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International

«Nomadland» und Netflix räumen bei den Golden Globes ab

In der Nacht auf Montag sind die Golden Globes virtuell verliehen worden. Das Filmdrama «Nomadland» erhielt zwei Auszeichnungen. Auch Netflix räumt ab.

Das Road-Movie «Nomadland» von Regisseurin Chloé Zhao hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Das gab der Verband der Auslandspresse in der Nacht zum Montag bekannt. Zhao holte für den Film auch die Regie-Trophäe, erst als zweite Frau in der Geschichte der 1944 erstmals vergebenen Auszeichnung. Sie erzählt in dem auf einem Sachbuch basierenden Film die Geschichte einer 60-Jährigen, die sich nach dem Tod ihres Mannes mit prekären Jobs über Wasser hält und als moderne Nomadin im Wohnwagen durch die USA zieht.

(Video: Youtube/KinoCheck)

In der Komödien-Sparte siegte die bissige Gesellschaftssatire «Borat Subsequent Moviefilm» (dt.: Borat Anschluss Moviefilm) mit dem britischen Komiker Sacha Baron Cohen, der auch den Globe als bester Hauptdarsteller in einer Komödie erhielt. Wie schon 2006 war der Brite durch die USA gereist, kam mit Menschen ins Gespräch und verwickelte sie in mitunter komische oder auch entlarvende Situationen. Sein erster «Borat»-Auftritt hatte ihm ebenfalls die Trophäe eingebracht.

(Video: Youtube/KinoStarDE)

In der Sparte «Beste Nebendarstellerin» ging die Trophäe an Jodie Foster (58) für ihre Nebenrolle in dem Polit-Thriller «The Mauritanian».

Netflix räumt Preise ab

In den Serien- und Fernsehfilm-Kategorien war die britische Königshaus-Serie «The Crown» mit vier Preisen der grosse Abräumer des Abends. Auszeichnungen gab es als beste Dramaserie, für Josh O’Connor als Prinz Charles in der besten männlichen Drama-TV-Rolle, für Emma Corrin als Prinzessin Diana in der gleichen weiblichen Kategorie und für Gillian Anderson, die Margaret Thatcher verkörperte und dafür den Globe für die beste TV-Nebenrolle gewann.

Die Serie läuft beim Streaminganbieter Netflix, einem der grossen Gewinner der Verleihung. Mit «Das Damengambit» hat der Dienst auch die beste Miniserie des Jahres im Angebot. Anya Taylor-Joy spielt darin ein Schachgenie und gewann dafür den Preis als beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie. In beiden Kategorien ging damit das von Maria Schrader als Regisseurin inszenierte deutsche Drama «Unorthodox» mit Shira Haas in der Hauptrolle leer aus. Beste Comedy-Serie wurde «Schitt’s Creek», eine warmherzige kanadische Reihe, die bereits bei den Emmys in diesem Jahr eine Rekordzahl an Auszeichnungen einfuhr.

Ebenfalls bei Netflix laufen «I Care a Lot», deren Hauptdarstellerin Rosamund Pike als betrügerische Anwältin den Preis für die beste weibliche Hauptrolle in einer Komödie gewann, und «Ma Rainey’s Black Bottom», für den Hauptdarsteller Chadwick Boseman posthum ein halbes Jahr nach seinem Krebstod im August als bester Schauspieler in einem Drama ausgezeichnet wurde. Seine Witwe Taylor Simone Ledward nahm unter Tränen den Golden Globe entgegen.

US-Schauspielerin und Sängerin Andra Day (36), die in «The United States vs. Billie Holiday» die Jazz-Sängerin Billie Holiday verkörpert, wurde zur besten Drama-Darstellerin gekürt.

In der Kategorie «Bester nicht-englischsprachiger Film» gewann das Familiendrama «Minari» von US-Regisseur Lee Isaac Chung, der darin seine eigenen Erfahrungen als Kind südkoreanischer Einwanderer im ländlichen US-Staat Arkansas einbringt. Mit «Minari», hauptsächlich in koreanischer Sprache gedreht, waren unter anderem Filme aus Italien, Frankreich und Dänemark im Rennen.

Virtuelle Golden Globes

Wegen der Corona-Pandemie lief die Gala diesmal weitgehend virtuell ab, die Nominierten wurden von Standorten in aller Welt zugeschaltet. Die Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler moderierten die Zeremonie von getrennten Bühnen in Kalifornien und New York aus.

Die Golden Globes wurden in Beverly Hills und New York zum 78. Mal vergeben. Über die Auszeichnungen des Verbands der Auslandspresse (HFPA) in 25 Film- und Fernsehkategorien entscheiden nur knapp 90 internationale Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten.

In diesem Jahr hatte es für die intransparenten Mitgliedschaftskriterien Kritik an dem Verband gegeben. Ausserdem seien die Juroren ausschliesslich weiss, hatte die «Los Angeles Times» im Vorfeld berichtet. Während der Verleihung versprachen mehrere Mitglieder der HFPA, dass künftig auch Schwarze aufgenommen würden. Bei den Oscars stimmen mehr als 9’000 Filmschaffende ab. Die Academy Awards sollen am 25. April vergeben werden.

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