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Der Fokus Corona Beitrag vom 5. März 2021.
International

Auswanderin berichtet: «Auf Kuba stehen Menschen stundenlang für Lebensmittel an»

Leere Regale und Taxifahrer, die auf den Tabakfeldern bei der Ernte helfen. Das ist während der Corona-Pandemie bittere Realität in Kuba.

Kaum Lebensmittel in den Supermärkten, strikte Maskenpflicht und Taxifahrer, die jetzt auf den Tabakfeldern bei der Ernte helfen, um wenigsten etwas zu verdienen. Genau das ist zurzeit bittere Realität in Kuba. «Es ist wirklich keine einfache Zeit. Kuba lebt vom Tourismus und der fehlt jetzt seit gut einem Jahr. Es ist wirklich sehr schmerzhaft, wenn wir sehen, wie die Menschen vor dem Supermarkt Schlange stehen, um wenigstens etwas von den knappen Lebensmitteln zu ergattern», erzählt Melanie Buchser in einer Videobotschaft.

Buchser ist vor knapp drei Jahren nach Kuba ausgewandert und betreibt dort zusammen mit Cyrilla Duforêt eine eigene Reiseagentur und eine Unterkunft mit dem Namen «Casa Mucho Gusto». Keine Touristen bedeutet vor allem für die Taxifahrer, Künstler und Toureguides kein Verdienst. «Damit sie wenigstens etwas verdienen, sind nun viele auf den Tabakfeldern und helfen dort aus. Wir wünschen uns wirklich alle, dass bald wieder ein wenig Normalität einkehrt und wir wieder mehr Touristen begrüssen dürfen», so Buchser.  

Ehepaar ein Jahr lang getrennt

Racim Molina Jimenez ist in Kuba geboren und aufgewachsen, seit Mitte Februar lebt der 25-Jährige mit seiner Frau Sheila Perez Lopez in Basel. Kennengelernt haben die beiden sich auf Kuba, als Sheila mit ihrer Familie Ferien machte. Im letzten Jahr, kurz vor dem ersten Lockdown, heiratete das Paar auf Kuba und ahnte nicht, dass es rund ein Jahr dauern würde, bis sie sich wieder in die Arme schliessen können.

«Diese Zeit war wirklich sehr schwierig für uns. Die Flüge wurden wegen Corona immer wieder storniert. Ich konnte nicht zu ihm und die Einreise in die Schweiz wurde ihm dadurch erschwert, dass zum Einen die Behörden in Kuba sehr langsam arbeiten und zum Anderen ihnen das Druckerpapier ausgegangen ist», berichtet Sheila Perez Lopez im Interview mit Fokus Corona. Fehlendes Druckerpapier auf einem öffentlichen Amt – in der Schweiz kaum vorstellbar. Allgemein fehle es in Kuba an allen Ecken und Enden.

Strikte Regeln in Kuba

Die Zahl der positiv auf Corona Getesteten lag in Kuba lange Zeit im zweistelligem Bereich, seit Dezember ist die Zahl der Neuansteckungen dreistellig. Und trotzdem sei die Zahlen nicht hoch, meint Sheila Perez Lopez. «Dass die Zahlen nie sehr hoch waren, liegt daran, dass sie wirklich strikte Regeln in Kuba haben. So erhält man eine hohe Busse, wenn man die Maske nicht trägt. Ausserdem müssen alle positiv Getesteten für zwei Wochen in eine Quarantäneunterkunft.»

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