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Fokus Corona vom 4. März 2021.
Region

Zu wenig Praxiserfahrung – Gastro-Lernende müssen aufholen

Seit Monaten sind Restaurants in der Schweiz zu. Vielen Gastro-Lernenden fehlt Praxiserfahrung. Ein Extra-Programm soll sie für die Abschlussprüfung fit machen.

Die Gastrobranche leidet. Seit Monaten müssen Restaurants in der ganzen Schweiz geschlossen bleiben. Aussicht auf Besserung gibt es nicht. Der Bundesrat sieht die Öffnung der Gastrobetriebe erst in einer späteren Etappe vor.

Diese Situation ist prekär, für die Betriebe aber auch für ihre Lernenden. Viele von ihnen können seit Monaten nicht oder nur beschränkt arbeiten. Gerade im Hinblick auf die Abschlussprüfungen bereitet dies vielen Vertretern der Branche Sorgen. Ein Intensiv-Programm soll den Gastro-Nachwuchs im Bereich Kochen und Service nun fit für die Zukunft machen.

Mut und Freunde nicht verlieren

Viele Gastro-Lernende erleben den Lockdown, die vorläufige Arbeitslosigkeit und die Sorgen nach letztem Frühling nun bereits zum zweiten Mal. Die Gastroverbände Baselland und Basel-Stadt, die Kantone, sowie verschiedene Betriebe haben deshalb ein Intensivprogramm für die Lernenden entwickelt. Jungköche können sich im Ausbildungszentrum Baselland während vier Tagen Tipps und Tricks von Instruktor Stephan Brügger holen.

«Wir merken, dass bei vielen Lernenden die Routine fehlt. Diese können sie hier holen. Wir wollen, dass die Lernenden den Mut, die Freude und die Leidenschaft nicht verlieren. Wir wollen ihnen durch unsere Tipps Sicherheit zurückgeben», so Stephan Brügger.

«Oh cool, Ferien!»

Tim Fuhrer ist Lernender im dritten Lehrjahr und Teilnehmer des Intensivkurses bei Gastro Baselland. «Anfangs habe ich mir noch gedacht: Oh cool, eine Woche Ferien! Aber mittlerweile ist es einfach nur schade und langweilig. Wir machen nur Take-Away in meinem Betrieb.»

Tim ist 18 Jahre alt und steht kurz vor seiner Abschlussprüfung. Um die vier Intensiv-Tage sei er froh. Die Sorge, dass Corona ihm Nachteile für seine berufliche Zukunft bringt, schwinge mit. «Ich kann mir vorstellen, dass der Jahrgang 2021 abgestempelt wird. So à la die haben es ja eh geschenkt bekommen», so Tim Fuhrer.

Zuversicht vorhanden

In engem Kontakt mit den Lernenden steht auch Co-Präsidentin Fabienne Ballmer. Sie spürt eine tiefe Zuversicht bei den Lehrlingen. «Ich habe sie gefragt, ob sie den Beruf nochmals wählen würden. Sie haben es bejaht. Das gibt uns Zuversicht für die Zukunft. Wir müssen zuversichtlich bleiben, es bleibt uns nichts anderes übrig», so Ballmer.

Auch die Lernenden aus dem Service-Bereich geben sich optimistisch. Diese dürfen ihre Skills während zwei Tagen im Ausbildungszentrum aufbessern. «Die Gastronomie wird niemals aussterben. Bis wir von Robotern ersetzt werden, geht es noch einen Moment», lacht Ammo, der im Juni die Abschlussprüfung absolviert.

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