Die EU will ihre Impfrückstände bis im Sommer aufholen. (Bild: Keystone)
International

EU plant bis Sommer mit Impfungen aufzuholen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist überzeugt, bis zum Sommer eine «spürbare Besserung» bei den Coronavirus-Impfrückständen zu erzielen.

«Die Impfstoffhersteller sind in dieser Pandemie unsere Partner», sagte die CDU-Politikerin der Zeitung «Augsburger Allgemeinen» vom Mittwoch.

Die Lage werde sich spürbar bessern, kündigte von der Leyen mit Blick auf das zweite Quartal an. Pfizer/BioNTech könne mehr Coroanvirus-Impfdosen als zunächst angenommen liefern, der Impfstoff von Johnson & Johnson komme noch hinzu, hiess es zur Begründung.

«Wir haben auf sechs Hersteller gesetzt, drei davon sind inzwischen zugelassen und weltweit nachgefragt, zwei befinden sich kurz vor der Zulassung», erklärte sie. Die EU habe daher mit ihrer Strategie auf die «richtigen Pferde» gesetzt. Das breite Angebot an Coronavirus-Impfstoffen, könne auch gegen die Mutationen genutzt werden. «Wenn sich jetzt noch Daten israelischer Forscher bestätigen sollten, dass BioNTech-Geimpfte das Virus kaum mehr übertragen, dann wäre das ein weiterer Sprung nach vorn.»

Viel Geld in die Forschung

Mit den Pharmafirmen liefen bereits Vorbereitungen, um beim Auftreten weiterer gefährlicher Varianten die Impfstoffe gegebenenfalls anpassen zu können. «Dazu investieren wir massiv in die Forschung und einen schnelleren Datenfluss», sagte sie der Zeitung. «Und zum Dritten arbeiten wir an einem Netz an Produktionsstätten, die in der Lage wären, einen verbesserten Impfstoff rasch zu produzieren.» Das zeige, wie wichtig es sei, die Kräfte in Europa zu bündeln. «Dies schafft kein Land allein.» Sie forderte alle EU-Mitgliedsstaaten zu Gen-Analysen auf, um neue Mutation schnell zu entdecken und rückzuverfolgen.

Die EU sieht sich mit der Kritik konfrontiert, sie habe versäumt, eine ausreichende und frühzeitige Versorgung mit Impfstoffen für die 27 Mitgliedstaaten zu sichern. Von der Leyen wies den Vorschlag, zur Überbrückung der Impf-Engpässe die zweite Dosis hinauszuzögern, zurück. «Wir sollten uns an die Vorgaben halten, die die Hersteller in ihren ausführlichen klinischen Tests ermittelt haben», sagte sie. «Wir strecken deswegen die zweite Impfung nicht.»

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