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Der Telebasel News Beitrag vom 27. März 2021.
International

Darum ist der Astrazeneca-Impfstoff vielerorts wieder zugelassen

Nach der Verabreichung des Astrazeneca-Impfstoffs ist es zu tödlichen Fällen von Sinusvenenthrombosen gekommen. Auch eine Nebenwirkung der Anti-Baby-Pille.

Zuerst war der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland und mehreren Staaten zugelassen worden, danach kam es jedoch zu einer Unterbrechung der Zulassung. Denn es gab vermehrt Fälle von Thrombose, genauer Sinusvenenthrombose. Einzelne Fälle waren gar tödlich, da diese Thrombosevariante Hirnvenen verstopft. Mittlerweile wird das Vakzin aber wieder eingesetzt.

Auch eine Nebenwirkung der Anti-Baby-Pille

Sinusvenenthrombose ist auch eine Nebenwirkung der Anti-Baby-Pille. Trotzdem ist jene zugelassen und wird Patientinnen verschrieben. «Dort weiss man, dass das stattfindet. Jede Frau, die die Pille verschrieben bekommt, sollte darauf aufmerksam gemacht werden», erklärt der Impfsprechstundenleiter am Unispital Basel, Christoph Berger.

«Man entscheidet am Schluss selbst, ob man dieses Medikament nehmen will oder nicht», so Berger. Laut dem Immunologen ist durch die Erwähnung der Nebenwirkung die Zulassung also gerechtfertigt.

Ein Hin und Her um die Zulassung

Dass diese Hirnthrombose eine Nebenwirkung des Astrazeneca-Impfstoffs sein könnte, wurde in der Studie im Voraus nicht festgestellt. Die mögliche Nebenwirkung wurde durch Meldungen von Ärzten und PatientInnen ermittelt. Es kam zu mehr Fällen als normal, im gleichen Zeitraum der Impfverabreichung.

«Da es im Zusammenhang mit diesen Fällen, die aufgetreten sind, auch Todesfälle gab, musste man dem nachgehen. Darum setzte man die Impfung auch vorübergehend aus, bis das geklärt war», so Christoph Berger gegenüber Telebasel.

Dabei handle es sich um die normale Strategie. So sollen Nebenwirkungen erkannt werden, die bei der Studie im Voraus, wofür an mehreren 10’000 Menschen getestet wird, nicht entdeckt wurden.

«Ich denke, das ist ein ganz wichtiger Prozess, dass man gerade bei neuen Medikamenten und Impfungen die Sicherheit gut überwacht», so der Immunologe.

Eine Abwägung des Risikos

«Ganz wichtig ist, dass wir hier von ganz kleinen Fallzahlen reden», betont Berger und führt fort: «Das ist vielleicht eine Person von einer Viertelmillion verabreichten Impfdosen.»

Es sei immer in Kontext zu setzen, was passiere, wenn man die Krankheit, wogegen die Impfung wirke, bekomme. «Bei einer Ansteckung des Sars Covid Virus 2 hat man auch ein Risiko, dass man Sinusvenenthrombose bekommen kann», zudem könne bekanntlich auch eine Corona-Infektion allein tödliche Folgen haben.

«Diese Abwägung führte schlussendlich dazu, dass man sagte, dass der Vorteil der Impfung, im Betracht auf die Gesamtbevölkerung, nach wie vor überwiegt», so Berger. Deswegen wird die Impfung in Europa wieder eingesetzt.

In der Schweiz ist die Astrazeneca-Impfung noch nicht zugelassen. Dies könnte jedoch in absehbarer Zeit passieren.

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