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Sehen Sie hier die ganze Medienkonferenz im noch einmal im Rückblick. (Video: Youtube, der Schweizerische Bundesrat)
Schweiz

Covid-Taskforce: «Setzen wir die positive Entwicklung nicht aufs Spiel»

Die Mutationen bereiten Sorgen in der Schweiz. Am Freitagnachmittag informierten die Fachexperten des Bundes in Bern.
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Die Pressekonferenz ist beendet. Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Masserey: Ansteckungsrisiko auf Terrassen ist grösser

Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG), hat den Behauptungen von Terrassenbetreibern widersprochen, dass diese kontrollierten Ansammlungen weniger gefährlich seien als spontane Runden. Im Gegenteil: Das Risiko einer Ansteckung sei auf Terrassen höher, sagte Masserey am Freitag vor den Bundeshausmedien.

«Wenn die Menschen sich versammeln wie auf einer Terrasse […], dann sind sie näher beieinander und sie bewegen sich mehr», sagte Masserey. Deshalb erhöhten diese Ansammlungen das Ansteckungsrisiko.

Es sei besser, «wenn sich die Leute sich ein bisschen verteilen und Abstand halten, anstatt dass sie sich auf einer Terrasse zusammen finden». Und es auch eine Frage der Fairness gegenüber anderen Restaurants, die ihre Terrassen nicht öffnen dürfen. «Deshalb sollen alle Terrassen geschlossen bleiben», sagte Masserey.

Schweizer können vorerst keine Heimtests machen

Zuhause testen noch in weiter Ferne: Zuhause können Menschen sich nicht selber diagnostizieren. Das sei auch wichtig für die Verbreitung der Epidemie. Weil Privatpersonen falsche Diagnosen stellen könnten. Die Strategie des BAG sieht deshalb vor, dass Fachpersonen und Labore die Tests auswerten.

Sichert sich die Schweiz auch den Impfstoff von Johnson & Johnson?

Die laufenden Verhandlungen mit dem Pharmakonzern Johnson & Johnson bezüglich der möglichen Beschaffung eines Impfstoffs kommentiert das BAG nicht. Die Zulassung des Impfstoffes soll laut Medienberichten im März erfolgen, noch hat der Bund aber keine Impfdosen bestellt.

BAG: Menschenansammlungen an Fasnacht in Einsiedeln schwierig zu bewerten

Der verbotene Fasnachtsumzug in Einsiedeln sei schwierig zu bewerten, sagt Virginie Masserey auf die Frage eines Journalisten. Das BAG könne keine Stellung nehmen, weil unklar sei, ob die Menschen aus Einsiedeln selber stammten. Denn die Ansteckungen sind dort nach den Menschenansammlungen während der Fasnacht nicht entscheidend angestiegen.

BAG-Masserey: Mehr Impfstoff im Frühling verfügbar

Wann erfolgt die nächste grosse Impfstoff-Lieferung für die Schweiz? BAG- Masserey sagt, dass bereits im März und April mehr Impfstoffe zu Verfügung stehen sollen. Vor allem im Mai und Juni sollen sehr viel mehr Impfungen möglich sein in der Schweiz.

Seco: Schweiz steht wirtschaftlich gut da

Die Schweizer Wirtschaft hat in der zweiten Corona-Welle einen viel schwächeren Rückgang erlebt als noch im Frühjahr 2020. Eric Scheidegger, stellvertretender Direktor und Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), zeigt sich beeindruckt.

Es sei erstaunlich, wie gut sich die Schweiz wirtschaftlich gehalten habe im Vergleich mit den meisten EU-Ländern, sagte Scheidegger am Freitag vor den Bundeshausmedien. Der leichte Rückgang beim Wirtschaftswachstum seit Herbst sei «überhaupt nicht vergleichbar» mit dem Einbruch während der ersten Corona-Welle.

Nicht ausklammern könne man aber Branchen, die aktuell besonders belastet würden, sagte Scheidegger. Das Gastgewerbe habe im letzten Quartal 2020 ein Minus von 20 Prozent verzeichnet. Auch die Unterhaltungs- und Kulturbranche verlor in dieser Zeitspanne 7 Prozent an Wirtschaftsleistung. Alles dazu lesen Sie hier.

Martin Ackermann: «Setzen wir die positive Entwicklung nicht aufs Spiel»

Auch die Covid-Taskforce des Bundes erwartet, dass die Corona-Mutation aus Grossbritannien bald in der Schweiz Überhand nimmt, so Präsident Martin Ackermann. Die Zahl der Mutationen steige aber nicht so schnell wie befürchtet: «Die Zahlen zeigen, dass wir positiv Einfluss nehmen konnten auf den Verlauf der Pandemie», so Ackermann. Das sei den Corona-Massnahmen zu verdanken, die der Bundesrat im Januar beschlossen hatte.

Die Zahl der Impfungen ist noch nicht genügend, um die Pandemie positiv zu beeinflussen. Ackermann warnt vor zu schnellen Lockerungen: In England und in Irland hätten sich Jo-Jo-Effekte ergeben wegen den Mutationen. Schrittweise Lockerungen seien sinnvoll, so die Taskforce, denn so könnten die Lockerungen überprüft werden. Das Wetter spiele zudem in die Hände der Wissenschaftler.

Die Taskforce zeigt sich aufgrund der aktuellen Lage also optimistisch. Ackermann mahnt aber: «Setzen wir die positive Entwicklung nicht aufs Spiel». Er sei zuversichtlich, dass ein Ende der Pandemie absehbar sei und man bald «wieder alle Freiheiten geniessen» könne. Man dürfe jetzt aber nicht zu früh aufatmen.

Mehr dazu lesen Sie hier.

Linda Nartey: Contact-Tracing in Kantonen funktioniere gut

«Die Ansteckungen stagnieren auf dem Niveau der ersten Welle», so die Berner Kantonsärztin Linda Nartey. Man müsse davon ausgehen, dass die Zahl der spontanen Corona-Tests eher zurückgehe. Es sei aber wichtig, dass weiterhin viel getestet werde, gerade mit Blick auf die bevorstehenden Lockerungen.

Nartey sagt, dass das Contact Tracing in allen Kantonen gut zu laufen scheine. Es sei nach wie vor wichtig, dass infizierte Personen kontaktiert und isoliert werden.

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Fast eine Viertelmillion Menschen ist doppelt geimpft

Bei den Aktivitäten für Jugendliche müssen die Schutzkonzepte weiter eingehalten sagen, so die Experten in Bern: Drinnen dürfen sich weiter lediglich fünf Menschen treffen, draussen ab Montag neu 15. Das gilt auch für Jugendliche.

Bisher sind 973’000 Impfdosen in der Schweiz eingetroffen. 750’000 Dosen wurden verimpft, 221’000 Menschen haben beide Dosen erhalten.

Virginie Masserey vom BAG: «Zahlen erfreulich, Lage fragil»

Die Medienkonferenz wird eröffnet von Virginie Masserey des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Masserey sagt, die epidemiologische Lage sei erfreulich, aber nach wie vor fragil. Die Zahlen bewegten sich aktuell zwar auf tiefem und stabilem Niveau, sowohl die Neuansteckungen wie auch die Positivitätsrate und die Spitaleinweisungen. Sorgen bereiten den Behörden aber die mutierten Virus-Varianten, die weiter deutlich an Boden gewinnen und langsam Überhand nehmen. Bei den Infektionen machen sie laut Masserey mittlerweile fast 60 Prozent aus.

Mit Fortdauern der Corona-Pandemie werde auch die psychische Gesundheit der Menschen auf die Probe gestellt. Man sei sich der Situation bewusst, gerade auch, was die jungen Menschen betreffe. Deshalb treten am Montag erste Lockerungen in Kraft, die bereits kommuniziert wurden.

Willkommen zur Medienkonferenz

Ab 14 Uhr informieren die Fachexperten des Bundes zur Corona-Lage in der Schweiz. Oben können Sie die Medienkonferenz live im Stream mitverfolgen. Zudem halten wir Sie im Ticker auf dem Laufenden.

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