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Der Telebasel Talk vom 16. März 2021.
Basel

Streit um Corona-Bonus für das Basler Pflegepersonal

Das Basler Pflegepersonal soll einen Corona-Bonus für seinen Einsatz erhalten. So will es die Gesundheitskommission. Aber die SVP macht Front dagegen.

Es war ein beliebter Witz in den sozialen Medien: Man könnte doch den neuen Kampfjet mit der neuen Schweizer Währung finanzieren – mit etwas Applaus von den Balkonen. So wie wir das gestresste Pflegepersonal für seinen Corona-Einsatz belohnten.

Die Basler Kommission für Gesundheit und Soziales wollte konkrete Taten sehen: ein Corona-Bonus, laut der damaligen Präsidentin Sarah Wyss in Form eines 14. Monatslohns solle es für das Pflegepersonal geben. Dafür sprechen sich fast alle Fraktionen aus. Aber die SVP ist gegen die Motion.

Entschieden wird am kommenden Mittwoch, 17. März 2021, im Grossen Rat. Der Bonus soll von den jeweiligen Arbeitgebern, etwa den Spitälern, gesprochen und vom Kanton Basel-Stadt refinanziert werden. Die Regierung soll einen entsprechenden Vorschlag ausarbeiten.

Extraschichten, Überstunden, Feriensperren usw.

Dem Vernehmen nach gab es in der Kommission heftige Diskussionen. Am Ende einigte sie sich auf diesen Text: «Die Mitarbeitenden in den Institutionen der Gesundheitsversorgung zeigen einen enormen Einsatz, um die Gesundheitsversorgung derzeit aufrecht zu erhalten. Sie leisten Ausserordentliches, die Belastung ist sehr hoch (Extraschichten, Überstunden, Exponierung gegenüber dem Virus, Personalverleih, Nichtbezug von Ferien etc.) Die Motionärinnen und Motionäre möchten für diese ausserordentliche Leistung seitens Politik ein klares Signal und eine Wertschätzung an die Mitarbeitenden senden und einen Corona-Bonus ermöglichen, auch in jenen Fällen, in denen die jeweiligen Leistungserbringer als Arbeitgeber dazu nicht in der Lage sind».

Mehrkosten für Spitäler und Pflegeheime

Die damalige Kommissionspräsidentin und heutige Nationalrätin Sarah Wyss trieb das Geschäft voran und erwirkte in der Kommission den Kompromiss mit dem Bonus. Mitte Januar sprach der Basler Grosse Rat 108 Millionen Franken als Hilfskredit zur Abgeltung der pandemiebedingten Zusatz- und Mehrkosten von Spitälern und Pflegeheimen. Dieser Hilfskredit sollte auch den Corona-Bonus für das Pflegepersonal enthalten.

Die Frage wurde damals ausgeklammert, um das Gesamtgeschäft nicht zu verzögern. SVP-Grossrat David Trachsel ist Fraktionssprecher und vertritt am Mittwoch die ablehnende Haltung seiner Partei.

Am Dienstag, 16. März 2021, diskutieren ab 18:45 über das Thema: Alt SP-Grossrätin Sarah Wyss und SVP-Grossrat David Trachsel. 

2 Kommentare

  1. Statt den Àrzten (je nach Funktion aber immer hoch) zwischen 250.000 bis nirgendwo (kein Vergleich in nächster Europa Umgebung) im Monat zu zahlen, sollten vielleicht auch einmal «diese» ein Zeichen der Solidarität zeigen und einen Lohnverzicht eingestehen.

    Damit könnte man die Kosten auf dem jetzigen Niveau halten und die Summe an die *Front» verteilen sprich dem Pflegepersonal. Die haben kein durch die Steuerzahler subventioniertes Studium erhalten, sind aber genau, wenn vielleicht noch wichtiger im Gesundheitswesen.

    Aber von Seiten der Ärzte nimmt man eigentlich nur das «Schweigen im Walde* wahr.

    Jeder ist sich halt immer noch am nächsten.Report

  2. Besser als ein Applaus ist dieser Bonus allemal, aber sollten wir uns auch fragen, ob diese Arbeit und die vorausgesetzte Einsatzbereitschaft uns generell mehr Wert sein sollte und wir unser Pflegepersonal besser bezahlen sollten?Report

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