Featured Video Play Icon
Mehrere hundert Frauen nehmen aus Anlass des Internationalen Frauentages an einer unbewilligten Demo teil in Basel, am Montag, 8. März 2021. (Video: Keystone)
Basel

Zwei Personen an Anti-Patriarchats-Demo verhaftet

In Basel gab es am Weltfrauentag eine grosse Anti-Patriarchats-Kundgebung. Rund 800 Personen zogen durch die Strassen. Zwei Personen wurden verhaftet.

Rund 800 Frauen und Transgender-Menschen sind am Montagabend mit dem Slogan «Nieder mit dem Patriarchat» auf verschlungenen Wegen durch die Basler Innenstadt gezogen. Die Polizei zeigte deutliche Präsenz, liess den unbewilligten Demonstrationzug aber gewähren.

Zur unbewilligten Kundgebung am Internationalen Frauentag aufgerufen hatte die «Revolutionäre Jugend Basel» und im Nachgang auch die Bewegung «Feministischer Streik». Um 18.00 Uhr, beim Besammlungsort am Theaterplatz, erinnerte die Polizei über Lautsprecher mehrmals daran, dass es sich um eine unbewilligte Kundgebung handle und bei der Störung der öffentlichen Sicherheit eingeschritten werde.

Polizei in Schutzmontur

Dazu kam es bis 20.00 Uhr nicht. Die Polizei liess den Demonstrationszug gewähren, sperrte aber mehrere Strassen mit Aufgeboten in Schutzmontur und Gummigeschosswerfern ab – etwa die Einkaufsmeile Freie Strasse oder die stillgelegte Barmeile Steinenvorstadt. Dies bewegte die Kundgebungsteilnehmerinnen zu mehreren Volten und Umwegen.

Der Demonstrationszug, der von der Verlautbarung antipatriarchalischer und antifaschistischer Parolen bis zur von Musik untermalten Partystimmung hin- und herschwenkte, blieb lange Zeit friedlich. Gegen 20.00 Uhr bewegte er sich auf ungewohntem Kurs am Universitätsspital vorbei in Richtung Petersplatz, dem Hauptsitz der Universität Basel.

Zwei Personen in Gewahrsam

Die Kantonspolizei Basel-Stadt kontrollierte am Montagabend im Umfeld der unbewilligten Demonstration rund dreissig Personen. Dies teilten die Sicherheitskräfte in der Nacht auf Dienstag mit. Zwei Personen seien für genauere Abklärungen auf einen Posten mitgenommen worden, hiess es weiter. Eine Person werde verdächtigt, an Sprayereien entlang der Route beteiligt gewesen zu sein. Der anderen Person drohe eine Anzeige unter anderem wegen Hinderung einer Amtshandlung, hiess es im Communiqué diesbezüglich.

Die Demonstration formierte sich laut den Polizeiangaben gegen 18.00 Uhr auf dem Theaterplatz. Die Teilnehmenden zogen dann zur Heuwaage, von dort zurück zum Barfüsser- sowie zum Marktplatz und via Blumenrain zum Petersplatz. Dort habe sich die Kundgebung gegen 20 Uhr langsam aufgelöst.

Eine Woche zuvor hatte die Polizei mit einer Spontanbewilligung einen Demonstrationszug von FC Basel-Fans durch die Innenstadt gewähren lassen. Vor der abgesagten Basler Fasnacht hatte sie aber eine Demonstration von Kurdinnen und Kurden mit «Mitteleinsatz» aufgelöst.

4 Kommentare

  1. Ich habe auch die Nase von den Demos voll. Will oder soll man in dieser eigentlich schönen Stadt noch leben? (Arbeiten und vor allem Wohnen?) ist echt zum Kotzen. Jeder ID. hat das Gefühl für oder gegen etwas zu demonstrieren. Berechtigt, bewilligt oder nicht. Und die Polente schaut einfach weiterhin nur zu. Versammlungen sin verboten, aber Demos nicht. Was ist nun der Unterschied? Ich überdenken schon länger mein Verbleiben hier.Report

  2. Wäre schön, wenn Telebasel auch Wörter wie Menschen, Teilnehmer*innen, Teilnehmende statt nur «Teilnehmer» benutzen würde bei einem Beitrag über finta/tinf-Menschen. Feminismus hat im Studio wohl wenig verloren.Report

  3. Mich ärgert es mega, Massenansammlungen sind verboten, doch Demos werden immer wieder einfach erlaubt. Auch die unbewilligten. Eine offene Tür für alle. Gehen wir demonstrieren, die Polizei lässt es ja zu, schaut zu, lässt es gewähren. Sie waren ja friedlich. Für was braucht man denn noch eine Bewilligung einholen? Nirgends in de Städt gits so vieli Demos, wie in Basel.Report

  4. Wo sind die schlimmen Patriarchen? Schon vor Jahrzehnten davongelaufen. Dafür alle Männer in metoo-Kriminalisierung baden allenthalben. Wann fällt der wirkliche Sexismustabu? Für jeden Unsinn hat es heutzutage Aufmerksamkeit und Geld. Macht lieber das Männerbüro wieder auf (Kein Aufschrei über die Schließung von den weiblichen Bessermenschen). Für frauenerhebliche Themen arbeiten schon über 400 Menschen in Basel.Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel