Featured Video Play Icon
Olivier Schäublin im Interview. (Video: Telebasel)
Basel

Olivier Schäublin: «Wir sind dieser Amateur-Liga gefangen»

Der EHC Basel musste sich zweifach mit dem Abbruch der Saison begnügen. Die Mission Aufstieg und damit die Zukunft des Nachwuchses müssen warten.

Es sind schwierige Zeiten für den EHC Basel. Zweimal wurde die MySports-League abgebrochen. Zweimal wurde die Mission der Basler den Aufstieg zurück in den Profi-Sport endlich zu schaffen abgebrochen. «Wir sind täglich mit der Corona-Krise beschäftigt. Wir schlagen uns durch und es sieht gut aus, dass wir diese Saison gut überleben. Es war eine Meisterleistung, dass wir heute wieder hier stehen», so EHC-Sportchef Olivier Schäublin.

Gefangen bei den Amateuren

Existenzielle Ängste in dem Sinn gab es beim Basler Eishockey-Klub nie. Man wusste anfangs aber nicht, wie sich die Situation aufgrund der Pandemie entwickeln würde. Es kamen viel Fragen aus dem Nichts: «Wie fällt die Reaktion der Sponsoren aus? Wie diejenige der Fans? Was kommt sonst noch auf uns zu, auch wegen der Spieler», so Schäublin.

Trotz der Krise, der Aufstieg in die Zweitklassigkeit ist weiterhin das klare Ziel der Basler. «Wir wollen das schaffen. Wir wollen in die Swiss League», so Schäublin. Denn der EHC Basel war von den Massnahmen des Bundes nur betroffen, weil die MySports-League, die dritthöchste Spielklasse der Schweiz, eine Amateur-Liga ist und keine Profi-Liga. «Das ist der genau der Grund, wieso wir eine Liga höher spielen wollen. Wir sind in dieser Amateur-Liga gefangen. Unser Nachwuchs ist viel zu gross dafür. Wir brauchen einen Leuchtturm. Ein Zugpferd um den Nachwuchs mitzuziehen und um Perspektiven bieten zu können».

Nachwuchs flieht zu den Profis

Besonders im Kampf um den eigenen Nachwuchs steht der EHC Basel unter Zeitdruck. «Uns verlassen jährlich extrem viele Spieler, um in einer höheren Liga zu spielen. Wir können die Jungen nicht in Basel halten», erklärt Schäublin. Auch was die aktuelle erste Mannschaft angeht, muss das Projekt Aufstieg irgendwann zu einem Erfolg kommen. «Unsere Spieler werden nicht jünger. Der Traum vom Aufstieg und auch das Engagement für das Projekt ist da, aber wird nicht mit jedem Jahr frischer. Irgendwann findet er eine oder andere Spieler, dass er lieber was anderes machen würde. Von dem her haben wir auch an dieser Front einen gewissen Druck», so Schäublin weiter.

Im Moment steht sportlich alles noch still beim EHC Basel. Die Mannschaft kann und darf nicht trainieren. Nur auf freiwilliger Basis. Mitte April soll der Kick-Off sein. Anschliessend werde man schauen müssen, wie die Corona-Massnahmen sind um zu trainieren. Ob die Saison erst im September oder Oktober beginnt, spiele am Ende keine grosse Rolle. Die Hoffnung, dass die kommende Saison ein sportliches Ende findet ist zwar da, aber mit klaren Vorbehalten. Schäublin: «Die Angst ist da. Auch die Angst, dass wir vielleicht ohne Zuschauer spielen werden müssen. Das ist auch im Budget vorsichtig eingeplant. Auch Verträge wurden angepasst, für den Fall der Fälle».

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel