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Der Telebasel News Beitrag vom 14. März 2021.
Region

Diese Bilder gehen in die Geschichte ein

Als vor einem Jahr die Grenzen schlossen, zog es bald Liebende an den Grenzzaun. Der Fotograf Roland Schmid hat das festgehalten und wird jetzt dafür geehrt.

Wir treffen den Fotografen Roland Schmid am Grenzübergang in Riehen. Dieser war vom 16. März bis am 15. Juni 2020 geschlossen, es herrschte Ausnahmezustand. Berührend und faszinierend für den Fotojournalisten, den es auch sonst in Krisengebiete zieht: «Als die Krise losging dachte ich: Gut, nun ist mal eine Krise bei uns», so Schmid.

Er sei in der Region Basel und auch in Kreuzlingen mehrmals der Grenze entlangspaziert. Fotografiert hat er die Menschen, die sich an der Grenze trafen:

Entstanden ist eine Serie – mal lustig, mal melancholisch. Pärchen, Familien, Freunde. Hinter jedem Foto steht ein Schicksal von Menschen, die durch die Grenze getrennt wurden.

Schmid erzählt von Sabrina aus Therwil: «Sie lag auf einer Decke unter einem Apfelbaum auf der Schweizer Seite und auf der deutschen Seite, auf derselben Decke, lag ihr Freund. Darüber verlief das Band, das die Grenze anzeigt. Der Mann ist vier Stunden angereist – ich glaube, aus Wiesbaden – um seine Freundin an der Grenze zu treffen.»

Bilder für die Geschichtsbücher

Der Fotograf ist sich bewusst, dass die Bilder als Zeitdokument in die Geschichte eingehen werden. Man werde sie in den nächsten Jahren noch oft sehen. Das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg habe die Schweiz die Grenzen geschlossen.

Im In- und Ausland wurden die Bilder abgedruckt. Die Krönung: Letzten Mittwoch wurde der Basler Fotograf von World Press Photo für die Kategorie «General News» nominiert. «Ich bin sehr froh darüber. Ich meine, das ist wie der Oscar des Fotojournalismus. Da habe ich eine riesige Freude», so der Basler Fotograf.

Es ist seine erste Nomination für den Preis und darum ein Highlight – egal, ob er dann an der Online-Award-Show am 15. April eine Auszeichnung ergattern wird oder nicht.

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