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Der Telebasel Newsbeitrag vom 19. März 2021.
International

Klimajugend fordert mit Sitzstreik mehr Ehrgeiz in der Umweltpolitik

In mehreren Schweizer Städten haben Klimaaktivistinnen und -aktivisten am Freitag mit Sitzstreiks für ehrgeizigere Ziele beim Klimaschutz demonstriert.

Lange war es ruhig am Freitag. Den Höhepunkt ihrer Präsenz verzeichnete die Klimajugend im Jahr 2019 als regelmässig an Freitagen gestreikt wurde. So machte die junge Bevölkerung auf den Klimawandel aufmerksam.

Die monatlichen Kundgebungen, bekannt als Fridays for Future, wurden weniger. Die Coronapandemie sorgte zudem dafür, dass es weniger Kundgebungen fürs Klima gab. Am Freitag 19.03. gab es jedoch ein weltweites Comeback.

Sitzstreik in Basel

Trotz weltweiter Pandemie bleibe die Entwicklung des Klima weiterhin ein drastisches Problem. Aus diesem Grund fanden am Freitag weltweit Aktionen statt um für das Klima zu streiken.In Basel kam es zwischen Münsterplatz bis zur Schifflände zu einem Sitzstreik.

Die Klimajugend will weiterhin auf die Umwelt und deren Probleme aufmerksam machen. «Momentan planen wir vor allem ein Projekt, das Strikes for Future heisst. Das ist eigentlich ein langfristiger Prozess, der in der Bevölkerung stattfinden soll. Dort geht es darum, dass möglichst viele Menschen zusammen für das Klima und die Klimagerechtigkeit aktiv werden aber auch für soziale Themen.», so der Klimaaktivistin Maret Gentinetta.

Streiken allein will man künftig also nicht. «Es ist einfach so, dass die Jugendlichen mit Streiks die Welt nicht bewegen können. Es ist auch nicht unsere Aufgabe es ist auch nicht nur unsere Verantwortung», so die Aktivistin am Freitag zu Telebasel.

Demo in Bern aufgelöst

In Bern musste die Polizei intervenieren, weil mehr als die bewilligten 15 Personen anwesend waren. Die Aktion auf dem Waisenhausplatz in der Berner Altstadt war von den Behörden zugelassen worden – aber nur für maximal 15 Personen. So viele Menschen dürfen sich derzeit in der Schweiz im Freien treffen.

Die Polizei forderte die Aktivistinnen und Aktivisten deshalb bereits kurz nach Beginn der Veranstaltung auf, den Versammlungsort zu verlassen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort berichtete. Viele der 200 bis 300 Demonstrierenden hätten sich dann in kleinere Gruppen auf dem Waisenhausplatz aufgeteilt.

Trotzdem führte die Polizei Personenkontrollen durch und nahm die Personalien der Demonstrierenden auf. Dies stiess nicht bei allen Anwesenden auf Verständnis: Sie hielten ja die Abstände ein und trügen Masken, kritisierte eine Aktivistin.

Aktionen in 20 Städten

Auch in St. Gallen versammelten sich weit mehr als die vom Bund erlaubten 15 Personen: Nach Angaben eines Keystone-SDA-Reporters vor Ort kamen in der Marktgasse in der Innenstadt rund 100 Aktivistinnen und Aktivisten zusammen.

Aus Rücksicht auf die Corona-Vorschriften verzichteten die Organisatoren jedoch auf einen grossen Demonstrationszug, die Protestierenden bildeten stattdessen dezentrale Sitzstreiks. Ähnliche Aktionen waren in rund zwanzig Schweizer Städten geplant. Einige sollten bereits am Morgen beginnen, andere waren für den Nachmittag angesetzt.

Netto null bis 2030

Der internationale Streiktag am Freitag steht weltweit unter dem Motto #NoMoreEmptyPromises (keine leeren Versprechen mehr), wie die Organisation Klimastreik Schweiz mitteilte. Denn trotz anhaltender Proteste falle die bisherige Bilanz «trübe» aus. Auch in der Schweizer Klimapolitik werde viel zu wenig gemacht.

In der neuen Klimastrategie des Bundesrats hat sich die Landesregierung das Ziel gesetzt, die Schweiz bis 2050 in die Klimaneutralität zu führen. Das ist den Aktivistinnen zu wenig ambitiös. Die Klimastreikbewegung strebt an, dass die Schweiz bis 2030 klimaneutral wird, also netto null CO2-Emissionen produziert.

Anfang Jahr hatte die Klimastreikbewegung deshalb einen 377-seitigen Aktionsplan vorgestellt, der aufzeigen soll, wie das Ziel von netto null Treibhausgasemissionen bis 2030 zu erreichen ist. Die Protestierenden fordern gleichzeitig einen «grundlegenden Wandel» hin zu einer «ökologischen und sozialen Gesellschaft».

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