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Der Telebasel Newsbeitrag vom 16. März 2021.
Basel

Feldbergstrasse soll zur 30er-Zone werden

Auf der Feldbergstrasse im Kleinbasel soll Tempo 30 eingeführt werden. Dies zur Verbesserung der Lebensqualität der Anwohnenden, so die Behörden.

Auf der Feldbergstrasse in Basel soll Tempo 30 eingeführt werden. Ziel dieser Massnahme ist es, die Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner entlang dieser stark befahrenen Hauptverkehrsachse im Kleinbasel zu erhöhen.

Bessere Luft und weniger Lärm

Von der Senkung der Höchstgeschwindigkeit von heute 50 auf künftig 30 km/h versprechen sich die Behörden eine bessere Luft und weniger Lärm. Allein die Stickoxid-Belastung soll durch die Temporeduktion um zehn Prozent gesenkt werden, wie das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) am Montag mitteilte.

Die Feldbergstrasse gehört nach Angaben des BVD mit täglich 12’000 bis 13’000 Fahrzeugen zu den meistbefahrenen städtischen Strassen der Schweiz. Messungen haben ergeben, dass an dieser Strasse die Stickstoff-Immissionen deutlich über dem erlaubten Grenzwert liegen. Auch bei der Lärmbelastung werden die Grenzwerte überschritten, teilweise gar die Alarmwerte.

2’800 Anwohner sollen profitieren

Eine Überschreitung der Lärm-Alarmwerte soll es nach der Einführung von Tempo 30 nicht mehr geben. Von den positiven Auswirkungen der Massnahme können laut BVD rund 2’800 Anwohnerinnen und Anwohner profitieren.

Wegen der Temporeduktion verlängert sich die Fahrzeit durch die Feldbergstrasse nach Berechnungen der Behörden für Autofahrende um knapp 20 Sekunden, was nicht zu Ausweichverkehr in andere Quartiere führen sollte. Auch die Verlängerung der Fahrzeit für die BVB-Busse um rund 10 Sekunden solle sich nicht negativ auswirken, zumal sich der Verkehrsfluss durch Tempo 30 verstetigen sollte.

Eingeführt werden soll Tempo 30 auf der Feldbergstrasse zwischen Johanniterbrücke und Riehenring im kommenden Sommer. Am Mittwoch wird die Massnahme im Kantonsblatt publiziert.

Fronten sind gezogen

Kontraproduktiv findet das zum Beispiel Laetitia Block von der SVP: «Die Autos werden dadurch ja nicht weniger, sondern sie werden mehr gestaut. Wir haben an der Feldbergstrasse viele Ampeln, wir haben sehr viel «Stop and Go», das Anfahren ist das Lauteste bei einem Auto, es wird also nicht besser.»
Die Gegner von Tempo 30 in der Feldbergstrasse befürchten dazu, dass die Autos auf andere Strassen ausweichen und sich das Problem nur verlagert. An anderen Orten sei diese Angst nicht eingetroffen, sagt Florian Schreier vom VCS: «In der Schweiz gibt es noch kein Beispiel, wo man zeigen konnte, dass eine Tempo 30 Zone auf einer Hauptachse, wie hier, zu mehr Verkehr in den Quartieren geführt hat. Das hat man einfach noch nie beobachtet, also wird es hier auch nicht so sein.»

Dass sich der Lärm und die Luftsituation verbessern muss, da sind sich alle einig, bessere Fenster ist ein Vorschlag. Weiter Möglichkeiten stehen im Raum.
«Der Lärm, da ist es klar, der Flüsterbelag, der hilft am meisten und das zweite Währe, ganz schnell machen mit dem Westring, also dass man dann wirklich die Umfahrungsstrasse hat, dass man dann die Entlastung hier hinkriegt» sagt Christophe Haller vom TCS Basel.

Tempo 30: Wenig Aufwand, aber viel Ertrag, findet der VCS und steht darum hinter dem Vorschlag vom Regierungsrat. Anders als bei den Fenstern und dem Flüsterbelag sind keine Investitionen vom Kanton möglich. Die Anwohner haben jetzt noch die Möglichkeit einen Rekurs einzureichen. Wenn das nicht der Fall ist, fahren wir bereits im Sommer mit 30 km/h die Feldbergstrasse hinunter.

2 Kommentare

  1. Unheilbarer Irrsinn. Da werden sich Bus, Post, Geschäftsautos etc. freuen. Und in 10 Jahren werden wir wieder Pferdekutschen haben. Funny…..Report

  2. Macht doch die ganze Stadt zur 30iger Zone – definierte Schnell- und Ringstrassen ausgenommen – und so lebt es sich einfacher. Und weniger Tote von FussgängerInnen und VelofahrerInnen als Bonus.Report

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