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Der Telebasel News-Beitrag vom 28. Februar 2021.
Region

Corona lässt Basler Jugendliche zur Politik finden

Die Corona-Pandemie motiviert Jugendliche, in der Politik aktiv zu werden. Die Jungparteien der Region verzeichnen seit Beginn der Krise einen massiven Zustrom.

JUSO, Junge SVP und die Baselbieter Jungfreisinnigen – die Positionen könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch eines eint sie: rekordhohe Zahlen neuer Mitgleider. Eines der neuen Mitglieder ist Jérômie Repond. Ihr gab die Krise den Anstoss, parteipolitisch aktiv zu werden. Letzten Sommer trat sie der Jungen SVP Basel-Stadt bei. Nach weniger als einem halben Jahr wurde sie in den Vorstand gewählt.

Wie Jérômie Repond sagt, sah sie ihre Meinung in der öffentlichen Diskussion zu selten vertreten – gerade in Zeiten der Pandemie. «Anstatt nur zu reklamieren, wollte ich in eine Partei gehen, damit ich wirklich etwas ändern kann.» Die Basler Junge SVP hat zurzeit 20 aktive Mitglieder. 2019 waren es noch deren zehn.

Dieser Zuwachs findet nicht nur bei dieser Partei statt. Auch die Baselbieter Jungfreisinnigen verzeichnen Höchstwerte bei den Mitgliederzahlen: Präsident Lucio Sansano spricht von über 50 aktiven Mitgliedern. Alleine im letzten Jahr seien 25 neue Mitglieder dazugekommen. Lucio Sansano ist überzeugt, dass das erhöhte Interesse mit den Corona-Massnahmen zusammen hängt. «Ich kann mir gut vorstellen, dass dies für viele ein erster Kontakt mit der Politik war.» Die Massnahmen bekomme schliesslich jeder zu spüren, gerade Jugendliche müssten grosse Opfer aufbringen. «Die Einschränkungen haben sicher dazu geführt, dass wir als Jungfreisinnige attraktiv erscheinen», so Sansano.

Armut zeigte sich in Corona-Krise

In der politischen Mitte sieht es bezüglich Mitgliederzuwachs allerdings weniger rosig aus. Die junge Mitte in Basel-Stadt sowie im Land sprechen von stagnierenden Zahlen. Ganz anders sieht es wiederum bei den jungen Linken aus. Die Baselstädtische JUSO freut sich ebenfalls über Mitgliederhöchstwerte.

Präsident Nino Russano: «Wir bemerken eine Politisierung der Jugend, was sich gerade bei den Mitgliederzahlen zeigt». Für den Genossen ist klar: «Die Freiraum-Thematik, aber auch die wachsende Schere zwischen Reich und Arm bewegen die Jungen». Alleine 2020 kamen 20 Neumitglieder dazu, eine Steigerung von mehr als zehn Prozent.

Doch nicht im gesamten linken Lager zeigen sich solche Zahlen. Beim jungen Grünen Bündnis, das beide Basel umfasst, ist der Mitgliederanstieg ausgeblieben. Co-Präsidentin Anouk Feurer sagt, dass die Klimabewegung für das Bündnis ausschlaggebender war als die Corona-Krise. «Ich denke, dass das Klimabewusstsein schon früher aktuell war – und unsere Themen nicht erst mit Corona an Aktualität gewannen.» Als junge und grüne Partei mobilisiere man eher mit dem Klimathema und werde auch eher als Klimapartei wahrgenommen.

Wie nachhaltig die Politisierung der Jugendlichen wirklich ist, muss sich zeigen – etwa bei den nächsten Wahlen.

1 Kommentar

  1. Gut so. Es bringt nichts nur zu jammern, demonstrieren oder fluchen über die Massnahmen (auch wenn zu viele mehr als fragwürdig sind). Diese jungen haben es gemerkt, bzw. es wurde ihnen bewusst, was zu tun ist.Report

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