Donald Trump soll laut Verschwörungstheoretikern am morgigen Donnerstag auf den Stufen des Kaptiols erneut zum US-Präsidenten vereidigt werden. (Bild: Keystone)
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Stürmt der Trump-Mob am Donnerstag erneut das Kapitol?

Seine Anhänger glauben noch immer an die Rückkehr Donald Trumps. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem morgigen Donnerstag.

Der 4. März hat einen festen Platz in den US-amerikanischen Geschichtsbüchern: Bis 1933 wurden an diesem Tag die neuen Präsidenten des Landes vereidigt. Das ruft in diesen Wochen die Verschwörungstheoretiker auf den Plan. So glauben die sogenannten «QAnon»-Anhänger, dass Donald Trump doch noch vereidigt wird. Und zwar morgen Donnerstag, am 4. März 2021.

Was zunächst nach einer abstrusen Verschwörungstheorie klingt, könnte bittere Folgen haben. Nach dem Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar befürchten die Behörden einen weiteren Angriff von Trump-Anhängern in der amerikanischen Hauptstadt Washington. Geheimdienstinformationen wiesen auf einen möglichen Plan einer Miliz für einen Angriff an diesem Donnerstag hin, teilte die Kapitol-Polizei am Mittwoch in Washington mit.

Entsprechend wurde die Kapital-Polizei diese Woche als Vorsichtsmassnahme verstärkt, wie «USA Today» berichtet. Die Kapitol-Polizei richtete Barrieren ein und hat die Zahl der Sicherheitskräfte zum Schutz des Parlaments erhöht. Nicht bekannt ist derweil, wie viele der QAnon-Anhänger die Vereidigungs-Theorie tatsächlich vertreten und ob es tatsächlich zu gewaltsamen Ausschreitungen kommen wird.

Trump erhöht Hotelzimmer-Preise

Aktuell gebe es keine Hinweise, dass Trump-Anhänger in grossen Gruppen in die Hauptstadt reisen, wie die Behörden mitteilen. Donald Trump selber hat für den 4. März aber die Zimmerpreise in seinem Hotel in Washington um satte 180 Prozent erhöht, wie «Forbes» berichtet. Der frühere US-Präsident hat bisher immer bestritten von QAnon zu wissen – aber jeweils mit einem Augenzwinkern.

Die Erhöhung der Zimmerpreise wird als erneuter indirekter Wink an die Verschwörungstheoretiker interpretiert – und giesst Öl in das Feuer um die Verschwörung betreffend dem 4. März.

QAnon-Führer spielen Datum herunter

QAnon-Führer sollen derweil die Rolle des 4. März heruntergespielt haben und die Anhänger gewarnt haben, am Datum keinen Protesten beizuwohnen. Das zeigt eine typische Taktik der Vereinigung: Events werden im Vorfeld gehypt und dann passiert jeweils doch nichts.

Die Theorie soll mit Bidens Vereidigung am 20. Januar Aufwind erhalten haben: Die Verschwörungstheoretiker hatten geglaubt, dass es keinen Präsidentenwechsel geben wird und die Demokraten massenhaft verhaftet würden – sie glauben noch immer, dass das offizielle Wahlergebnis gefälscht sei. Als die Vorhersagen nicht eintraten, diente der 4. März als Projektion für das nicht Eingetroffene.

Die Verschwörungstheorien hören damit aber nicht auf: Seit 1869 und Ulysses S. Grant sei kein US-Präsident mehr tatsächlich vereidigt worden: Weil ein heimliches Gesetz die USA 1871 in ein Unternehmen verwandelt haben, deshalb seien alle Präsidenten nach Grant nicht legitim, so die Theorie der QAnon-Anhänger.

Der 4. März ist dabei nicht die einzige Möglichkeit für die «Rückkehr von Donald Trump», wie die Anhänger glauben. Auch der 20. März komme dafür in Frage. Laut Verschwörungstheoretikern befiehlt Trump nach wie vor das Militär und wird am 20. März wieder vereidigt. Joe Biden würde  sich nur als Präsident geben, während der Papst und andere sich für die Vereidung von Trump bereit machen, wie die Zeitung «Washingtonian» berichtet.

Was ist QAnon?

QAnon oder kurz «Q» ist der Name einer US-amerikanischen Person oder Gruppe, die seit 2017 Verschwörungstheorien im Internet verbreitet. Diese Verschwörungstheorien haben einen rechtsextremen Hintergrund. Zentral ist die beleglose Behauptung, eine einflussreiche, weltweit agierende, satanistische Elite entführe Kinder, halte sie gefangen, foltere und ermorde sie, um aus ihrem Blut eine Verjüngungsdroge zu gewinnen. Zu dieser Elite gehöre etwa Hillary Clinton. Der frühere US-Präsident Donald J. Trump bekämpfe diese Elite und einen vorgeblichen «Deep State», so die Verschwörungstheorie. Die QAnon-Anhänger sind entsprechend auch Anhänger von Trump.

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