Nachdem die Polizei die Party auf dem Hügel Drei Weieren aufgelöst hatte, hat sie sich in die Innenstadt verlagert. (Archivbild: Keystone)
Schweiz

Illegale Party in St. Gallen eskaliert

Am Freitagabend haben rund 250 Personen in der St. Galler Innenstadt eine Party gefeiert. Es kam zu Sachbeschädigungen in Höhe von mehreren 10'000 Franken.

Über 200 Jugendliche haben am Freitagabend in St. Gallen eine illegale Party gefeiert. In der Innenstadt kam es danach zu Ausschreitungen und Sachbeschädigungen, ein Polizist wurde leicht verletzt. Die Stadtpräsidentin nannte die Krawalle «inakzeptabel».

Die Jugendlichen hatten über die sozialen Medien zur illegalen Party aufgerufen. Zunächst trafen sich rund 100 Personen ausserhalb der Innenstadt auf dem Hügel Drei Weieren. Dort feierten sie mit Musik und beträchtlichen Mengen Alkohol.

Diese Versammlung habe die Stadtpolizei St. Gallen rasch und ohne Probleme auflösen können, sagte Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei St. Gallen, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Doch danach verlagerte sich die Party in die Innenstadt, wo sich die Jugendlichen auf dem Roten Platz versammelten.

Laut Widmer dürften es rund 250 Personen gewesen sein. In der Folge kam es zu Scharmützeln mit der Polizei, die sich auf die gesamte Innenstadt ausgedehnt hätten. Die Jugendlichen hätten Schaufensterscheiben eingeschlagen und sonstige Vandalenakte begangen.

Beträchtlicher Sachschaden

Die Stimmung sei zunehmend aggressiv geworden, teilte die St. Galler Stadtpolizei am frühen Samstagmorgen mit. Polizisten seien vor Ort beschimpft und mit Flaschen und Steinen beworfen worden. Die Beamten hätten Reizstoffe und Gummischrot eingesetzt.

Die Versammlung habe sich daraufhin aufgelöst. Anschliessend seien kleinere Gruppierungen durch die St. Galler Innenstadt gezogen. Dabei sei es erneut zu Sachbeschädigungen in Höhe von mehreren 10’000 Franken gekommen. Und auch Polizisten seien angegangen worden.

Ein Polizist wurde leicht verletzt und musste sich im Spital behandeln lassen. Bei einem Streifenwagen der Polizei wurde eine Scheibe eingeschlagen. Neun Personen wurden für weitere Abklärungen auf den Polizeiposten gebracht. Zahlreiche Personen wurden weggewiesen.

«Gewalt ist keine Lösung»

Die St. Galler Stadtpräsidentin Maria Pappa bezeichnete die Ausschreitungen gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» am Samstag als «inakzeptabel». Die Jugendlichen hätten es in der Pandemie zwar alles andere als leicht, vielen fehlten die Perspektiven und die Nerven lägen blank. Aber Gewalt sei keine Lösung.

Dass die Situation aus dem Ruder gelaufen sei, habe sie nicht erstaunt, sagte Pappa. Denn in den sozialen Medien sei schon im Vorfeld zum Trinken und zu Gewalt auf Drei Weieren aufgerufen worden. «Wenn sich Frust anstaut und Alkohol im Spiel ist, ist die Eskalationsgefahr gross», sagte Pappa.

Gleichzeitig appellierte die Stadtpräsidentin auch an die Erwachsenen: Wenn diese sich beschwerten und das Tragen von Masken und das Einhalten von Abständen als unsinnig bezeichneten, «dann stossen die Jungen ins gleiche Horn und fangen an, Partys zu feiern». Deswegen müssten jetzt Jung und Alt Ruhe bewahren.

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