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Der Telebasel News Beitrag vom 26. März 2021.
International

Hat Basel wegen der Blockade im Suezkanal Engpässe zu befürchten?

Ein Schiff steht quer in einer der wichtigsten Schiffsrouten der Welt. Wie und ob man das in Basel merkt, haben wir ein regionales Transportunternehmen gefragt.

Fast 400 Meter lang ist das Schiff, welches im Suezkanal eine Blockade verursacht. Würde man es aufstellen, so wäre es so hoch wie beide Roche-Türme zusammen. Christian Richner, Geschäftsführer der Fracht AG Basel erklärt, dass ein normales  Rheinschiff 130 Container transportiere. Das besagte «Ever Given» hingegen ganze 20’000. Niemand wisse, wie lange das Schiff im Kanal noch feststecke, so Richner.

Das Schiff war am Dienstag auf Grund gelaufen, weil der Kapitän schlechte Sicht wegen eines Sandsturms hatte. Bug und Heck des 400 Meter langen Schiffes seien an den Seiten des Kanals hochgedrückt worden. Seither geht im Schiffsverkehr nichts mehr, fast 300 Schiffe dümpeln wie ein Schwarm vor den Kanaleinfahrten im Norden und Süden sowie im Kanal selbst vor sich hin und warten darauf, weiterfahren zu können.

Wichtige Lieferroute

Durch den Kanal werden etwa 30 Prozent des weltweiten Containervolumens verschifft und etwa 12 Prozent aller Waren gehen durch das 193 Kilometer lange Nadelöhr, das das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbindet. «Jeder Hafen in Westeuropa wird das merken», sagte ein Sprecher des grössten europäischen Hafens in Rotterdam.

2020 durchfuhren nach Angaben der Suezkanal-Behörde fast 19’000 Schiffe den Kanal, im Schnitt gut 50 am Tag. Laut Analysten transportieren sie täglich Güter im Wert von bis zu 10 Milliarden Dollar dort durch.

Keine Knappheit an lebenswichtigen Gütern

Schätzungsweise 50 bis 70 Prozent der gesamten Container seien schätzungsweise von und nach Asien, so der Basler Transportunternehmer Christian Richner: «Jetzt wird der Hahn zugedreht. Dann kommt das aus den USA, aus Südamerika, aus Europa, das läuft alles. Aber Fernost, wo wirklich Volumen dahinter ist, dort ist es für eine Woche still. Und dann geht der Hahn wieder auf und das muss man dann bewältigen können.» Das gebe laut Richner Probleme: Mehrkosten, Lagergelder, Verzögerungen. Dennoch ist er überzeugt, dass auch diese Situation machbar sei und man in Basel keine leere Regale sehen wird.

Die Verfügbarkeit lebenswichtiger Güter für die Schweiz sei durch die Blockade im Suezkanal nicht tangiert, hiess es auch vom Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dem Bundesamt zufolge halten in der Schweiz etwa 300 Unternehmen Pflichtlager unterschiedlichster Waren im Wert von rund 2,5 Milliarden Franken. Allerdings könne es zu zeitlichen Verzögerungen kommen. Davon könnten viele Güter betroffen sein.

Bei der Migros hiess es, sie importiere aus China ein sehr breites Produkteportfolio. Aus Thailand kämen zahlreiche Konserven wie beispielsweise Ananas, während die Migros aus Vietnam und Indien Möbel und Textilien beziehe, sagte Sprecher Marcel Schlatter der Nachrichtenagentur AWP: «Wir gehen derzeit nicht von Nachschubproblemen aus. Es hat genügend Ware in der Schweiz an Lager.»

1 Kommentar

  1. Typisch chauvinistische Beitrag.. Hat Basel ein Lieferanten Proplem. Die ganze Welt hat dieser Corona geschuldet ein angestaute angespannte Situation. Dieser Unfall wird die Situation sicherlich verschärfen. Ob in Basel, der ganzen Schweiz oder EU, das Preisniveau wird sich nächstens stark erhöhen. Und unsere Medien rennen den Phantomen nach.Report

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