Mit den Corona-Impfungen sollen in der Schweiz weitere Freiheiten folgen. (Bild: Keystone)
Schweiz

Können Arbeitgeber ihre Mitarbeitenden zur Impfung zwingen?

Welche Freiheiten werden mit der Corona-Impfung möglich? Und können Arbeitgeber Impf-Verweigerern kündigen? Die Antworten finden Sie hier.

Corona-Geimpfte sollen in der Schweiz wieder Clubs, Beizen, Theater und Fitnessstudios sowie in Konzerte gehen dürfen. Das will der Bundesrat laut «Blick» verfügen. Vom Parlament gibt es dafür Unterstützung:  Die Staatspolitische Kommission des Ständerats (SPK-S) verlangt, dass Personen, die nachweislich nicht ansteckend sind, wieder möglichst normal leben können.

Die Erleichterungen sollen anfallen, sobald bewiesen ist, dass eine Ansteckung nach einer Impfung praktisch unmöglich ist. Laut der Kommission sollen auch Menschen, die eine Corona-Erkrankung überstanden haben mehr Freiheiten erlangen.

Digitaler Impfnachweis in Arbeit

Bis es soweit ist, geht es aber noch einige Monate. Laut dem Ausserrhoder Ständerats Andrea Caroni (FDP) sollen die Freiheiten  erst möglich sein, wenn absehbar ist, dass alle in der Schweiz eine Impfung erhalten, die eine möchten. Das wäre ab Mai oder Juni. Schon jetzt fordert die Kommission den Bundesrat auf, die nötigen Grundlagen zu schaffen.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) arbeite schon am digitalen Impfnachweis: Diesen solle es ab kommendem Monat in der Schweiz geben. Wie das aussehen könnte, zeigt ein Beispiel aus Israel.

Kündigungen möglich?

Auch in der Arbeitswelt soll die Impfung eine Rolle spielen:  «Im privatwirtschaftlichen Arbeitsverhältnis muss es für die Arbeitgeber möglich sein, einen Unterschied zu machen zwischen geimpften und nicht geimpften Arbeitnehmenden», wird Daniella Lützelschwab vom Arbeitgeberverband zitiert. Dies gelte besonders für jene, die für andere ein Sicherheitsrisiko darstellten sowie dort, wo ein häufiger Kontakt zu anderen Menschen bestehe.

Die Juristin sagt, dass nur ein Teil der Arbeiten in Unternehmen im homeoffice erledigt werden könne. Sie begrüsse daher, wenn geimpfte Angestellte möglichst rasch wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren dürfen.

Aus ihrer Sicht drohe Impfverweigerern gar die Kündigung. Zwar könnten «Arbeitgeber jene, die sich nicht impfen lassen wollen, von denen aber ein erhöhtes Gefährdungspotenzial ausgeht, an eine andere Stelle versetzen», erläutert si sie. Dennoch: «Auch eine ordentliche Entlassung kann bei solchen Personen zur Diskussion stehen, wenn eine Versetzung nicht möglich ist.»

Der Chef müsse in diesem Fall einem Angestellten aber eine Frist setzen, in der dieser die Impfung nachholen kann.

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