Featured Video Play Icon
Der Telebasel News-Beitrag vom 28. März 2021.
Basel

Laut, frech und dreckig – Krähen halten Riehen auf Trab

Beim Spielplatz «Hinter der Mühle» stehen drei Platanen. Krähen nutzen diese als Nistplatz, aber deren Ausscheidungen werden zum Problem.

Der Spielplatz «Hinter der Mühle» in Riehen ist beliebt bei Eltern. Auch bei Krähen-Eltern. Die Vögel schätzen die drei Platanen dort als Nistplatz so sehr, dass das jetzt im Frühling zum Problem wird.

«Die Schaukel, der Spieltisch, alles ist verkotet in dieser Zeit. Jetzt brüten sie, zum Teil sind sie schon ausgeschlüpft, die Jungen, da kommt noch mal mehr Kot. Es ist der Kot, der für uns und die Kinder ein Problem ist, sie können einfach den Spielplatz nicht benutzen», sagt Lydia Röösli. Sie wohnt neben dem Spielplatz, kennt ihn seit der eigenen Kindheit, hat ihn auch mit ihren Kindern besucht und geht auch heute noch mit den Enkeln dort vorbei.

Gedecktes Büffet für Krähen

Für die Krähen ist der Spielplatz ein kleines Schlaraffenland. Kinder und Erwachsene verlieren einen Teil ihrer Verpflegung oder krümeln – ein gedecktes Büffet also für die Vögel. Dazu kommt, dass Krähen abgesehen vom Menschen keine Feinde haben. Wanderfalken können Krähen zwar gefährlich werden, im Moment gibt es aber kein einziges Exemplar in Basel.

Darum werden die Krähen beim Spielplatz immer mehr. «Dieses Jahr ist es ganz schlimm. So viele Nester haben wir noch nie gezählt hier oben, und uns macht das Sorgen. Geht das nun Jahr für Jahr so weiter, und wir können nichts machen?», fragt Lydia Röösli.

Lydia Röösli ist bei ihren Bemühungen von einer Stelle zur nächsten verwiesen worden. Von der Gemeinde Riehen an den Kanton und zurück. In einem Statement gegenüber Telebasel sagt die Gemeindeverwaltung Riehen, dass bis 2019 der Kanton eine Sonderbewilligung ausgestellt hat, um die Nester zu entfernen. Letztes Jahr habe der Kanton die Bewilligung aber nicht mehr gegeben, weil das gegen die Jagdverordnung verstosse.

Die Geduld von Lydia Röösli ist aber aufgebraucht, es brauche eine Lösung, sagt sie. Sie macht auch einen konkreten Vorschlag: «Die grossen Platanen umtun, neue setzen und sie dann richtig schneiden, nicht mehr in die Höhe wachsen lassen, so à la Tessin. Das ist wunderbar, wie sie da einen schönen Schattenteppich haben, von den Platanen».

6 Kommentare

  1. So ein kleinkariertes Denken gibt’s auch nur hier. Lässt die Vögel in Ruhe und wenn sie Ruhe haben wollen gehen sie doch gleich in die Berge . Mann lässt den Tieren heutzutage nirgends mehr Platz.Report

  2. Trotz grosser Tierliebe muss ich die Dame unterstützen.
    Ich kenne die Problematik aus der Pruntrutermatte in Basel. Dort herrscht auch jedes Jahr ein riesen Lärm während der Brutzeit durch die Krähen. Gleiches Szenario; unter den Platanen ist alles verschissen.
    In einem Wohnquartier sind eine grosse Ansammlung dieser Vögel einfach eine Belastung, für die Anwohner.
    Das sollte genauso wie der Schutz der Natur anerkannt werden. Konstruktive Lösungen sind gefragt!Report

  3. «Ja, es ist schön, dass es immer mehr von ihnen gibt in Riehen»….So etwas schreibt nur Jemand, der die Situation in diesem Quartier noch nie erlebt hat! Machen Sie doch mal einen Spaziergang unter den Platanen vorbei und ich rate Ihnen, gleich ein Shampoo mitzunehmen, damit sie Ihre Haare nachher dort im Bächli waschen können. Zudem sind die Kotabsonderungen nicht das einzige Problem. Gut wohnen dort in der Nachbarschaft viele ältere Menschen, Junge würden das stundenlange Gekreische, und zwar monatelang (!), bestimmt nicht aushalten. Warum ich das weiss? Weil ich einige Bekannte habe, die dort wohnen. «Zufällig» noch als Gönner bei der Vogelwarte Sempach….Soviel zu den Kommentaren punkto Tierliebe. Übrigens, es ist schon eher ungewöhnlich, dass Männer gleich gegen sympathische Bürgerinnen wie z.B. Frau Röösli los zettern…..???Report

  4. Bravo. Genau so ist es. Lassen wir endlich die Natur Natur sein. Diese Mütter können ja den Mist schlicht entfernen, aber dazu sind sie sich wohl zu fein.Report

  5. Die selbe Geschichte wie immer. Die Natur verhält sich nicht so, wie wir Menschen es möchten und schon spricht man über Nester entfernen und Bäume umtun. Vorbildlicher wäre es den Kindern zu zeigen, dass wir mit Tieren koexistieren können. Bäume umtun, weil sie falsch geschnitten sind? Hört doch auf! Gebt der Natur doch bitte den Hauch einer Chance. Was soll man den machen? Die Tiere vergiften? Ihnen öffentliche Toiletten installieren? Oder könne wir die Krähen einfach krähen lassen? Und wenn die Krähen weg sind, kommen dann die Störche dran?

    P.s. Mein Abfallsack wird auch ständig von Krähen zerrissen, aber ich kann darüber hinwegsehen. Das sind sehr kluge Tiere und ich mag es Ihnen zuzuschauen. Ist doch schön, dass es immer mehr von Ihnen gibt in Riehen.Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel