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Der Telebasel News Beitrag vom 26. März 2021.
Basel

Verein Kulturkirche Paulus: «Hoffen, dass diese Kirche in Zukunft wieder belebt sein wird»

Die Pauluskirche als künftige Hochburg der Chöre: Die Verantwortlichen erklären, was sie mit dem Basler Wahrzeichen anstellen wollen und was das kostet.

Schon vom Viadukt aus ist sie unübersehbar. Besonders jetzt, wenn die Magnolien blühen, ist sie ein beliebtes Fotosujet, nicht nur bei Hochzeitspaaren. «Das ist fantastisch, ich liebe diese Kirche und hoffe, dass sie in Zukunft belebt wird.» Nicole Grünenfelder Fuchs kommt ins Schwärmen, wenn sie das Gotteshaus des Architekten Karl Moser beschreibt. Sie ist hier im Quartier aufgewachsen, in der Pauluskirche wurde sie konfirmiert. Die Kirche habe ihren festen Platz im Stadtbild. Sie verbindet den Blickfang auch mit dem Heimkommen nach einer Reise. Schliesslich heisst das opulente Gebäude die Ankömmlinge im Flughafenbus auf dem Weg zur Stadt willkommen. 

Drohender Leerstand vorerst gestoppt

Bis vor Kurzem stand es nicht gut um den Sakralbau dem Jahr 1901. Der letzte Gottesdienst fand vor zwei Jahren statt. Die Kirchgemeinde zügelte in die Johanneskirche. Eigentlich hätte die Kirche im Juli dieses Jahr schliessen müssen. Ein solches Bijou einfach leer stehen lassen? Für Nicole Grünenfelder unvorstellbar. Die Unternehmerin engagierte sich daher in den Projektgruppen für eine mögliche Umnutzung der Pauluskirche.

Das Problem nagt schliesslich schon seit Jahren an der Evangelisch-reformierten Kirche (ERK): Die Zahl der Kirchgänger schrumpft, Kirchgemeinden werden zusammengelegt. Manche Bauten stehen aber unter Denkmalschutz und müssen daher mit Samthandschuhen angefasst werden. Zudem haben sie als Wahrzeichen eine emotionale Bedeutung für viele Menschen, wie Nicole Grünenfelder dies an «ihrer» Kirche schön beschreibt.

Kirche bekommt Bühne und Café

Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt hat diese Woche entschieden: Die Pauluskirche wird zum Chorzentrum. Die besagten Projektgruppen haben zusammen mit dem Stadtentwickler Andreas Courvoisier Konzepte für eine künftige Nutzung entwickelt. Daraus ist schliesslich der Verein Kulturkirche Paulus entstanden.

Eigentümerin bleibt die ERK, doch der Verein bestimmt, wie das neuromanische Gotteshaus bespielt wird. Der Fokus liegt bei den Chören. Ob Laien oder Profis: Die Pauluskirche soll eine Bühne für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen bekommen. Sie kann auch für Firmenfeste, Hochzeiten und religiöse Anlässe gemietet werden.

Zwei Drittel der Umbaukosten fehlen noch

Bei einer denkmalgeschützten Kirche sind die Umbaumöglichkeiten begrenzt. Dies sei hier aber kein Problem, wie Andreas Courvoisier erklärt. «Wir haben ein Konzept, das nicht umstürzlerisch ist, sondern anknüpft an das, was ist, was die Qualitäten dieses Baus sind», so der Inhaber des Stadtentwicklungsbüros. «Im Innern ist sie sehr wohltuend, sodass sie das Gemeinschaftliche unterstützt». Daher sei sie sehr geeignet für Konzerte, aber auch Hörspiele, Lesungen und Spoken Word. Dennoch brauch es noch einige Verbesserungen, so etwa beim Ton, Licht und dem Foyer. «Die Denkmalpflege ist offen, da sie weiss, dass der Bau am besten geschützt ist, wenn er genutzt wird», sagt Courvoisier.

Im Sommer dieses Jahres übernimmt der Verein das Ruder. Rund ein Jahr später sollte die Kirche neu ausgestattet sein. Bis es soweit ist, gibt es noch viel zu tun. Ob Licht, Böden, Heizung oder Toiletten: Einiges muss noch auf Vordermann gebracht werden. Wie Andreas Courvoisier vorrechnet, kostet das 2,2 Millionen Franken. Rund ein Drittel ist schon da. Davon stammt eine halbe Million von der reformierten Kirche – unter der Auflage, dass der Verein den Rest auftreibt. Dieser sucht dafür noch Gönner.

2 Kommentare

  1. Diese Kirche ist leider nicht für jede/n zugänglich, mit dem Rollstuhl kann ich nicht spontan in die Kirche, wie es alle andere können, es hat zwar ein lift an der Seitentüre, aber diese Türe ist verschlossen, damit man dort rein kann, müsste man mind 1 Stunde vorher anrufen, aber das weiss niemand, der oder die spontan an diese Kirche hinkommt und rein gehen will, es ist auch niergens angeschrieben, also müssen halt die mit dem Rollstuhl drausen bleiben. Ich frage mich, was das mit der von der Stadt so gross angekündete Behinderten Gleichstellung, die seit dem 01.01.2021 in kraft getreten ist, zu tun hat, das muss sich ändern!Report

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