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Roger Federer arbeitet hart für sein Comeback nach seinen Knieoperationen. (Bild: Keystone)
International

Roger Federers langer und harter Weg zurück

Roger Federer arbeitet hart für sein Comeback. Sein Fitnesscoach Pierre Paganini spricht über den langen Weg zurück und ist von Federers Geduld beeindruckt.

Lang mussten wir warten, bald ist es soweit. Nach über einem Jahr Pause soll Roger Federer am 8. März zurück auf die Tennis-Tour kommen. Für das ATP-Turnier in Doha hat er bereits zugesagt.

In Ruhe arbeiten

Dass Roger Federer nach Verletzungen immer wieder zur alten Stärke zurückfand, ist auch Pierre Paganini zu verdanken. Seit über 20 Jahren ist er der Fitness- und Konditionscoach des Tennis-Weltstars. In einem Interview mit dem «Tagesanzeiger» spricht der 63-Jährige über die jüngste Verletzung und den langen Weg zurück.

Ziemlich genau ein Jahr ist vergangen, als sich Federer am 19. Februar 2020 der ersten von zwei Operationen am lädierten Knie unterzog. Danach konnte er in der Schweiz in Ruhe am Comeback arbeiten, auch weil der Spitzensport wegen der Coronakrise weltweit zum Stillstand kam.

Schwieriger Start

Viel Geduld sei gefragt gewesen, wie Pierre Paganini erzählt: «Wir hatten einen totalen Unterbruch. Die Muskulatur baute sich stark ab. Die Zeit war lang zwischen der ersten Operation und dem Moment im Juli, als wir sagten, jetzt können wir wieder langsam beginnen, progressiv zu arbeiten. Seine Muskulatur war überhaupt nicht mehr im gleichen Zustand.»

Dementsprechend schwierig sei der Start gewesen: «Als ich mit ihm wieder zu arbeiten begann, waren wir ganz unten.» Roger Federer startete mit kleineren Übungen für die Belastbarkeit.

Nichts überstürzen

Die Geduld von Federer beeindruckt seinen Fitnesscoach immer wieder aufs Neue: «Er brauchte unglaublich viel, bis er an diesem Punkt war. Es ist ein Wahnsinn, wenn man sich das alles überlegt. Was man bei ihm oft unterschätzt, ist die Geduld, die er hat.» Ohne sie wäre er wohl längstens des Alters wegen zurückgetreten, so Pierre Paganini.

Nun dürfe man aber nichts überstürzen, erklärte der 63-jährige Schweizer weiter: «Es ist vor allem wichtig, dass man langsam vorwärtsgeht, im Schneckentempo. Damit du ja keinen Rückschlag mehr hast. Und das hatte er nach der zweiten Operation auch nicht.»

Zukunftsplanung?

Anfang Oktober konnte der Baselbieter wieder ins zielgerichtete Konditionstraining einsteigen. Mittlerweile trainiere Federer fast wieder normal. «Wenn Sie zuschauen würden, würden Sie sagen: Er ist nicht verletzt, alles in Ordnung», so der Fitnesscoach.

Deswegen stehe an der Teilnahme in Doha nichts mehr im Weg. Noch unklar sei, ob Roger Federer auch am darauf folgenden Turnier in Dubai mit dabei ist. Denn die vollständige Erholung des Baselbieters sei noch nicht abgeschlossen: «Es wird nochmals einen Aufbaublock geben, nachdem er die Turniere gespielt hat, die er spielen will, irgendwann im April. Wie lange dieser ist, wird sich bald entscheiden», erklärte Pierre Paganini.

Zum Schluss wird Pierre Paganini vom «Tagesanzeiger» gefragt, ob es eine Planung gebe, die bis 2022 reiche. «Wir haben immer einen Plan A und einen Plan B. Aber wir haben viel zu wenig Antworten auf gewisse Fragen, die im Training aufgetaucht sind.» Und deshalb braucht der Maestro, sein ganzes Team und natürlich auch die Fans noch weiter Geduld. 

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