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Der «Fokus Corona» Beitrag vom 9. März 2021.
Region

Die Veranstalter planen ihre Festivals ins Leere

Für einige Festivals kamen genaue Vorgaben bereits zu spät, das Resultat sind Absagen. Ungern gibt man auf, viele planen weiter, so lange sie nur können.

Keine Angaben…Festivals planen weiter, wobei einige bereits aber die Reissleine ziehen mussten.

BScene bereits abgesagt

Das Musikfestival BScene, das normalerweise im Ende Februar/Anfangs April stattfindet, wurde bereits abgesagt. «Es war sehr lange zweispurig, bis wir das einte Gleis verlassen konnten. Bis wir bemerkten, dass auch das nicht möglich ist», erklärt Tobias Metzger, Präsident vom BScene.

In der Planung wurde bis zum Schluss jede Möglichkeit genau geprüft. Ein normales Festival war sowieso nicht möglich. Trotzdem hat man mit verschiedenen Optionen, beispielsweise mit weniger Gästen geplant.

«Wir waren ein Jahr dran. Wie überlegten uns, wie man trotzdem ein Festival machen kann, das attraktiv ist für Band und Zuschauer», so Marina Despotovic, Kommunikationsverantwortliche vom BScene.

Auch unter genaueren Vorgaben von Bund und Behörden wäre es dieses Jahr aufgrund der frühen Durchführung wohl nichts geworden. Die Zukunft jetzt, scheint unsicher: «Es kommt wahnsinnig darauf auf an wie es weitergeht. Wir haben Sponsorengespräche, haben sie nun über die Absage informiert. Es kommt ganz darauf an, wie sie uns gestellt sind», prophezeit Metzger.

Der Telebasel News Beitrag vom 6. März 2021.

Branchenverband fordert Antworten

Nicht nur die (kleineren) Festivals aus der Region planen, ohne zu wissen, ob es eine Veranstaltung geben kann. Schweizweit sind jegliche Veranstalter ratlos, ob und wie ihr Festival im Jahr 2021 stattfinden könnte. Der Branchenverband der professionellen Schweizer Konzert-, Veranstaltungs- und Festivalveranstalter (SMPA) fordert Angaben und Rahmenbedingungen.

«Die Deadline ist für gewisse Anlässe bereits abgelaufen. Wir mussten bereits erste Absagen zur Kenntnis nehmen. Das wird in den nächsten Wochen so weiter gehen. Es geht darum den Dialog zu starten und zu wissen, was möglich ist», so SMPA-Präsident Christoph Bill zu Telebasel.

Wenn in den nächsten Tagen nicht klar ist, worauf man hinarbeitet, kämen bald schon weitere Absagen auf uns zu: «Veranstaltungen haben eine Vorlaufzeit von mindestens drei Monaten. Wenn man realistisch ist, arbeitet man als Festivalveranstalter zwölf Monate auf die nächste Ausgabe hin. Jetzt ist man bei der Planung mittendrin, oder konnte gar nicht anfangen wegen Kurzarbeit», so Bill.

Der Branchenvertreter Christoph Bill betont besonders, dass nicht nur die Veranstalter leiden. «Die Veranstalter sind das eine, aber verbunden mit ihnen geht es derzeit vielen weiteren Klein- und Kleinstbetrieben im Bereich Technik, Gastronomie, Hotellerie, Bühnenbau, Dekoration und so weiter», aus diesem Grund werden auch bessere Ausfallentschädigungen gefordert – aus den bisherigen geplanten 80% sollen es 95% werden.

Tension und Polyfon planen flexibel

Das Polyfon Basel (ehemaliges Open Air Basel) plant aktuell in verschiedene Richtungen, auch wenn es bis anhin keine klare Schiene vom Bund gibt. «Es ist immer die Frage, ob man warten will, bis eine Richtungsänderung kommt, sei es von der Verwaltung oder dem Virus selbst, oder nimmt man das Heft selbst in die Hand. Wir haben momentan den Zeitplan, der vorsieht, dass wir uns Ende April entscheiden, welches Szenario wir weiterhin verfolgen», so Sandro Bernasconi Veranstalter des Polyfon.

Irgendwas will man auf jeden Fall auf die Beine stellen. Bereits letztes Jahr wurde eine angepasste Version des Festivals durchgeführt. Mit wenig Zuschauer und unter strengen Konzepten. Jetzt wäre das Problem eher, wer schlussendlich auftreten könnte: «Es hängt natürlich immer davon ab, woher der Act kommt. Wenn ein Act aus London oder Paris kommt, ist das reisetechnisch ein kleineres Hindernis als eine Crew aus Südafrika eingeflogen werden muss. Da sind wir abhängig von den anderen Festivals in Europa», wie Bernasconi erklärt sei nämlich die Festival Tour jeweils die Finanzierung der Bands für die verschiedenen Flüge.

Auch beim Tension Festival, das grösste Musikfestival in Basel, bleibt man bis heute noch flexibel. Nur eines sorgt langsam für Druck: «Die Frage: Fahren wir jetzt das Marketing hoch? Fahren wir jetzt die Werbung hoch? Fahren wir die ganzen Infrastrukturbauten hoch, die wir errichten würden?», laut Tension-Veranstalter Sebastian Schmidt sei bis Ende Monat für diese Entscheidung Stichtag.

AM-Jam plant optimistisch

Das kleine Hiphop-Festival in Hölstein BL AM-Jam, das im August mit maximal 1’000 Besuchern stattfinden soll, plant momentan optimistisch. «Es ist halt die Situation wo keiner weiss wie damit umgehen. Jeder hat Thesen im Kopf wie sich die Situation entwickelt und ob ein Festival möglich ist. Ich glaube alle die dabei sind, geben alles dafür und wollen dass es stattfindet. Wenn alle den alle Glauben verlieren ist das automatisch der Stopp», so Elia Mahler, Veranstalter des Festival und Präsident vom Verein Anderst Motiviert.

In der Planung lässt man sich momentan vom Virus nicht unterkriegen: «Wir planen mit dem Maximum. Finanziell haben wir eigentlich alles, plus minus können wir es so machen wie wir es planen. Jetzt abzusagen wäre blöd», laut Mahler bleibe man optimistisch. Sponsoren wurden trotz der unsicheren Situation gefunden, diese wolle man jetzt nicht enttäuschen. Das gleiche gelte für die Besucher und die Acts.

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