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Der Telebasel Newsbeitrag vom 19. März 2021.
Basel

GLP will Mediengutschein für die Jugend

Ein GLP-Grossrat will, dass die Basler Jugend Mediengutscheine bekommt. Damit will er zwei Probleme auf einen Streich lösen.

Für den GLP-Grossrat Johannes Sieber ist klar, dass etwas geschehen muss. Denn: Während die regionalen Medien mehr und mehr unter Druck geraten, informieren sich Jugendliche immer weniger über die traditionellen Medien, so der Grossrat. Deswegen hat Sieber einen Vorstoss im Basler Grossen Rat eingereicht. Die Vision Siebers ist ein Mediengutscheinsystem für regionale Medien. «Für junge Leute ist eine Paywall sicher eine Hürde», sagt Sieber. Umso wichtiger sei es, dass man die jungen Menschen schon früh dahin führe – und dass die Jungen realisieren, dass sich hinter dieser Bezahlschranke etwas spannendes verbirgt. Die Basler Regierung soll nun prüfen, ob das möglich ist.

Durch die finanzielle Hürde bei den regionalen Nachrichten werde auch die politische Partizipation von kommenden Generationen gefährdet. Wer nicht weiss, was in der Region passiert, kann sich auch nur schwer politisch engagieren. Doch mit dem Gutscheinen könnten auch die regionalen Medien finanziell unterstützt werden. Mit dem Wegbrechen von Werbeeinnahmen geraten diese mehr und mehr unter Druck. Mit den Gutscheinen, so die Idee Siebers, könnte man die regionalen Medien weiter unterstützen und, zumindest teilweise, deren Fortbestehen sichern. Bei der Basler Zeitung ist man gespannt, was nun passiert.

Skepsis um Gratis-Abo

Chefredakteur Marcel Rohr sagt: «Als Geschäftsmann würde ich die Idee unterstützen.» Doch der Journalist ist skeptisch, ob ein Gratis-Abo reicht, um die Jungen zum Medienkonsum zu animieren. Innerhalb der Branche sei es das Thema. «Wir müssen so den Anreiz schaffen, dass die Jungen uns lesen wollen», sagt Rohr. Zu lange aber habe man gerade diese Gruppe vernachlässigt. Nun kämpft man wieder um die Jugend, aber: «Das ist ein Prozess, der innerhalb der Branche stattfinden muss.» Bei der Basler Zeitung versucht man bei politischen Themen beispielsweise das Geschäft aus der Perspektive der Betroffenen zu erzählen – nicht aus der politischen Perspektive.

Der Gedanke dahinter: Die Lesenden sollen nicht mit trockenen, theoretischen Texten abgeschreckt werden, sondern verstehen können, warum das Thema wichtig ist. «Die Inhalte müssen lebendiger erzählt werden», sagt Roher. Videos oder Podcasts gewinnen ebenfalls an Wichtigkeit im Medienwandel, um neue Zielgruppen zu erreichen. «Dass der Medienwandel ein Thema ist, finde ich aber gut», sagt der Chefredakteur. Rohr blickt gespannt auf die Antwort der Basler Regierung: «Vielleicht kommen jetzt noch andere und praktischere Vorschläge.»

2 Kommentare

  1. Gerade in der Zeit von Smartphones und unbegrenzten Internetabos sind paywalls bei Medienseiten fehl am Platz. Wenn eine Information gefunden wird, sich aber (nach ein paar Zeilen) hinter einem zahlungspflichtigen Banner verstecken, dann ist das Interesse für diese Information zu bezahlen sehr schnell verflogen. Lieber geht man nochmals auf Google, sucht sich erneut die Info und erhält diese kostenlos von einer anderen Quelle. Medienschaffende sind sich dessen wohl nicht bewusst, und ein kostenloses Abo hilft gar nicht. Wenn die Information oder der Bericht, den man gesucht hat nicht ohne Anmeldung, Bezahlung oder Hürde schnell aufgerufen oder gelesen werden kann, ist er für 99% der potentiellen Leser uninteressant und irrelevant. Denkt darüber nach.Report

  2. Ach was, so ein Steuergeld-finanziertes «Gratis»-Abo für die eigene Zeitung würde also der Herr BaZ-Chefredakteur eine feine Idee finden? Und die BaZ soll der Jugend dann vermitteln, was in der lokalen Politik grad wichtig ist? Ausgerechnet die Zeitung, die bei jeder Gelegenheit die Fridays for Future Demonstrationen lächerlich macht und von den Jungen fordert, sie sollten mal besser in die Schule gehen statt sich politisch zu betätigen. Ich kann nur sagen, der Vorschlag ist besserwisserisch, hilflos und ein klassisches EigentorReport

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