NZZ zur Diskussion stellt, macht ihm diesen streitig. Der Jüngere hat jetzt die Investorenpläne des etwas Älteren mit einer «Superprovisorischen» geblockt. Mit den Journalisten reden beide, wenn überhaupt, nur anspielungsreich kryptisch oder mit männlichem Pathos («Tag der Abrechnung», «Blut und Schweiss»).

Telebasel fragt: Was kränkt uns denn so? Dass es um Millionen und Macht geht? Oder auf welchem Niveau darum gerungen wird?

Zu Gast im Sonntags-Talk vom 4. April 2021 sind:

  • Tonja Zürcher: Grossrätin Basta BS
  • Joël Thüring: Grossrat SVP BS
  • Marcel Rohr: Chefredaktor Basler Zeitung

Den Telebasel Sonntags-Talk sehen Sie am Sonntag, 4. April 2021, um 19:15 Uhr.

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