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Fokus Corona vom 11. März 2021.
Basel

Kulturbetriebe zu unüberlegten Öffnungen: «Es wäre ein Sterben auf Raten»

Kulturinstitutionen in der Region scharren mit den Hufen. Sobald Öffnungen ihrer Betriebe möglich sind, wollen sie loslegen. Aber nicht um jeden Preis.

Im Februar sorgte der Bundesrat für einen Hoffnungsschimmer in der Kulturbranche. Er stellte Öffnungen in Aussicht. Veranstaltungen könnten ab Ende März gar mit Publikum wieder möglich sein, vorausgesetzt, die epidemiologische Lage lässt dies zu. Gegenüber Telebasel zeigen sich Basler Kulturinstitutionen erfreut über die Pläne des Bundes. Gleichzeitig ihr dringender Apell: «Bitte keine Pauschallösungen».

Differenzierte Obergrenzen

Das Netzwerk Kulturpolitik Basel, dem insgesamt 19 Institutionen aus der Region angehören, verschafft sich geeint Gehör bei Kanton, Task Force und Kanton und kämpft für seine Anliegen. In einer Medienmitteilung begrüssen die Institutionen die geplanten Öffnungsschritte des Bundes. Diese seien aber mit Vorsicht zu geniessen.

«Wir haben Modelle und Schutzkonzepte erarbeitet, unter welchen Umständen eine Öffnung für einzelne Betriebe Sinn macht», so Franziskus Theurillat, Direktor des Sinfonieorchesters Basel im Interview. «Unser Hauptanliegen ist, dass es keine Pauschallösungen gibt. Dass nicht einfach pauschal 50 Personen bei Veranstaltungen erlaubt werden, sondern, dass Aspekte, wie Fläche, Raumvolumen oder Lüftungen mitberücksichtigt werden», so Theurillat.

Ausserdem sei die Planungssicherheit über den Sommer hinaus ein zentrales Anliegen des Netzwerkes.

«Es wäre ein Sterben auf Raten»

Vorschnelle Öffnungen seien keineswegs im Sinn der Kulturinstitutionen, sagt auch Alain Schnetz, Präsident des Rockfördervereins RFV Basel. «Wenn man nur eine kleine Anzahl Menschen reinlassen kann, ist dies für viele Betriebe nicht lohnenswert», so Schnetz. Im Fall einer Öffnung könne man nicht mehr auf Kurzarbeit zurückgreifen, das wäre für viele Betriebe ein «Sterben auf Raten».

«Schutzkonzepte sind gut erprobt»

Viele Betriebe haben in den vergangen Monaten Schutzkonzepte entwickelt, die von Frühling bis Herbst 2020 teilweise bereits zum Einsatz kamen. So auch das Theater Basel. «Bei uns herrscht Maskenpflicht und Abstand in den Zuschauerrängen, wir können Contact Tracing gewährleisten und die Schauspieler werden regelmässig getestet. Wir müssen wegkommen von diesen Rasenmäher-Regeln», so Schauspieldirektorin Anja Dirks. Es sei alles bereit für einen Theaterbetrieb zu Pandemie-Zeiten.

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