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Der Telebasel News Beitrag vom 24. Februar 2021.
Region

Beliefern badische Bauern Basel bald nicht mehr?

Schon die Grossmutter des badischen Bauern Stefan Berg hat Gemüse nach Basel geliefert. Eine nationale Reglung könnte das nun verunmöglichen.

Dank eines Grenzabkommens aus dem Jahre 1958 dürfen Bauern aus dem unmittelbaren Ausland Gemüse und Beeren an Basler Haushalte und Restaurants liefern und das zollfrei. Stefan Bergs Demeter-Hof macht das schon seit Generationen. Die Eidgenössische Zollverwaltung lässt das aber bald nicht mehr zu. Ab 2022 müssen Lieferungen ganz normal verzollt werden.

Das stellt den Bauern vor grosse Probleme. «Dafür sind wir eigentlich zu klein. Das ganze System ist nicht darauf ausgelegt, dass man drei Kisten Salat, 30 Köpfe oder für 100 Leute eine kleine Gemüsekiste liefert. Das ganze Zollsystem ist darauf ausgerichtet LKW-weise Ware rein zu bringen», so Berg. Unklar ist für Berg darum, ob man die Lieferungen nach Basel bei einem so grossen Zollaufwand im neuen Jahr noch machen könne.

Widerstand gegen nationale Regelung

Auch die Basler Politik hat sich eingeschalten, zuletzt hat der Regierungspräsident Beat Jans einen Brief an Finanzminister Ueli Maurer gerichtet und für die Bauern aus dem Grenzgebiet ein gutes Wort eingelegt. «Sie gehören eigentlich zur Stadt», sagt Jans gegenüber Telebasel.

Dass sie mit kurzen Distanzen Gastro- und Hotelberiebe beliefert hätten, sei gemäss Jans eine «wunderbare Lösung» gewesen. «Wenn sie jetzt nicht mehr liefern könnten, dann muss das Gemüse unter Umständen von weiter herkommen», so Jans. Eine Antwort aus Bern steht noch aus, der Brief wurde aber auch erst letzten Freitag verschickt.

Dieses Engagement begrüsst man natürlich im badischen Binzen. Tatsächlich wird das Gemüse des Bauern, entsprechend der aktuellen Reglung, nie weiter als 20 Kilometer zollfrei geliefert. In den meisten Fällen sei es aber noch viel weniger.

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