Auch Gross muss gehen: Als vierter Schalke-Trainer in dieser Saison scheiterte der Zürcher wie seine Vorgänger. (Bild: Keystone)
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Schalke entlässt Gross und gesamte sportliche Führung

Das Chaos auf Schalke geht weiter: Der Krisenklub trennt sich per sofort vom Schweizer Trainer Christian Gross und der sportlichen Führung.

Auf Schalke ist es einen Tag nach dem 1:5 beim VfB Stuttgart zum grossen Knall gekommen. Der Tabellenletzte der Bundesliga entlässt Trainer Christian Gross, Sportvorstand Jochen Schneider und Sascha Riether, den Koordinatoren der Lizenzspielerabteilung. Peter Knäbel trägt bis auf Weiteres die sportliche Gesamtverantwortung. Der Traditionsverein aus Gelsenkirchen trennte sich am Sonntag kurz vor Mittag von seiner kompletten sportlichen Führung, nachdem die deutschen Medien bereits am Morgen darüber berichtet hatten.

Nun wird Peter Knäbel, der bisherige Technische Direktor im Nachwuchsbereich, bis auf Weiteres die Verantwortung bei den Profis übernehmen. Der ehemalige Technische Direktor des FC Basel und des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) wird versuchen zu retten, was wohl nicht mehr zu retten ist.

Spieler-Revolte gipfelt in Katastrophenspiel

Bereits im Lauf der Woche hatten sich auf und neben dem Feld Auflösungserscheinungen offenbart. Dem 1:5 am Samstag in Stuttgart war eine Spieler-Revolte vorausgegangen. Die erst in der Winterpause verpflichteten Sead Kolasinac, Shkodran Mustafi und Klaas-Jan Huntelaar sollen sich gegen den Trainer gestellt und bei Schneider vorstellig geworden sein. Ihren kritischen Worten liessen die Spieler aber keine Taten folgen. Der Auftritt in Stuttgart war eine sportliche Bankrotterklärung.

Gross scheitert als nächster Trainer

Als Konsequenz musste Gross nach nur 64 Tagen auf Schalke seinen Posten wieder räumen. Wie Lucien Favre im letzten Herbst wurde auch dem 66-jährigen Zürcher ein 1:5 gegen den Aufsteiger Stuttgart – seinem einstigen Arbeitgeber – zum Verhängnis. Gross, der sich im letzten Sommer noch öffentlich in den Ruhestand verabschiedet hatte, schaffte wie seine drei Vorgänger die Trendwende nicht: In elf Pflichtspielen resultierten ein Sieg, zwei Unentschieden und acht Niederlagen. Dank dem 4:0 gegen Hoffenheim, dem einzigen Sieg in den letzten 39 Bundesligaspielen, schaffte es der Schweizer immerhin, dass Schalke den Negativrekord von Tasmania Berlin von 31 sieglosen Spielen in Serie nicht an sich riss.

Trotzdem ist der Abstieg nach 30 Jahren in Folge in der Bundesliga kaum mehr abzuwenden. Mit Ausnahme von Tasmania Berlin stand in der Geschichte der Bundesliga nach 23 Runden noch keine Mannschaft so schlecht da wie Schalke: ein Sieg, neun Punkte und 16:61 Tore lautet die miserable Bilanz – mit vier verschiedenen Trainern. Wer das Team am Freitag im Spiel der allerletzten Chance gegen das ebenfalls abstiegsbedrohte Mainz betreuen wird, ist noch offen. Als Kandidat wird der ehemalige Spieler Mike Büskens gehandelt.

Kontinuierlicher Abstieg in der Ära Tönnies

Die Schuld für den Niedergang Schalkes bei der nun entlassenen sportlichen Führung zu suchen, wäre aber zu kurz gegriffen. Der Abstieg der Königsblauen mit ihrer glorreichen Vergangenheit kam gegen Ende der Ära des im letzten Sommer nach 19 Jahren als Aufsichtsratschef zurückgetretenen Clemens Tönnies schleichend. Unter der Führung des Fleischfabrikanten wuchs die Schuldenlast des Klubs kontinuierlich an, diese soll inzwischen rund 240 Millionen Euro betragen.

Nach drei Cupsiegen und acht Champions-League-Teilnahmen nach der Jahrtausendwende folgte ab 2018 auch der sportliche Niedergang. Die von Schneiders Vorgänger Christian Heidel teuer zusammengestellte Mannschaft wurde den Ansprüchen nie gerecht. Nachdem Schalke die Saison 2017/18 hinter Bayern München noch auf Platz 2 beendet hatte, folgte der Absturz, der im Mai im Abstieg in die 2. Bundesliga gipfeln dürfte.

1 Kommentar

  1. Wundert mich nichts mehr auf Schalke. Die Spieler verhauens und Schuld sind immer die Anderen. Wer die ersten 30 Minuten gesehen hat, bekam fast das Gefühl, dass man absichtlich 3 Eier bekommen hat. Öbs dann besser wird wenn alle rausgeworfen werden? Naja in Basel gibts auch noch Arbeit für de Chrigu. 🙂 😎Report

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