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Der Telebasel News-Beitrag vom 23. März 2021.
Basel

Rufe nach Kitas als Service Public werden lauter

Eine Arbeitsgruppe des Feministischen Streiks Basel-Stadt lancierte eine Petition, die höhere Qualität bei Kitas fordert. Zudem sollen die Preise zurückgehen.

Nach der SP-Initiative fordert nun auch eine Petition der Gruppierung Feministischer Streik Basel schnelles Handeln in Sachen Kinderbetreuung. Es soll mehr günstigere Kita-Plätze geben und dort mehr geschultes Personal zum Einsatz kommen. Kitas sollen Service Public sein.

«Kita-Plätze sind für unser momentanes Wirtschaftssystem unabdingbar»

Es braucht immer ein Dorf, um ein Kinder gross zu ziehen›, steht auf dem Transparent der Arbeitsgruppe des Feministischen Streiks geschrieben. Am Dienstag übergaben sie eine Petition mit knapp 600 Unterschriften an den Grossen Rat.

«Kita-Plätze sind für unser momentanes Wirtschaftssystem unabdingbar. Viele Eltern sind darauf angewiesen, dass sie sich den Lebensunterhalt finanzieren können, sonst sind sie von der Sozialhilfe abhängig», so Natalie von Tscharner, Mitglied des Feministischen Streiks, zu Telebasel.

In der Petition wird ein besserer Betreungs-Schlüssel gefordert, es sollen weniger Kinder pro BetreuerIn sein. Auch die Arbeitsbedingungen und Löhne sollen verbessert werden. Zudem sollen mehr komplett unentgeltliche Kita-Plätze geschaffen werden.

Zu viel des Guten für LDP-Präsidentin

Für die Basler LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein, die auch Präsidentin des Vereins für Kinderbetreuung Basel ist, schiesst die Petition über das Ziel hinaus.

«Es werden bei der Petition ja nicht nur gratis Kita-Plätze gefordert, sondern auch mehr davon, nur ausgebildetes Betreuungspersonal, mehr Räume… Das klingt alles ganz toll, kostet aber unheimlich viel Geld», so Patricia von Falkenstein zu Telebasel.

Durch das neue Gesetz zur Tagesbetreuung sei in den Augen der LDP-Präsidentin bereits eine Verbesserung absehbar. Sie gesteht aber ein: «Ich glaube aber, bei den Löhnen könnte man sicher noch hinschauen. Ich denke, dass die ganzen BetreuerInnen nicht üppig entlöhnt werden».

Laut Patricia von Falkenstein laufe bereits jetzt jedoch schon vieles richtig, besonders bei den subventionierten Kitas: «Ich finde, man kann einfach nicht sagen, dass es bei allen eine Misere gibt. So kommt das aber in diesem Petitionstext rüber, und das finde ich schade».

Umsetzung in Massen

Dass eine Umsetzung der vollumfänglichen Petition nicht möglich ist, sehen die Initiatinnen zwar ein. «Würden alle unsere Forderungen berücksichtig, fänden wir das schön. Jedoch sehen wir es auch realistisch, dass ein Kompromiss gefunden werden muss», meint Natalie von Tscharner.

Die breiten Forderungen der Petition sollen vor allem für Aufmerksamkeit sorgen: «Mit der Petition ging es uns vor allem darum, das Thema bekannt zu machen, damit darüber diskutiert wird», wie die Initiatin erklärt.

«Unsere wichtigste Forderung ist vor allem, dass der Betreuungs-Schlüssel hochgeschraubt wird, dass die Qualität in den Kitas besser wird und dass die BetreuerInnen entsprechend entlöhnt werden», fasst Natalie von Tscharner zusammen.

Noch ist kein Entscheid gefallen. geht es um das Kantons-Budget, wird man aber künftig immer öfter auch an Kinderbetreuung denken müssen.

2 Kommentare

  1. Ich finde, dass die Preise zum Betreuung sind komplett überiessen. In Baselland auch. Die Private Kitas – es gibt sehr wenige subventionierte – verlangen 130 Fr. pro Tag, plus Windeln und Shoppen. Rechne nach: 22 Tage sind 2860 Fr. Bei einen Temporäre Anstellung die fast ganze Lohn. Sozial und Familienfreundlich ist das nicht.Report

  2. Wieso soll die Allgemeinheit für diese Leute aufkommen? Wer Kinder will, bleibt zu Hause und betreut sie. Die hohen Ansprüche müssen halt fürein Paar Jahre herunter geschraubt werden. Uns hat es nicht geschadet, unsere Kinder danken es uns, dass sie nicht durch Fremden erzogen wurden.Report

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