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Der Telebasel News Beitrag vom 2. März 2021.
Basel

Zurück ins Museum – Berühmte Tattoo-Künstler und strahlende Kinderaugen

Tattoo-Koryphäen der «Leu Art Family» zu Besuch und Schutzkonzept beim Papierschöpfen: Ein Augenschein in zwei Museen am ersten Öffnungstag nach dem Lockdown.

Für einmal ist nicht die Haut, sondern ein ganzer Saal tätowiert: Lauter farbenfrohe Bilder einer ganzen Künstlersippe zieren die Wände. Düsterer geht’s im Nebenraum zu und her. Dort kann sich das Auge im Halbdunkeln an einem Sammelsurium an Tattoo-Skizzen sattsehen. So manche Totenköpfe, Engel und Feen sind zu erspähen. Pünktlich zur Wiedereröffnung ist das Werk der «Leu Art Family»  zu Gast im Museum Tinguely. Eigentlich hätte die Sonderausstellung über die Tätowierkunst-Koryphäen im Februar beginnen sollen.

Nun ist es endlich soweit: Am ersten Tag nach dem Museumslockdown kommt prominenter Besuch. «Dieser Ort ist wunderschön, es sieht grossartig aus», sagt der Künstler Filip Leu. Der Ausstellungsort ist nicht zufällig gewählt: Sein Vater Felix Leu war der Stiefsohn von Jean Tinguely. Der im Kanton Waadt wohnhafte Tätowierer eröffnete zusammen mit seiner Mutter Loretta Leu die Ausstellung. Sie trägt Werke der weit verzweigten Künstlerfamilie zusammen. 

«Gautschen» mit Schutzkonzept

Nach zwei Monaten Zwangspause ist die Begeisterung über den ersten Öffnungstag gross. So auch in der Papiermühle. Punkt elf Uhr morgens geht’s los: Die ersten zwei Familien stehen schon vor der Tür. Nach über zwei Monaten tauchen Kinder wieder Siebe in die Bottiche. «Dass gleich ein Dutzend Grosseltern mit Enkelkindern Papier schöpft und interessiert zuschaut, das berührt mich wirklich», sagt Regula Messerli, Präsidentin des Stiftungsrats Papiermühle.

Trotz Schliessung lief die Arbeit im Hintergrund weiter, etwa mit Inventarisierungen. Wie Regula Messerli erklärt, gibt es im Museum etwa elf geschützte Arbeitsplätze. Für diese Menschen war es wichtig, auch während des Lockdowns arbeiten zu können, um in einer Alltagsstruktur zu bleiben.

Ein Museum zum Anfassen erfordert besondere Corona-Massnahmen. Bei den Schöpfbecken sind Plexiglasscheiben befestigt. «Die Idee ist, dass wir einen Weg finden, trotzdem Papier schöpfen zu können», sagt Martin Kluge, Leiter Wissenschaft und Vermittlung. «Das Wasser selber ist nicht infektiös, das hat man uns bestätigt. Aber wir minimieren das Anfassen von Schöpfsieben und vorher und nachher desinfizieren wir die Hände». Selber im Schöpfbecken «gautschen» ist also möglich. Bei der Dauerausstellung mussten aber manche Exponate zum Anfassen in den Schrank wandern, so etwa ein Aufklappbuch.

Das Telebasel-Magazin Glam strahlt nächste Woche einen ausführlichen Beitrag über die Leu-Austellung aus. Der Tätowierkünstler Filip Leu erklärt im Interview seine Werke. Die Sonderausstellung «Caresser la peau du ciel» ist noch bis am 31. Oktober 2021 im Museum Tinguely zu sehen.

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