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Der Telebasel-Newsbeitrag vom 26. Februar 2021.
Baselland

Kantonsspital baut mit der Hirslanden-Gruppe

Das Kantonsspital Baselland baut nun mit der Zürcher Hirslanden-Gruppe. Trotzdem stünden die Türen für das Unispital und andere Partner weiter offen.

Nur wenige Meter neben dem Haupteingang des Bruderholzspitals verfügt das KSBL über grosse Landreserven. Dort soll das neue ambulante Operationszentrum mit dem Namen OPERA Baselland zu stehen kommen.
Vieles ist heute noch unbekannt. Die genauen Pläne würden noch ausgearbeitet, sagt KSBL-CEO Norbert Schnitzler. Dazu gehören die genauen Kapazitäten, die ganze Architektur und auch der Kostenrahmen. Der Zeitplan ist aber sportlich. Schon Anfang 2023 soll das neue Zentrum fertig sein.

Neuer Partner kommen aus Zürich

Sicher ist, statt wie ursprünglich bei der Spitalfusion geplant, arbeitet das Kantonsspital Baselland nun nicht mit dem Unispital Basel zusammen, sondern mit der Zürcher Privatklinikgruppe Hirslanden. Diese betreibt nur 1.7 Kilometer Luftlinie vom Standort Bruderholz entfernt ihre Klinik Birshof in Münchenstein. Beide Unternehmen werden sich partnerschaftlich am Bau beteiligen und das neue Zentrum als Public-Private-Partnership zusammen leiten.

Wie Klinikdirektorin Beatriz Greuter sagt, werde die Klinik Birshof weiter bestehen. Jedoch sollen möglichst alle ambulanten Eingriffe ins neue OPERA Gebäude oben auf dem Bruderholz verlegt werden, da dieses optimal auf ambulante Eingriffe zugeschnitten werden soll. In der Medizin gebe es derzeit einen starken Trend zu immer mehr ambulanten statt stationären Eingriffen. KSBL-Sprecherin Anita Kuoni nennt etwa «weniger komplexe Kniespiegelungen, Blinddarmeingriffe oder der Grossteil der handchirurgischen Operationen». Das KSBL wolle möglichst viel seiner ambulanten Operationen ins moderne OPERA verlagern. Diese kämen aus dem ganzen Spektrum von der Allgemeinchirurgie, über die Orthopädie bis zu gynäkologischen Eingriffen. Die Klinik Birshof wolle insbesondere ihre orthopädischen Fälle beisteuern.

Tür für Unispital noch nicht zu

Norbert Schnitzler lege grossen Wert darauf, dass das Ambulatorium nicht als Angriff auf die Kliniken in der Stadt anzusehen sei. Einerseits fokussiere man sich insbesondere auf Fälle aus dem Landkanton. Andererseits sei man offen für weitere Partnerschaften, auch mit dem Unispital, falls dieses bereit dazu wäre. Und auch einzelne Ärzte würde man gerne bei sich aufnehmen. Auch Beatriz Greuter von Hirslanden betont, die neue Einrichtung soll für weitere Partner offen sein.

Sowohl das Gewinnen neuer Partnerschaften wie auch die vorschreitende Verschiebung hin zur ambulanten Medizin könnten OPERA Baselland schon bald an die Kapazitätsgrenzen bringen. Deshalb soll die neue Einrichtung Modular gebaut werden. So könnte das Gebäude rasch ausgebaut werden, wenn es nötig sein sollte, meint Schnitzler.

Kein Ersatz für das alte Bruderholzspital

Das neue OPERA Baselland soll das bestehende Bruderholzspital nicht ersetzten. Wie KSBL Direktor Norbert Schnitzler sagt, sei es als Ergänzung gedacht. Was ambulant behandelt werden könne, wechsle ins neue Operationszentrum. Daneben bleibe das alte Spital aber bestehen.

Die Fachbereiche Orthopädie, Geriatrie, Schmerzmedizin und Rehabilitation würden beibehalten. Genauso wie die Basisversorgung mit Innerer Medizin, allgemeiner Chirurgie und die Notfallmedizin. Dies ganz im Sinne der Strategie FOKUS welche der Eigentümerkanton beschlossen hat. Regierungsrat Thomas Weber sei denn auch über die Pläne informiert worden und begrüsse die Kooperation, teilt sein Kommunikationsverantwortlicher Rolf Wirz mit. Weber selbst weilt diese Woche noch in den Ferien.

Aber weitere Massnahmen auf dem Bruderholz nötig

Wie Schnitzler weiter ausführt, seien durchaus auch am alten Spital noch Bauarbeiten möglich, am Angebot solle sich aber nichts gross ändern. Insbesondere die Bettenstation und die Aussenhülle entsprächen nicht mehr den heutigen Standards. Andere Bereiche wie die Notfallstation seien aber topmodern und auf eine lange Nutzungsdauer ausgerichtet.

Offen sei auch, wie sich die aktuelle Coronapandemie auf die weitere Spitalplanung auswirke. Eigentlich wäre vorgesehen, die Intensivstation im Bruderholz zu schliessen. Möglicherweise würde dies nochmals überdacht, entschieden sei aber noch nichts.

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