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Der Telebasel Newsbeitrag vom 1. März 2021.
Basel

«Gratis-ÖV-Initiative» wackelt

In Basel mag man den Verkehr klimafreundlich. Die Initiative «Gratis-ÖV für Kinder und Jugendliche» hadert dennoch mit der Sammlung von Unterschriften.

Die Leute für ein gratis U-Abo bis 20 Jahre in Basel zu begeistern, das hat man sich etwas einfacher vorgestellt. Seit fast 18 Monaten versucht ein politisch breit abgestützte Komitee im Kanton Basel-Stadt die nötigen 3000 Unterschriften für die Initiative zusammen zu bekommen.

Der Grünliberale Emmanuel Ullmann sagt, man habe aktuell 1091 beglaubigte Unterschriften. «Das ist relativ wenig», räumt er ein, man denke aber, dass es Corona-bedingt sei. «Wir hatten wegen der Pandemie nicht die Möglichkeit in dem Ausmass Unterschriften zu sammeln auf der Strasse», so  Mitinitiant Ullman. Darum sei die Frist, die Ende Monat abgelaufen wäre, auch um drei Monate verlängert worden.

In Angebote investieren

Das Anliegen, dass von links bis rechts Unterstützer hat ist aber nicht unumstritten. Zum Beispiel findet der Leiter des Amtes für Mobilität, dass man das Geld auch besser einsetzen könnte. «Wenn wir dieses Geld in die Angebote investieren, in ein gutes, regionales Angebot dann kann man mehr Wirkung erzielen», sagt Alain Groff.

Es ginge ja nicht nur um die Mobilität innerhalb des Kantons, die Agglomeration müsse einbezogen werden. «Eine nachhaltige klimafreundliche Politik lässt sich nicht mit einem Schnellschuss, wie gratis öV, erledigen», so Groff weiter.

Niemand will zahlen

Die Juso ist für die Initiative, obwohl sie glaubt, dass man das gratis Tramfahren auch für über 20-Jährige einführen sollte.

Man glaubt bei der Parteisektion aber, dass sie Frage, wer das zahlen soll, die Leute vor dem Unterschreiben abhalte, so Juso-Vorstandsmitglied Stella Weihofen. «Das ist auch die Frage, die die Bürger beschäftigt und sie aufwühlt, Steuererhöhung klingt halt für niemanden gut.» 

Dass die Baslerinnen und Basler nur wegen Corona bisher zögerlich unterschrieben haben, kann das Initiativ-Komitee bis zum 5. Juni beweisen. Bis dann müssen sie die fehlenden Unterschriften sammeln. Die Hoffnung habe man laut Ullmann noch nicht aufgegeben: Mit 15’000 vorfrankierten Flyern will man die Unterschriften jetzt brieflich sammeln.

3 Kommentare

  1. Wieso diese kluge Initiative an der Angst vor den damit verbundenen Kosten scheitern könnte, verstehe ich nicht: Für junge Menschen ist Mobilität Lebenselixir und Motivation. Ihnen diesen Weg klimafreundlich via ÖV zu öffnen, ist eine Investition in due Zukunft. Freie Fahrt für U20 beseitigt durch Geburt und Herkunft nicht von den Kindern und Jugendlichen selbst verursachte wirtschaftliche Nachteile, fördert den nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen und ist beste Prävention gegen Folgen von steigendem und masslosen Individualverkehr für Umwelt, Wirtschaft, Gesundheit, Raumplanung etc. Die Kosten für dieses Angebot am Service Public sind dagegen verkraftbar, denn junge Leute zahlen meist sowieso ermässigte Preise. Warum nicht ähnlich wie bei der AVH ein Generationen-Umlage-Modell dafür nutzen??? Hier nur in andere Richtung; von älter zu jung???Report

  2. Was soll das Theater? Vor zig Jahren hatten wir eine ähnliche Abstimmung (Gratistram für alle) und wurde abgelehnt. Wer soll das denn zahlen?Report

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