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Der Telebasel News Beitrag vom 15. März 2021.
Basel

SexarbeiterInnen sollen besser unterstützt werden

Zu wenig finanzielle Hilfe zwingt viele Prostituierte dazu, illegal weiter anzuschaffen.

Die Lage der SexdienstleisterInnen in Basel sei prekär, meint SP-Grossrätin Jessica Brandenburger. Sie hat deshalb eine Interpellation mit verschiedenen Fragen an den Regierungsrat eingereicht. Sie will wissen, ob die SexarbeiterInnen nicht besser unterstützt werden können.

Grundsätzlich ist die Prostitution in der Schweiz auch in diesen Tagen erlaubt. Für den Bundesrat ist die Sexarbeit eine Dienstleistung wie andere auch. Einige Kantone gehen aber weiter als die Landesregierung. Der Kanton Basel-Stadt ist einer von sechs Kantonen, welche sexuelle Dienstleistungen wegen Corona ganz verboten hat.

Trotzdem seien viele weiterhin am Anschaffen, denn sie würden zu wenig finanziell unterstützt und seien auf das Geld angewiesen. So wisse sie von Frauen, welche kein Geld von der Dreidrittel-Mietzinshilfe erhalten hätten. Dies weil sie ihren Service in der eigenen Wohnung anbieten und die Behörden die Räumlichkeiten deshalb als Wohnraum und nicht als Arbeitsraum eingestuft hätten.

Probleme in allen Kantonen mit Verbot

Ähnliche Beobachtungen aus den Kantonen mit Prostitutionsverbot meldet am Montag das Prostituierten-Kollektiv ProCoRe. Zwar hätten Sexarbeitende mit einem legalen Aufenthaltsstatus, welche Sozialversicherungsabgaben bezahlen, unter Umständen Anspruch auf Unterstützung. Dies funktioniere aber kaum. Oft gebe es sprachliche Verständigungsprobleme oder die Betroffenen wüssten nicht, wo sie sich informieren könnten. Dann würden die AnbieterInnen nur selten Quittungen für ihre Dienstleistungen erhalten. Angestellte hätten eigentlich ein Anrecht auf Kurzarbeitsentschädigung. Oft weigerten sich die ArbeitgeberInnen die betreffenden Anträge zu stellen oder würden dies zwar tun, das Geld dann aber für sich behalten.

Viele Prostituierte bieten ihre Dienste deshalb weiter an. Durch die spezielle Situation setzten sie sich aber weiteren Gefahren aus. Laut ProCoRe seien es vorwiegend risikofreudige Kunden, welche trotz Verbot eine solche Dienstleistung in Anspruch nehmen. Diese Kunden seien eher dazu bereit Grenzen zu überschreiten. Dies fange bei der Ablehnung eines Präservativs an und gehe bis zu Erpressung und Gewalt.

Dies habe gesundheitliche Folgen. In einer Fachstelle im Kanton Zürich sei Anfang Februar ein Referenztest auf Geschlechtskrankheiten durchgeführt worden. Dabei sei festgestellt worden, dass die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten unter den Sexarbeitenden von durchschnittlich 20 Prozent auf 57 Prozent gestiegen war.

Grosser Beratungsbedarf in Basel

Im Vergleich zu vor Corona habe sich die Zahl der Beratungen bei der Beratungsstelle für Frauen im Sexgewerbe Aliena um 60 Prozent erhöht, schreibt Leiterin Viky Eberhard auf Anfrage. Dabei ginge es vor allem um die Themen Existenzsicherung, Schulden, Gesetzeslage, Corona-Tests, Ausstieg und Arbeitssuche, sowie psychische Belastungen.

Zudem bestätigt auch Viky Eberhard, dass manche Prostituierte weiter tätig sind: «Sie haben oft keine Perspektive, anders Geld zu verdienen.» Aber es gebe auch einige SexarbeiterInnen, die finanzielle Hilfe erhalten hätten. Einige bekämen Erwerbsersatzentschädigung andere eine Mietzinsreduktion.

Für Jessica Brandenburger sei klar, dass solche Institutionen wie Aliena am nächsten an den Frauen dran sind. Einer ihrer Vorschläge an die Regierung sieht darum vor, dass Härtefälle über eine solche Institution erkannt werden und dann via diese Einrichtung mit einem finanziellen Beitrag versorgt werden.

2 Kommentare

  1. Besser unterstützen? Sie sollten allen Frauen auf dem Straße verbieten zum arbeiten, und allen in einem Bar die das möglich ist,so sind wir allen auch unterstützen und die Gäste kommen wieder uns besuchen.
    Seit die Frauen Prostituierte auf dem Straße,es hatte viel lokal kaputt gemacht, und die Stadt Basel schauen sie sich für uns nicht, leider.
    Ich wünsche das Sie einen Lösung finden für uns allen, weil das Geld verdienen nur die Frau die nur Zimmer haben und keine betrieben mit Mitarbeitern usw,und wir müssen alle Sozialleistungen und Versicherungen und natürlich MwSt, Steuern, Hoher Miete und viel mehr, wenn es so weiter läuft, können wir nicht mehr das alles leisten.
    LG Frau QuarantaReport

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