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Baselland

Schneider-Schneiter: «Fahrlässig von Liestal, die Demo zu bewilligen»

Grossaufmarsch in Liestal: Am Samstag demonstrierten tausende Corona-Skeptiker im Baselbieter Hauptort. Die Ereignisse gibt es im Ticker.
Schneider-Schneiter kritisiert Protest von Massnahmengegnern scharf

Die Corona-Demo in Liestal vom vergangenen Samstag hat ein politisches Nachspiel. SP-Regierungsrätin Kathrin Schweizer sagt gegenüber dem «Regionaljournal», dass es künftig im Kanton keine Bewilligungen für Proteste dieser Art geben soll. Die Proteste des Vereins «Stiller Protest» werden wie im Baselbiet immer wieder bewilligt, obwohl das Schutzkonzept missachtet wurde. Deswegen sollen nun im Nachgang Bussen verhängt werden. (Mahr dazu lesen Sie hier).

Die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (Mitte) kritisiert den Protest indes scharf: «Es war fahrlässig von der Stadt Liestal, die Demo überhaupt zu bewilligen», sagt sie gegenüber der Plattform «Nau.ch». Sie fordert, dass die Demonstrationen künftig nicht mehr stattfinden. «Die Corona-Regeln werden bei solchen Grossveranstaltungen nicht eingehalten.»

Die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter kritisiert die demonstrierenden Massnahmegegner sowie den Umgang der Behörden mit dem Protest. (Bild: Keystone)

Personen wurden an der Demo keine gebüsst, wenn sie keine Maske trugen. Das Verhalten der Polizei empfindet sie nicht als gerechtfertigt: «Wobei die Polizei bei diesem Grossaufmarsch schlicht überfordert war und eine Eskalation verhindert werden musste.»

«Gesunden Mittelweg» suchen

Der Präsident des Personalverbands Polizei Basel-Landschaft Ivo Corvini, kommentiert: «Demonstrieren ist ein politisches Recht.» «Solche Meinungen» müsse die Regierung auch zulassen, so der Anwalt gegenüber der Plattform.

Der friedliche Ablauf sei im Zentrum gestanden, so Corvini weiter: «Genauso wichtig ist aber, auf das Einhalten der Schutzmassnahmen hinzuweisen. Das dient auch dem persönlichen Schutz der Polizisten und Polizistinnen.» Die Polizei müsse hier einen «gesunden Mittelweg» finden, zwischen hartem Durchgreifen und Verstösse zulassen.

Zug-Wagon mit Menschen ohne Maske sorgt für Empörung

In den sozialen Medien kursiert ein Video, dass einen Zug-Wagon voller Menschen zeigt,  von denen die keine Maske tragen. Dabei dürfte es sich um eine Aufnahme von Corona-Skeptikern, die am Samstag in Liestal demonstrierten handeln.

Die Aufnahme sorgt für Empörung: «Wurden die betroffenen Wagen gründlich dekontaminiert?», fragt ein Twitter-User an den RailService der SBB gerichtet.

«Vielen Dank für den Hinweis», kommentiert die SBB. «Die SBB verurteilt Missachtungen des mit dem BAG abgestimmten ÖV-Schutzkonzepts. Wir appellieren an Kundinnen und Kunden, sich selbst und andere zu schützen», so das Statement weiter. Zudem kündigt die SBB an, dass Video genauer zu untersuchen. Sie fragt nach der Zugnummer und weiteren Details. «Damit wir dem nachgehen können». Den Passagieren ohne Maske könnte damit eine Busse drohen.

Corona-Demonstration in Liestal

Der Telebasel News Beitrag vom 20. März 2021:

(Video: Telebasel)
Strassen sollen bald wieder geöffnet werden

Eine Person verletzt

Auf Anfrage von Telebasel erklärt Adrian Gaugler von der Polizei Baselland, dass man Schätzungen zufolge von 5000-6000 Personen ausgehe.

Die Person sei bei einem tätlichen Angriff leicht verletzt worden, sagte der Polizeisprecher weiter. Sie wurde zur Kontrolle in ein Spital gefahren. Über die genaueren Umstände wollte er keine weiteren Angaben machen. Es seien aber zwölf Personen, welche die Kundgebung zu stören versucht hätten, polizeilich vorübergehend angehalten und auf einen Polizeiposten gebracht worden.

Circa 8000 Personen versammelten sich in Liestal

Etwa 8000 Personen – die meisten ohne Schutzmasken – nahmen gemäss Beobachtungen eines Korrespondenten der Nachrichtenagentur Keystone-SDA in Liestal an der bewilligten Demonstration gegen die Corona-Massnahmenpolitik teil. Die Polizei liess sie gewähren.

Sie werde wegen der fehlenden Schutzmasken nicht einschreiten, sondern konzentriere sich auf einen ruhigen Ablauf, sagte ein Polizeisprecher einem Korrespondenten der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Zum Protestmarsch aufgerufen hatte der Verein «Stiller Protest». Dieser initiierte in den vergangenen Wochen unter anderem bereits in Wohlen AG und Chur GR ähnliche Kundgebungen.

Mehr dazu hier. 

Demonstranten ziehen verkleidet durchs Stedtli

(Video: Telebasel)

Mit Transparenten gegen die «Corona-Diktatur»

Telebasel Reporter Andri Mahler berichtet aus Liestal, das viele Transparente zum Thema «Corona-Diktatur» zu sehen sind. Nach seiner Einschätzung seien abe auch Personen darunter, die einfach wieder einmal unter Leuten sein wollen und auf der Strasse Bier trinken.

Die Polizei macht immer wieder Durchsagen.

Über 5000 Menschen protestieren in Liestal gegen Corona-Massnahmen

Über 5000 Personen – die meisten ohne Schutzmasken – haben sich am Samstag in Liestal BL zu einer bewilligten Kundgebung gegen die Corona-Massnahmenpolitik versammelt. Die Polizei liess sie gewähren.

Man werde wegen der fehlenden Schutzmasken nicht einschreiten, sondern konzentriere sich auf einen ruhigen Ablauf, sagte ein Polizeisprecher am frühen Nachmittag einem Korrespondenten der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Leute trugen Schilder mit Aufschriften wie «Impfen tötet» oder «Keine Massentests».

Mehr dazu hier. 

Polizei erinnert an BAG-Massnahmen

Die Polizei rief die Bevölkerung im Kurznachrichtendienst Twitter dazu auf, das Gebiet um die Stadt Liestal grossräumig zu umfahren. Dies wegen des bewilligten Protestmarschs gegen die Corona-Massnahmen. Die Behörden baten zudem alle Teilnehmenden dazu auf, sich an die geltenden Massnahmen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zu halten.

Wirbel um «maskenfreie» Fahrt von Zürcher Car-Unternehmen

Zur Corona-Demonstration des Vereins «Stiller Protest» in Liestal werden heute Samstag rund 3’000 Teilnehmende erwartet. Wie «Blick» berichtet, hätten diese bereits im Vorfeld angekündigt, die Maskenpflicht ignorieren zu wollen.

Laut der Zeitung bietet so beispielsweise ein Zürcher Car-Unternehmen in der Telegram-Gruppe «Mitfahrgelegenheit Liestal» einen Bringservice ab Andelfingen ZH und Winterthur ZH an. Zum Preis vom je 40 Franken bei 30 Personen, je 30 Franken bei 40 Personen. Darunter heisst es unter anderem: «Dies gilt als Pilotprojekt für kommende Reisen an verschiedene Events und Demos in der ganzen Schweiz».

Unternehmen bestreitet Fahrt

Auf eine Anfrage, ob man auch ohne Masken reisen könne, antwortet das Car-Unternehmen laut Bericht: «Ja, wir reisen ohne Maske, das heisst, jeder so, wie er möchte». Keine Maske zu tragen wäre aber eine klare Missachtung des Gesetzes: Passagiere müssen mit einer Busse von 100 Franken rechnen und dem Unternehmen würde eine Anzeige drohen.

Die Zeitung schreibt, ihr läge die betreffende Mail zwischen Anfrage und Unternehmen vor. Von Seiten der Geschäftsleitung heisst es auf Anfrage von «Blick» aber, es gebe weder eine organisierte Fahrt nach Liestal, noch stamme der Aufruf auf Telegram oder die Mail von der Firma. «Wir fahren nicht. Punkt», so der Kommentar.

Protestvideo kursiert in sozialen Medien

Die Kundgebung der Corona-Skeptiker wurde von der Polizei bewilligt. Diese wird aber darauf achten, dass Schutzmassnahmen wie die Maskenpflicht vor Ort eingehalten werden.

Ob dies der Fall sein wird, ist im Vorfeld fraglich. Zurzeit kursiert in den sozialen Medien ein Video, in dem zur Kundgebung in Liestal aufgerufen wird – und in dem sich Menschen demonstrativ die Maske vom Gesicht reissen.

Geplanter Ablauf der Kundgebung

Die Teilnehmer der Grossdemo wollen sich am Samstag um 13 Uhr beim Emma-Herwegh-Platz vor der Kantonsbibliothek versammeln. Dort sollen die Gastredner auftreten. Weiter geplant ist ein Demonstrationszug durch Liestal ab 14 Uhr.

Vor Ort könnte es auch zu Konflikten kommen. Gemäss der «Basler Zeitung» haben linke Gruppierungen zu einer Gegendemonstration aufgerufen.

Die Organisatoren der Corona-Skeptiker-Kundgebung planen einen friedlichen Ablauf ihrer Demo. Dies betont der Verein «Stiller Protest», der zur Kundgebung aufruft.

Zürcher Polizei unterstützt Baselbieter Kollegen in Liestal

Angesichts des erwarteten Grossaufmarsches der Corona-Skeptiker am Samstag in Liestal rüstet sich die Polizei mit einem Grossaufgebot.

Die Baselbieter Polizei wird die Situation im Auge behalten. «Wir werden mit einem Dialogteam vor Ort sein und versuchen, deeskalierend auf die Demo-Teilnehmer einzuwirken», sagt Polizeisprecher Roland Walter gegenüber «Prime News». Das Dialogteam werde von der Stadtpolizei Zürich unterstützt. «Andernfalls wären wir zu wenig Leute», erklärt Roland Walter.

Ansonsten wurden aber keine Einsatzkräfte aus anderen Kantonen aufgeboten, wie die Baselbieter Polizei mitteilt.

Umstrittene Gruppe «Mass-voll!» ebenfalls in Liestal

Für die Demonstration am Samstag in Liestal hat auch die umstrittene Gruppierung «Mass-voll!» ihre Teilnahme angekündigt. Ihr Co-Präsident Nicolas A. Rimoldi sagte gegenüber der «Basler Zeitung»: «Wir sind keine Corona-Skeptiker, sondern Kritiker von Massnahmen, die nicht mehr tragbar sind».

Jedoch gab es in den letzten Wochen viel Kritik an den Mitgliedern des Kerns der Gruppierung. Denn diese sollen in den sozialen Medien radikale Ansichten und Verschwörungstheorien verbreitet haben.

Verein «Stiller Protest» ruft zu Grossdemo in Liestal auf

Wird Liestal zum Schauplatz der grössten Corona-Skeptiker-Kundgebung der Schweiz? Wenn man den Aufruf des Vereins «Stiller Protest» liest, könnte das durchaus Realität werden. Dieser ruft für Samstag, 20. März 2021, zur Grosskundgebung gegen die Corona-Massnahmen des Bundes auf. «Knacken wir die 10’000er-Marke?», fragt der Verein auf Instagram.

Die Organisatoren der Kundgebung planen neben diversen Reden auch eine Aktion, mit der man für «Hühnerhaut» sorgen will. Teilnehmer der Aktion sollen als anonyme Personen in weissen Schutzanzügen eine Choreografie veranstalten, schreibt der Verein auf seiner Website. Die ganze Kundgebung soll als friedlicher Protest stattfinden.

Die Baselbieter Polizei hat die Kundgebung der Corona-Skeptiker bewilligt und rechnet mit einem friedlichen Ablauf. «Der Schwerpunkt unserer Arbeit wird auf Dialog und Deeskalation liegen. Wir wollen, dass die Kundgebung friedlich und ruhig verläuft», sagt Polizeisprecher Roland Walter gegenüber dem «Blick».

Die Polizei werde aber darauf achten, dass die Maskenpflicht eingehalten werde. Sie rechnet zurzeit mit rund 3’000 Teilnehmenden. Und der möglichen Dimension des Anlasses ist man sich bei der Polizei bewusst: «Eine Demonstration dieser Grösse gab es seit Jahren nicht», so Sprecher Roland Walter weiter.

Mehrere hundert Personen demonstrierten am 20. Februar 2021 an einer Kundgebung des Vereins «Stiller Protest» in Wohlen AG. (Bild: Keystone)

10 Kommentare

  1. Ich hoffe dass die BL Polizei bei meinem nächsten Regelverstoss auf der Strasse, auch nur die Leuchtschrift auf dem Polizeifahrzeug einschaltet:»Bitte halten Sie sich an die Regeln!»
    aber das bleibt wohl ein Wunschtraum.Report

  2. @fredi
    ja ich verstehe Sie.Mich nervt es auch,dass diese Demonstranten zu Tausenden ohne Maske sind und riskieren, einander anzustecken und möglicherweise dann ein weiteres Mal unsere Fallzahlen in die Höhe schnellen.Und was ich überhaupt nicht verstehe,die Leute demonstrieren gegen Massnahmen,riskieren aber mit ihrem Verhalten,dass noch später gelockert werden kann.Die Frage mit der Polizei beim Eingreifen;wenn halt so viele Leute vor Ort sind,ist halt schon die Frage,wie die Polizei eingreifen kann und ob die Situation dann nicht eskaliert.Und da wir ja nicht in einer Diktatur leben,obwohl es ja die Anti Corona Demonstarnten dauernd behaupten,benehmen sich unsere Polizisten nicht wie in einer Diktatur..Report

  3. Warum um Gottes Willen wurde diese Idioten ein Bewilligung gegeben? Wegen die sind die Massnahmen verlängert. Und alle, die sich daran halten sind die Dumme.Report

  4. Dieser Anlass ist eine Form von Unrecht die mir zusetzt. Ich als Fasnächtler und FCB verzichte mit Einsicht auf vieles was mir lieb und wichtig ist. Diese Leute treten die Schutzmassnahmen mit Füssen. Die Polizei redet von Erfolg weil es zu wenig Verletzung kam. Ca 5000 Menschen haben strafbare Handlungen begangen die die Gesundheit von vielen dadurch gefährdet. Wenn sich dagegen bei ein Beizer während des Verkauf seiner Getränke und Essen auf der Strasse eine Traubenbildung ergibt, ist das dann oft ein eingreifen der Polizei wert!
    Was lernen wir? Einfach die Treffen Politisch oder Religiös deklarieren, dann habt ihr einen Freipass der übers Gesetz erhebt.
    Das BL machte sich Schweizweit wieder mal zur Lachnummer. BravoReport

  5. welle tschamauch hett denn die demo bewilligt??? eifach nur kopfschüttel… warte mer halt no bis im herbst mit lockerige. danke an alli aluhüet do uss…Report

  6. Iiebe Demonstranten
    Ihr könnt weiterhin Weekend für Weekend irgendwo gegen die Massnahmen demonstrieren gehen,bitte aber nicht in Basel.Aber wegen euch werden die Massnahmen nicht gelockert,s gestriger Bundesratentscheid.Und wenn ihr und andere sich nicht an die Massnahmen haltendie ,die Fallzahlen weitersteigen,wird es einfach noch länger dauern,bis die nächsten Lockerungen kommen.Habt ihr dies nach 1 Jahr Pandemie noch immer nicht begriffen?Report

  7. Dem Carunternehmer die Lizenz entziehen, Bus verschrotten und in Liestal Wasser- und notfalls Tränengas einsetzen. Verhaften und büssen. Wegen solchen Idioten geht es nämlich nur länger, vermutlich bestenfalls wohl Sommer 2022. Denn auch Impfungen kommen auch nicht vorwärts.Report

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