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Der Telebasel News Beitrag vom 01. April 2021.
Basel

Bordelle dürfen öffnen – die Erotik-Sauna nicht

Lichter an im Milieu: Sexarbeit ist ab heute wieder möglich. Doch die Türen des Sauna-Betriebes «Sunnyday» bleiben zu. Ist das fair?

Die Lichter waren lange aus im Basler Milieu: Für rund vier Monate waren sämtliche Erotik-Betriebe geschlossen. Seit heute ist Sexarbeit in Basel aber wieder erlaubt. Neu gilt nämlich das Bundesrecht. Das heisst, im Kanton Basel-Stadt herrscht ab 1. April die gleiche Reglung wie in der restlichen Schweiz.

Dass das Prostitutionsverbot aufgehoben wurde, passt nicht allen Betreibern der Erotikbranche. Für Roger Markowitsch trifft die Änderung auf Unverständnis: «Entweder man kann wieder aufmachen, weil die epidemiologische Lage das erlaubt, oder man verzichtet noch einen Moment lang auf alles und bekommt das Virus in den Griff». Markowitsch betreibt die Schwulensauna «Sunnyday», und darf dort noch immer keine Gäste empfangen.

Bordelle haben Schutzkonzepte

Laut Kantonsarzt Thomas Steffen sei dieser Entscheid aber gut begründet: «Die Prostitution, die im Betrieb stattfindet, können wir kontrollieren. Denn in den Bordellen gibt es ein Schutzkonzept. Man kann einen Betrieb also auch wieder schliessen, wenn das Schutzkonzept nicht stimmt.» Bei illegaler Prostitution hingegen könne man die Massnahmen nicht kontrollieren.

Weiterhin in den Betrieben verboten sind Gastronomie und Wellness. Im «Sunnyday» habe man sich dementsprechend wenig über die neue Reglung gefreut. Im Erotikbetrieb von Roger Markowitsch kommen die Kunden nämlich nicht in erster Linie für Sex, wie der Betreiber sagt. Der Wellnessbereich und das gemütliche Zusammensitzen, das ziehe die Männer in die Kontaktsauna. «Wir leben von den Eintrittsgeldern und nicht von erotischen Leistungen», so Markowitsch.

Ist das fair?

Markowitschs Erotikbetrieb muss deshalb weiterhin geschlossen bleiben. Ist es fair, dass Sexdienstleistungen möglich sind, während das Kaffeetrinken verboten bleibt?

Das wollten wir von Kantonsarzt Steffen wissen: «Man kann es nicht wirklich vergleichen. Bei der Entscheidung haben wir uns überlegt: Wenn wir weiter die Massnahmen beibehalten, machen wir die Situation für die betroffenen Frauen noch schwerer», so Steffen. Sexarbeit wieder zu erlauben, sei in diesem Falle also schlichtweg das kleinere Übel gewesen.

5 Kommentare

  1. Dass diese Sauna nicht öffnen darf, hat mit der bundesrätlichen Covid-Verordnung zu tun, nach der Wellnessbetriebe (wie z.B. auch das Hallenbad Rialto) und Bars (wie auch alle Restaurants) weiterhin geschlossen bleiben müssen.Report

  2. Das ist ja lächerlich , die Bordelle dürfen aufmachen und die Strassenprostitution wurde die ganze Zeit toleriert, hier wo ich wohne fährt alle 15 Minuten eine Polizeistreife vorbei, an den Strassenmädchen vor bei. Ich kann auch nicht nachvollziehen wieso Sexarbeit bei diesen steigenden Zahlen toleriert werden können, oder haben
    die Prostituierten un deren Freier keine Ansteckunngsgefahr ? Wenn nur eine der Strassenprostituieren angesteckt sind und 5 Freier bedienen wird das Fatal, oderReport

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