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Schweiz

Ausschreitungen in Kolumbien und Mexico am Weltfrauentag

Am Montag findet wieder der Weltfrauentag statt. Alle Ereignisse aus der Schweiz und der Welt lesen Sie hier im Ticker.
Protest und Randale am Weltfrauentag in Lateinamerika
In Buenos Aires hab es eine grosse Demonstration zum Weltfrauentag. (Bild: Keystone)

In mehreren Ländern Lateinamerikas sind am Weltfrauentag Tausende Frauen auf die Strasse gegangen. Oft in Lila – einer traditionell von Frauenbewegungen genutzten Farbe – gekleidet, marschierten sie am Montag in Stadtzentren und Regierungsvierteln vor allem gegen Gewalt gegen Frauen. Mancherorts kam es zu Randalen und Auseinandersetzungen mit der Polizei. In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá etwa wurden Scheiben eingeschlagen und Molotow-Cocktails geworfen, wie auf Videos in sozialen Medien zu sehen war. Besonders grosse Demonstrationen gab es in Santiago de Chile und der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires.

In Mexiko-Stadt demontierten Demonstrantinnen Teile eines Zauns vor dem Präsidentenpalast. Die rund 2000 eingesetzten, unbewaffneten Polizistinnen seien mit Gas, Feuerwerkskörpern und Brandsätzen angegriffen worden, teilte die Polizei mit. Unter den Angreifern seien auch Männer gewesen, die die Demonstrantinnen unterwandert hätten. 62 Polizistinnen und 19 Zivilisten seien verletzt worden, insgesamt zehn Menschen hätten in Krankenhäusern behandelt werden müssen. Der Polizei zufolge nahmen in der mexikanischen Hauptstadt rund 20’000 Menschen an den Protesten teil – nur ein Viertel der Zahl vom Vorjahr, wohl vor allem wegen der Coronavirus-Pandemie.

In Mexico kam es zur Randalen bei den Protesten. (Bild: Keystone)

Der Zaun vor der mehr als 200 Meter breiten Fassade des Präsidentenpalastes, den ein Sprecher des Staatspräsidenten Andrés Manuel López Obrador «Mauer des Friedens» nannte, hatte den ohnehin bestehenden Ärger über den Umgang der Regierung mit Gewalt gegen Frauen noch wachsen lassen. Nachdem der Zaun errichtet worden war, hatten Aktivistinnen am Wochenende kurzerhand darauf Namen ermordeter Frauen geschrieben und ihn mit Blumen geschmückt. In Mexiko werden im Schnitt jeden Tag zehn Frauen ermordet. López Obrador steht unter anderem wegen seiner Unterstützung eines Gouverneurskandidaten, dem mehrere Frauen Vergewaltigung vorwerfen, in der Kritik.

Biden betont am Weltfrauentag Bedeutung von Vorbildern

US-Präsident Joe Biden hat am Weltfrauentag die Bedeutung von Vorbildern für die Chancengleichheit betont. Kleine Mädchen und Jungen müssten wissen, dass sowohl Frauen als auch Männer den Rang des Generals bekleiden könnten – gleiches gelte auf für das Amt des Vizepräsidenten, das mit Kamala Harris erstmals eine Frau innehat. «Es ist schwer, zu sein, was man nicht sehen kann», sagte Biden am Montag.

US-Präsident Joe Biden betonte zum Weltfrauentag die Wichtigkeit von Vorbildern. (Bild: Keystone)

Bei seiner Ansprache im Weissen Haus stellte Biden die Generalinnen Jacqueline Van Ovost und Laura Richardson vor, die er an die Spitze zweier Kommandos der US-Streitkräfte setzen will. Bisher gab es erst eine Frau in einer solchen Position: General Lori Robinson war zwischen 2016 und 2018 Oberbefehlshaberin eines Regionalkommandos. Die Nominierungen müssen vom Senat bestätigt werden.

Biden bekräftigte die erklärte Absicht seiner Regierung, allen voran Verteidigungsminister Lloyd Austin, gegen sexuelle Belästigung und Gewalt gegen Frauen im Militär vorzugehen. «Sexuelle Übergriffe sind immer abscheulich und falsch», sagte Biden.

Zwei Personen an Anti-Patriarchats-Demo verhaftet
An der unbewilligten Demonstration in Basel zum Weltfrauentag wurden am Montagabend zwei Personen verhaftet. (Bild: Keystone)

In Basel gab es am Weltfrauentag eine grosse Anti-Patriarchats-Kundgebung. Rund 800 Personen zogen durch die Strassen. Zwei Personen wurden verhaftet. Alles dazu lesen Sie hier.

Rund 800 Teilnehmerinnen an Anti-Patriarchats-Kundgebung in Basel

Rund 800 Frauen und Transgender-Menschen sind am Montagabend mit dem Sloga «Nieder mit dem Patriarchat» auf verschlungenen Wegen durch die Basler Innenstadt gezogen. Die Polizei zeigte deutliche Präsenz, liess den unbewilligten Demonstrationzug aber gewähren.

Mehrere hundert Frauen nehmen aus Anlass des Internationalen Frauentages an einer unbewilligten Demo teil in Basel, am Montag, 8. März 2021. (Bild: Key)

Zur unbewilligten Kundgebung am Internationalen Frauentag aufgerufen hatte die «Revolutionäre Jugend Basel» und im Nachgang auch die Bewegung «Feministischer Streik». Um 18.00 Uhr, beim Besammlungsort am Theaterplatz, erinnerte die Polizei über Lautsprecher mehrmals daran, dass es sich um eine unbewilligte Kundgebung handle und bei der Störung der öffentlichen Sicherheit eingeschritten werde. Dazu kam es bis 20.00 Uhr nicht.

Mehr dazu hier. 

Zum Weltfrauentag Proteste in Polen gegen verschärftes Abtreibungsrecht

In Polen sind am Internationalen Frauentag viele Menschen auf die Strasse gegangen, um gegen eine Verschärfung des Abtreibungsrechts zu protestieren. In Warschau versammelten sich am Montagnachmittag unter dem Motto «Frauentag ohne Kompromisse» mehrere hundert Menschen an einem Verkehrskreisel im Zentrum der Stadt. Sie trugen Plakate mit Slogans wie «Ihr Körper, ihre Wahl» und «Im Namen der Mutter, der Tochter und der Schwester». Die Polizei kreiste die Demonstranten ein und wies sie mit Lautsprecherdurchsagen darauf hin, dass Demonstrationen wegen der Corona-Pandemie nicht erlaubt seien. Auch in anderen Grossstädten wie Lodz und Poznan gab es Proteste.

«Wir gehorchen nicht» - Tausende demonstrieren am Frauentag in Türkei

Zum Internationalen Frauentag haben in Istanbul Tausende Menschen friedlich für Gleichberechtigung und gegen Gewalt gegen Frauen demonstriert. Begleitet von einem grossen Polizeiaufgebot versammelten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Montagabend unter dem Motto «Feministischer Widerstand überall» im Zentrum auf der europäischen Seite der Stadt. Sie riefen Slogans wie «Wir schweigen nicht, wir haben keine Angst, wir gehorchen nicht» und «Frauen, Leben, Freiheit». Berichte über Festnahmen gab es zunächst nicht.

Die Polizei riegelte bereits im Voraus der Demonstration Strassen rund um den Ort des Protests für Fussgänger und den Verkehr ab, die Metro-Station Taksim wurde mittags geschlossen. Auch in anderen türkischen Städten fanden Proteste statt. Bei Demonstrationen in Zusammenhang mit dem 8. März in den vorangegangenen Tagen war es nach verschiedenen Medienberichten bereits zu Festnahmen gekommen.

Hellgrüne Muschel-Plastik bei Novartis rosa eingefärbt

In einem Vandalen-Akt ist die hellgrüne Muschel-Plastik von Katharina Fritsch an einem Bau des Novartis-Campus St. Johann in Basel in der Nacht auf Montag rosa eingefärbt worden.

Die anonymen Vandalinnen oder Vandalen haben auf den internationalen Frauentag vom Montag hin die fast drei Meter grosse, im Original hellgrüne Skulptur am Novartis-Hochhaus am Elsässenrheinweg mit rosaroter Farbe besprayt. Laut einem Bekennerschreiben solle die Muschel-Plastik im Rahmen des «Frauen-, Inter-, Nonbinär-, Trans-, Agender-Kampftags» ihrer Vulva-Symbolik näher gebracht werden.

Die ursprünglich hellgrüne Muschel-Plastik der deutschen Künstlerin Katharina Fritsch vor dem Bau Asklepios 8 des Novartis Campus wurde von Unbekannten rosarot umgefärbt. (Bild: Key)

Tatsächlich hatte die international renommierte deutsche Künstlerin Katharina Fritsch ursprünglich Rosa als Farbe für ihr Auftragswerk aus dem Jahr 2015 vorgesehen, wie sie 2017 in einem Interview mit der Kunstzeitschrift «Parkett» sagte.

Das sei von der Novartis-Leitung jedoch als «zu erotisch konnotierbar» empfunden worden, sodass sie sich als Künstlerin für ein ihrer Ansicht nach ebenfalls schön aussehendes «Giftgrün» entschieden habe.

Novartis hat den Schaden am Montag festgestellt und erachtet eine Anzeige «als notwendig», wie der Konzern auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Ermittlungen über den Tathergang sowie Abklärungen über die Schadenshöhe seien in Gang.

EDA lanciert App für Frauenrechte neu

Eine kostenlose App rund um die Themen Frauenrechte und Geschlechtergleichstellung ist vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bei der Uno in New York neu lanciert worden. Die kostenlose App ermöglicht einen schnellen und einfachen Zugang zu allen relevanten Uno-Rechtstexten in diesem Zusammenhang.

Anlässlich des Internationalen Frauentages sei die weiterentwickelte Women’s Human Rights App (W’sHR App) in Anwesenheit des Uno-Generalsekretärs und des Präsidenten der Uno-Generalversammlung neu lanciert worden, teilte das EDA am Montag mit.

Die Förderung der Frauenrechte und der Geschlechtergleichstellung seien Prioritäten der schweizerischen Aussenpolitik. Die Schweiz engagiere sich unter anderem für den Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt und Diskriminierung sowie deren wirtschaftliche und politische Stärkung.

Beruf, Armee, Sexualität - mehr Gleichberechtigung notwendig

Sexuelle Gewalt, die Stellung der Frau in Armee und Kirche sowie Benachteiligung bei Steuern und im Beruf – an Themen rund um Gleichberechtigung hat es am Internationale Frauentag in der Schweiz nicht gemangelt. Vor 110 Jahren wurde der Frauentag erstmals begangen – in der Schweiz und drei weiteren europäischen Ländern.

Innenminister Alain Berset erklärte im Kurznachrichtendienst Twitter, dass auch ein halbes Jahrhundert nach Einführung des Frauenstimmrechts die wahre Gleichstellung noch ein uneingelöstes Versprechen sei. Zum internationalen Frauentag freute sich der Bundesrat über Fortschritte und stellte zugleich fest, dass vieles zu tun bleibe.

Neue Kampagne klärt Frauen über ihre Rechte bei Schwangerschaft und Mutterschaft auf

Heute, am Internationalen Frauentag, lanciert die Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern im Kanton Basel-Stadt eine Kampagne gegen Diskriminierung wegen Schwangerschaft und Mutterschaft in der Arbeitswelt. Mit der Webseite «mamaworkrights.ch» macht die Abteilung Gleichstellung Frauen auf ihre Rechte und Möglichkeiten aufmerksam. Die Website finden Sie unter diesem Link: mamaworkrights.ch.

Tausende Frauen gehen in Pakistan zum Weltfrauentag auf die Strasse

In Pakistan sind am Weltfrauentag landesweit Tausende Demonstrantinnen durch die Strassen gezogen. Die als «Aurat-Marsch» bekannten Veranstaltungen seien in den Metropolen wegen der Corona-Pandemie deutlich kleiner ausgefallen als noch vergangenes Jahr, teilten Behörden am Montag mit.

 

In Pakistan demonstrierten am Montag Tausende Frauen für mehr Rechte. (Bild: Keystone)

Aktivistinnen hatten dieses Jahr in dem Land mit mehr als 220 Millionen Einwohnern auf Missstände für Mitarbeiterinnen im Gesundheitswesen und erneut auf häusliche Gewalt aufmerksam gemacht. Nach Angaben der UN gehört Pakistan in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter nach wie vor zu den Schlusslichtern der Welt.

Pakistans Premierminister Imran Khan liess am Frauentag mitteilen: «Wir verpflichten uns, ein sicheres und förderliches Umfeld für Frauen zu gewährleisten, damit sie ihre rechtmässige Rolle in der Entwicklung unserer Nation spielen können.»

Wie viel wissen Sie über die mächtigsten Herrscherinnen?

Wie viel wissen Sie über die mächtigsten Königinnen und Politikerinnen der Weltgeschichte? Machen Sie mit im grossen Quiz zum Weltfrauentag! Das Quiz finden Sie hier.

Neue Volksinitiative fordert gerechtere Besteuerung

Frauen und Männer sollen unabhängig von ihrem Zivilstand besteuert werden. Das verlangt eine Volksinitiative, die am  internationalen Frauentag lanciert wurde.

Die Individualbesteuerung ist aus Sicht der Initiantinnen und Initianten am fairsten. Sie werde den verschiedenen partnerschaftlichen Lebensmodellen steuerlich gerecht und fördere damit die Gleichstellung.

Zudem setze sie sinnvolle ökonomische Anreize, indem Zweitverdiener und insbesondere erwerbstätige Mütter für ihr Einkommen nicht steuerlich bestraft würden, stellten die Initiantinnen in den Unterlagen zur Medienkonferenz vom Montag fest. Die Volksinitiative «Für eine zivilstandsunabhängige Individualbesteuerung» (Steuergerechtigkeits-Initiative) verlangt, dass «natürliche Personen unabhängig von ihrem Zivilstand besteuert werden».  Alles zum Thema lesen Sie hier.

Frauenberufe sollen mehr Anerkennung erhalten

Frauenberufe sollen mehr Wertschätzung erhalten, denn oft fehlt es diesen an Anerkennung. Die Gewerkschaft Unia will diese aufwerten und Angriffen auf Frauenrechte den Riegel vorschieben.

 

Frauenberufe sollen mehr Anerkennung erhalten. Das fordert die Gewerkschaft Unia. (Bild: Keystone)

Gerade die Corona-Krise treffe die Frauen hart, schrieb die Gewerkschaft Unia am Montag in einer Mitteilung zum Internationalen Frauentag. Sie stünden in essentiellen Berufen an vorderster Front und leisteten den Grossteil der unbezahlten Arbeit zu Hause.

Mehr denn je sei es an der Zeit, die «essentiellen Frauenberufe aufzuwerten und dem bürgerlichen Angriff auf die Frauenrechte den Riegel zu schieben», denn bürgerliche Parlamentarierinnen und Parlamentarier würden Pandemiepolitik auf Kosten der Frauen betreiben. So strebten diese nach liberalisierten Ladenöffnungszeiten und höherem Frauenrentenalter.

Offiziersgesellschaft: Fraueninklusion dringend für Milizarmee

Für die Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG) sind Massnahmen für die Inklusion von Frauen in die Armee dringend wichtig für die Zukunft der Milizarmee. Die erneute Einrichtung einer Dienststelle für Frauen innerhalb der Armee sei sinnvoll, heisst es in einer Mitteilung vom Montag.

Die SOG begrüsst den vom Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Montag vorgestellten Bericht und die darin aufgeführten Massnahmen zur Inklusion und zur Erhöhung des Frauenanteils in der Armee. Die vorgeschlagenen Kommunikations- und Informationsmassnahmen und die Massnahmen für eine verbesserte Vereinbarkeit von Militärdienst, Ausbildung, Beruf und Familien werden von der SOG unterstützt.

Frauen sollen am 1. August schweizweit predigen

Frauen sollen in der Schweiz am 1. August predigen können. Die Aktion «Helvetia predigt!» will damit Frauen in der Kirche sichtbar machen und ein Zeichen für Geschlechtergerechtigkeit setzen.

Mit der Aktion rufen mehrere kirchliche Frauenorganisationen römisch-katholische Pfarreien und evangelisch-reformierte Kirchgemeinden dazu auf, Predigten von Frauen am 1. August zuzulassen, wie es am Montag in der Medienmitteilung zum Internationalen Frauentag hiess. Frauen sollen an diesem Tag Präsenz zeigen, wo überwiegend Männer stünden.

Betroffene fordern Neudefinition der Vergewaltigung im Strafrecht

Anlässlich des internationalen Frauentags haben zehn von sexueller Gewalt betroffene Frauen aus der Deutschschweiz und der Romandie zu einer Reform des Sexualstrafrechts aufgerufen. Sie wollen gemäss Mitteilung den Bundesrat und das Parlament davon überzeugen, dass Sex ohne Zustimmung künftig gesetzlich als Vergewaltigung gelten soll.

Um ihrem Anliegen mehr Gehör zu verschaffen, gründeten die Frauen eine Gruppe, in der sich Betroffene von sexueller Gewalt engagieren. Unterstützt werden sie dabei von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Zu den Protagonistinnen zählen unter anderem Cindy Kronenberg, Präsidentin des Vereins vergewaltigt.ch, und Morena Diaz, die 2020 ihr erlebte Vergewaltigung publik gemacht hatte.

Konkret fordert die Gruppe das Parlament dazu auf, alle Formen von nicht-einvernehmlichem Geschlechtsverkehr als Vergewaltigung zu definieren. Die Straftatbestände der sexuellen Nötigung und der Vergewaltigung sollten entsprechend angepasst werden. Laut Amnesty anerkennen zwölf europäische Länder nicht einvernehmlichen Geschlechtsverkehr als Vergewaltigung.

Amherd will eine Dienststelle für Frauen in der Armee schaffen

0,9 Prozent Frauen in der Armee sind Verteidigungsministerin Viola Amherd zu wenig. Sie hat deshalb eine Offensive für Frauenförderung lanciert, unter anderem mit der Schaffung einer Dienststelle für Frauen.

Die Stelle soll die Frauenförderung koordinieren und als Anlaufstelle für Fragen der Gleichstellung dienen, teilte das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) anlässlich des internationalen Frauentags am Montag mit.

Bessere Vereinbarkeit mit Beruf und Familie

Bundesrätin Viola Amherd will erreichen, dass mehr Frauen in der Schweizer Armee vertreten sind. (Bild: Keystone)

Sie müsse mit den nötigen Kompetenzen und Weisungsbefugnissen ausgestattet sein, über ein eigenes Budget verfügen und dem Chef der Armee direkt unterstellt sein. Die Armeeführung erhielt den Auftrag, die Einrichtung der Fachstelle «so rasch als möglich in Angriff» zu nehmen, wie es im Bericht Arbeitsgruppe «Frauen in der Armee» heisst.

Verbessert werden müsse auch die Vereinbarkeit von Militärdienst, Ausbildung, Beruf und Familie, schreibt das VBS weiter. So sollen «alternative Dienstleistungsmodelle» ausgearbeitet werden. Teilzeitarbeit müsse auch für Berufsmilitärs möglich sein und die Unterstützung bei der Kinderbetreuung müsse geklärt werden. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Poster zeigt Meilensteine der Gleichstellung

Ein Poster der EKF zeigt die wichtigsten Daten und Fakten der Gleichstellung auf schweizerischer und internationaler Ebene auf. Das Plakat, das am Internationalen Frauentag publiziert wurde, wirft auch einen Blick in die Zukunft und ist kostenlos erhältlich.

Heute, 50 Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz, sei die rechtliche Gleichstellung grösstenteils erreicht, doch bleibe noch viel zu tun, schrieb die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen (EKF) am Montag in einer Mitteilung Dazu gehöre gleiche Teilhabe in Entscheidungspositionen, gleiche Löhne, eine Elternzeit als Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für alle Geschlechter sowie ein Leben frei von Sexismus, Gewalt und Rollenstereotypen. Deshalb brauche es das Engagement von Frauen und Männern in Politik und Gesellschaft weiterhin.

Das Poster der EKF dokumentiert den historischen Prozess und skizziert wichtige Ziele für die Zukunft, wie es weiter hiess. Es sei Teil verschiedener Materialien, welche die EKF im Hinblick auf das Jubiläum «50 Jahre Frauenstimmrecht» publiziert habe. Kostenlos erhältlich seien im Weiteren Postkarten, Präsentationen, ein Skript und eine Online-Lerneinheit zum Thema.

Das Poster können Sie hier anschauen: poster_50jahrefrauenstimmrecht_d und hier gratis bestellen.

Frauen und Mädchen haben ein Recht auf Familienplanung

Frauen und Mädchen sollen über ihre sexuelle Gesundheit selber bestimmen können. Deshalb soll der Zugang zu sexueller Aufklärung, Verhütungsmitteln und selbstbestimmter Partnerwahl eine Selbstverständlichkeit werden, fordert die Umweltorganisation Ecopop am Internationalen Frauentag.

Die Vereinigung Ecopop fordert ein weltweites Recht auf Familienplanung für Frauen und Mädchen. (Bild: Keystone)

Um Schwangerschaften von Teenagern zu verhindern brauche es gezielte Aufklärung und Zugang zu modernen Verhütungsmitteln, vor allem in Ländern im südlichen Afrika, teilte die Vereinigung für Umwelt und Bevölkerung (Ecopop) am Montag mit. Die Organisation fordert deshalb die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) dazu auf, die «Pille danach» in ihren Projekten mit Jugendlichen zu integrieren. Auch das Recht auf Familienplanung solle durchgesetzt werden.

Die DEZA solle zudem mehr finanzielle Mittel in die Bereitstellung von Aufklärungsunterricht, medizinischer Beratung und die Bereitstellung von Verhütungsmitteln investieren. Die Integration von Familienplanungsprogrammen sollte in allen Projekten, welche direkt mit jungen Männern und Frauen arbeiten zur Pflicht werden. Sogar in Ländern mit einer hohen Schulungsrate von Mädchen bleibe der Anteil der Teenager-Schwangerschaften erschreckend hoch.

Türkische Aktivistinnen zum Weltfrauentag: Regierung schürt Hass

Türkische Frauenrechtlerinnen haben der Regierung des Landes anlässlich des Weltfrauentags vorgeworfen, Hass in der Gesellschaft zu schüren. Präsident Recep Tayyip Erdogan und andere Vertreter würden mit LGBTQI+-feindlichen Aussagen dazu beitragen, dass sich viele Menschen nicht sicher fühlen könnten, sagte eine Sprecherin der Organisation «Wir werden Frauenmorde stoppen» der Deutschen Presse-Agentur. «Wir wollen alle nur frei und gleich sein.»

 

In der Türkei werden landesweite Proteste für mehr Frauenrechte erwartet. (Archivbild: Keystone)

LGBTQI+ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans-, inter- und queere Menschen – und das Pluszeichen als Platzhalter für weitere Identitäten.

Erdogan hatte sich in der Vergangenheit immer wieder abwertend zu dem Thema geäussert. «LGBT, so etwas gibt es nicht», sagte er. Auch Innenminister Süleyman Soylu hatte sich ähnlich geäussert. Der Kampf für Gerechtigkeit für Frauen sei unlösbar mit dem Kampf gegen LGBTQI+-Feindlichkeiten verbunden, sagte die Sprecherin.

Landesweite Proteste

Nach Daten von «Wir werden Frauenmorde stoppen» wurden in den ersten Monaten dieses Jahres 51 Frauen Opfer solcher Frauenmorde in der Türkei. Im Jahr 2020 waren es 300 Frauen gewesen. Die Organisation dringt auf die Anwendung der sogenannten Istanbul-Konvention. Das Übereinkommen wurde 2011 vom Europarat ausgearbeitet und soll einen europaweiten Rechtsrahmen schaffen, um Gewalt gegen Frauen zu verhüten und zu bekämpfen. Auch die Türkei hat das Abkommen ratifiziert. Die rechtlichen Grundlagen würden im Land bestehen, aber schlichtweg nicht angewendet, sagte die Sprecherin.

Die Organisation hat zum Weltfrauentag am heutigen 8. März zu Demonstrationen aufgerufen. Landesweit sind Proteste geplant.

Heute ist der Weltfrauentag

Der Internationale Frauentag oder Weltfrauentag findet jährlich am 8. März statt. Er entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen. Erstmals fand der Frauentag am 19. März 1911 statt. Seit 1921 wird das der Weltfrauentag jährlich begangen. Das genaue Datum wählten die Vereinten Nationen (UN) im Internationalen Jahr der Frau 1975 zum «Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden» und richteten erstmals dazu am 8. März eine Feier aus.

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