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Der Telebasel News Beitrag vom 12. März 2021.
Basel

Parkplatzabbau beim Hörnli soll an die Urne kommen

Der Grosse Rat will dem grössten Friedhof der Schweiz Parkplätze streichen. Nun formiert sich ein Referendumskomitee, das gegen den Entscheid kämpfen will.

In der Hörnliallee und angrenzenden Strassen in Riehen sind in den nächsten Jahren umfassende Sanierungsarbeiten geplant. Der Grosse Rat hat dafür am Mittwoch rund 5 Millionen Franken gesprochen. Entgegen dem Wunsch der Regierung und des Gemeinderates von Riehen beschloss das Parlament, dass gleichzeitig 48 Parkplätze vor dem Haupteingang des Friedhofs Hörnli gestrichen werden sollen.

Es folgte damit dem Antrag der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (UVEK). Von den derzeit 162 Parkplätzen im Projektperimeter blieben noch 108 Parkplätze in der Umgebung des Friedhofs erhalten. Gerade die Anzahl Parkplätze in der Nähe des Haupteingangs würde aber stark verkleinert.

Bald sollen Unterschriften gesammelt werden

Im bürgerlich dominierten Riehen sorgt dieser Entscheid bei vielen Politikern für rote Köpfe. SVP-Gemeinderat und Grossrat Felix Wehrli erklärt gegenüber Telebasel, dass sich ein breit abgestütztes Referendumskomitee in der Gründung befindet.

Die Parkplätze seien weit stärker ausgelastet, als es der Bericht der Kommission Glauben mache. Zudem seien die Parkflächen unabdingbar für die vielen Friedhofsbesucher von nah und fern und auch die Anwohner seien auf sie angewiesen. Im Sommer beispielsweise würden auch sehr viele Mieter der nahen Familiengärten hier parkieren.

Parlamentsmehrheit will Bäume statt Autos

Marianne Hazenkamp-von Arx sitzt für die Grünen im Grossen Rat und hat dem Parkplatzabbau zugestimmt. Sie möchte, dass anstelle der Parkplätze Bäume gepflanzt werden. Somit werde die Aufenthaltsqualität besser. Was dem Platz und der nahen Architektur viel gerechter werden würde. Zudem hätte die Politik seit Jahren versprochen, den Platz freundlicher zu gestallten. Wenn der Platz einladender werde, würde auch das nahe Gewerbe profitieren, zeigt sich Hazenkamp überzeugt.

Aber ausgerechnet das lokale Gewerbe scheint keine Freude an diesen Plänen zu haben. Georges Meyer ist Mitinhaber des Blumengeschäfts am Hörnli. Die Parkplätze seien für seinen Betrieb sehr wichtig. Viele Kunden würden dort parkieren, oder eben nicht, wenn mal wieder alle Parkplätze besetzt seien. Dies sei häufig der Fall, etwa bei mehreren gleichzeitigen Beerdigungen oder zur Familiengartensaison im Sommer.

Zudem glaube er den Zahlen nicht, auf welche sich der Grosse Rat bei seinem Entscheid gestützt hat. Im Kommissionsbericht ist die Rede davon, dass die Parkplätze im Durchschnitt nur zu 60 Prozent ausgelastet seien. Daher sei ein Abbau verkraftbar. Meyer seinerseits glaube, dass diese Berechnungen die Massnahmen gegen Corona nicht berücksichtigen. Sobald die Krise überstanden sei, würden wieder viel mehr Leute an den Abdankungen teilnehmen.

Grüne legen Wert auf Gesamtsicht

Marianne Hazenkamp ihrerseits möchte darauf hinweisen, dass die Gesamtsicht wichtig sei. Um den Verkehr zu reduzieren. brauche es auch andere Massnahmen. So müsse etwa die Signalisation im ÖV verbessert werden. Oft wüssten Besucher des Hörnlis nicht, mit welchem Bus sie dorthin gelangen können oder welcher Weg der schnellste ist.

SVP Politiker Felix Wehrli sagt, er sei zuversichtlich, was ein Referendum betrifft. Vor einer Abstimmung habe er keine Angst, er erhoffe sich breite Unterstützung: «Weil auf diesem Friedhof liegen ja nicht nur bürgerliche Leute, auf diesem Friedhof liegen Leute aus allen Bevölkerungsschichten».

4 Kommentare

  1. Was ist mit all den Leuten, die weiter her kommen (Seewen, Dornach, Flüh, Rodersdorf, Gempen ectra)? Haben die etwa das Gefühl, die wollen über 1 Stunde mit dem ÖV fahren wollen, um Ihre Verstorbenen im Hörnli zu besuchen? Das ist doch nicht fair!Report

  2. Also do kann ich nur dr Kopf schüttle. Dr Friedhof sälber bietet scho gnueg Grünflächi. Wo sölle die Lüt, wo vo uswärts kömme bi Abdankige und aschliessendem Restaurant Bsuech parkiere? Es git jo au Lüt, wo im Oberbaselbiet wohne und durch die Situation numme oft uf e Friedhof kömme bi 1.5 Std mit de ÖV’s pro Wäg. Geschweige denn die Invalide, wo lieber zum Friedhof diräkt brocht wärde. Und s Gwärb dört kurppelts sicher nit aa. E stoht und fallt alles mit de Parkplätz. Die Griene, wo uf so Idee kömme, wohne garantiert um e EckeReport

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