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Der Telebasel News-Beitrag vom 24. Februar 2021.
Baselland

Münchenstein hilft, tonnenweise Fisch zu retten

Noch immer sitzt die Firma Bayshore auf über 100 Tonnen Fisch fest. Nun ermöglicht die Gemeinde Münchenstein einen Rampenverkauf im Kuspo.

«Wir sind sehr froh, dass uns die Gemeinde Münchenstein diese Gelegenheit gibt», sagte Bayshore-Geschäftsführer Toby Herrlich. Die Gemeinde habe von seinen Absatzschwierigkeiten erfahren und sich spontan bei ihm gemeldet.

Seit Wochen ist die Oberwiler Familienunternehmung auf der Suche nach einer Möglichkeit, ihren Fisch an Endkunden zu verkaufen. Normalerweise beliefert der Handelsbetrieb Zwischenhändler aus dem Gastronomiebereich. Wegen Corona ist dieser Markt im letzten Jahr aber dermassen zusammengebrochen, dass Familie Herrlich noch immer auf 118 Tonnen tiefgefrorenem Fisch, die sonst schon längstens konsumiert worden wären, festsitzt.

Ein erster Versuch, einen Rampenverkauf in Pratteln zu etablieren, scheiterte am grossen Erfolg. Die Betreiber des Areals stoppten den Abverkauf aus Sicherheitsgründen, der Kundenansturm war zu gross. Inzwischen konnten bei einem Rampenverkauf im zürcherischen Dietikon rund 1,5 Tonnen Fisch verkauft werden. Das ist aber erst ein Tropfen auf den heissen Stein.

Verkauf in Münchenstein wird nicht ausreichen

Auch der Verkauf in Münchenstein alleine wird das Problem nicht lösen, meint Toby Herrlich: «Wir bräuchten etwa 50 solche Gelegenheiten in der Schweiz». Darum hoffe er noch immer, einen grösseren Standort bei einer Rampe mit angeschlossenem Kühlraum zu finden.

In Münchenstein sind in den nächsten Tagen weitere Verkäufe geplant, und zwar diesen Freitag, 26. Februar sowie nächste Woche am 3. März und 5. März. Verkauft wird jeweils von 14 bis 16 Uhr. Das Unternehmen bittet darum, kurz vorher seine Website zu konsultieren. Dort werden die angebotenen Fischsorten und die genauen Öffnungszeiten aufgelistet.

Das Organisieren solcher Rampenverkäufe sei eine grosse Herausforderung. Normalerweise verschiebt der Familienbetrieb ganze LKW-Ladungen. Da kleinere Aufgaben an externe Unternehmen ausgelagert wurden, kommt der Betrieb normalerweise mit drei Angestellten aus. Für den Verkauf an Endkunden werden vor Ort aber mehr Leute benötig. Nicht nur auf geeignete Orte, sondern auch auf helfende Hände sei man deswegen angewiesen.

Auch für die Familie stehe viel auf dem Spiel

Ein schonender Umgang mit den Ressourcen liegt Toby Herrlich am Herzen. So handelt er insbesondere mit Fischen aus nachhaltigem und umweltfreundlichem Fischfang. Seit langer Zeit kämpft er zudem gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Dass die Fische in der Kehrrichtverbrennungsanlage landen könnten, gelte es unbedingt zu verhindern.

Daneben steht aber auch das Überleben des Unternehmens auf dem Spiel. Und auch für seine Familie sei es eine schwierige Zeit. Das Ersparte der letzten Jahrzehnte und gar die Pension seines Vaters seien in die Fische an Lager investiert worden. Daher wolle Toby Herrlich versuchen, möglichst allen Fisch bis im Herbst zu verkaufen: «Dieses Lager hat ein Ablaufdatum. Das Geld hat in diesem Sinn ein Ablaufdatum».

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