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Der Telebasel Talk vom 2. März 2021.
Basel

Gastropfarrer: «Ich beobachte eine grosse Verzweiflung»

Bernhard Jungen ist besorgt. Als Pfarrer betreut er Menschen in der Gastroszene. Corona stürzt viele in die Krise. Im Talk spricht er über seine Begegnungen.

«Ich will aber nicht nur jammern im ‹Talk›. Es gibt durchaus auch positive Bewegungen», heisst es auf berndeutsch am Telefon zur Vereinbarung des Telebasel Talks. Bernhard Jungen ist Seelsorger der Stadtmission Basel und steht als «Gesprächspartner für Sorgen der Menschen in der Basler Gastrobranche zur Verfügung». Er hat viel zu tun. Nach Schätzungen in Medienberichten werden die Hälfte aller Betriebe schliessen.

Beizen leisten Integrationsarbeit

Bei allen «positiven Bewegungen», Jungen ist besorgt. Auf der Plattform der Stadtmission lässt er sich zitieren: «Ich beobachte eine grosse Verzweiflung und Ratlosigkeit. Hinter jedem geschlossenen Betrieb stehen Menschen, die unmittelbar in ihrer Existenz bedroht sind. Das sind oftmals Familienbetriebe, bei denen gleich mehrere Familienmitglieder ins Elend gestürzt werden. Hier sind in rund 1000 Betrieben in Basel unzählige Arbeitsplätze gefährdet, viele davon leisten unentbehrliche Integrationsarbeit.»

Entweder Entschädigung oder Öffnung

Jungen besucht Gaststätten, hält Kontakt mit Betroffenen, engagiert sich für Solidaritätsaktionen, wie die Verbreitung der Geschenkkarte. Auf seinem Videoblog Manna verlangt er auch von der Politik solidarisches Handeln. So fordert er in seinem letzten Video: «Entweder müssen die Einschränkungen kompensiert werden, oder dann müssen Bedingungen geschaffen werden, welche der Branche das Arbeiten und Atmen erlauben.»

Derzeit arbeitet Jungen an einem Buch, Arbeitstitel: «Unfassbar». Dort werden die Gespräche mit Betroffenen festgehalten.

Im Talk: Bernhard Jungen, Gastroseelsorger am Dienstag, 2. März, um 18.45 Uhr bei Telebasel.

Bernhard Jungen spricht auch im Telebasel-Report vom Mittwoch, 3. März, 19.45 Uhr. Nicolas Bieri berichtet über die effektiven Ansteckungs-Gefahren in der Beiz und über den öffentlichen Druck für Lockerungen.

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