Die Aargauische Kantonalbank (AKB) erzielte 2020 zwar weniger Gewinn. Die Bank liefert jedoch mehr Geld in die Staatskasse ab. (Archivbild: Keystone)
Schweiz

Aargauische Kantonalbank mit Gewinn-Rückgang von 6,3 Prozent

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat 2020 einen Jahresgewinn von 138,2 Millionen Franken eingefahren. Trotz einem Rückgang von 6,3 Prozent ist man zufrieden.

Der Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Millionen Franken oder um 6,3 Prozent. Die staatseigene Bank spricht von einem «erfreulichen Ergebnis».

Der Bankrat beantragt in Absprache mit dem Regierungsrat eine Gewinnablieferung an den Kanton Aargau von 67,0 Millionen Franken, wie die AKB am Dienstag an einer Videokonferenz mitteilte. Das ist eine Million Franken mehr für die Staatskasse als im Vorjahr.

Zusätzlich mit den 11,1 Millionen Franken für die Abgeltung der Staatsgarantie erhält der Kanton eine Gesamtentschädigung von 78,1 Millionen Franken. Hinzu kommen 8 Millionen Franken an die Standortgemeinden.

Höheren Geschäftserfolg

Die AKB mit 832 Mitarbeitenden und 90 Ausbildungsplätzen steigerte den Geschäftserfolg um 10,6 Millionen auf 192,9 Millionen Franken. Es ist das drittbeste operative Ergebnis in der Geschichte der Bank. Das Ergebnis sei nicht nur in absoluten Zahlen stark, sagte Bankratspräsident Dieter Egloff: «Wir haben auch wirtschaftlich effizient gearbeitet.»

Das Kundenvermögen stieg um 1,5 Milliarden auf 30,1 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Wachstum von 5,1 Prozent. Die Bank erhöhte ihre Eigenmittel nach der Gewinnverwendung um 118 Millionen auf insgesamt 2,5 Milliarden Franken. Damit erreicht die AKB fast das obere Ende des in der Eigentümerstrategie des Kantons definierten Zielbandes von 16 bis 18 Prozent.

160 Millionen Corona-Kredite ausbezahlt

Die Corona-Pandemie prägte auch das Geschäftsjahr der AKB. Im Rahmen der Covid-19-Kreditprogramme von Bund und Kanton wurden mehr als 2100 Kredite im Umfang von rund 300 Millionen gesprochen. Bis Ende Jahr wurden gemäss Angaben der Bank 160 Millionen Franken beansprucht.

Vier Prozent der Gesuche wurden abgelehnt, weil die Voraussetzungen fehlten oder die Formalitäten ungenügend waren. Die Missbrauchs-Verdachtsfälle hätten damit deutlich eingeschränkt werden können, hiess es. Die Bank musste «lediglich bei einer Handvoll Fällen» eine Meldung oder Anzeige an die Behörden machen.

Im KMU-Bereich wurden die Kreditlimiten um netto mehr als 100 Millionen Franken ausgebaut. Überschussliquidität, Negativzinsen und eine reduzierte Investitionen führten gemäss AKB zu vielen Kreditrückzahlungen. Dies zeige sich auch am ungebremsten Anstieg der KMU- und Firmenguthaben um 788 Millionen Franken oder um 25,7 Prozent.

2,9 Prozent mehr Hypotheken

Planmässig stiegen die Hypotheken für selbstgenutztes Wohneigentum wie Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen um 308 Millionen Franken oder 2,9 Prozent. Die AKB habe ihre führende Position in der Vergabe von Hypotheken an Privatpersonen in ihrem Marktgebiet weiter festigen können, hiess es. Insgesamt wuchsen die Ausleihungen an Kunden um 232 Millionen Franken oder um ein Prozent.

Auch die privaten Kundeneinlagen stiegen. Dieser Effekt zeige sich in Zeiten des Lockdowns stärker und sei ein Hinweis auf reduzierten Konsum. Gleichzeitig sei der Anlagebedarf angestiegen.

Viele Neukunden nach NAB-Ende

«Das Vertrauen in die AKB ist ungebrochen», sagte Direktionspräsident Dieter Widmer. Mit den Veränderungen in der regionalen Bankenlandschaft im Herbst 2020 habe sich der Neukundenzugang verdoppelt. Die AKB halte an allen 32 Standorten fest.

Die regionale Langzeitrivalin, die Neue Aargauer Bank (NAB), war in die Grossbank Credit Suisse (CS) einverleibt worden. Damit verschwand der Namen NAB von der Bildfläche.

Mit netto 765 Millionen Franken Neuinvestitionen in Wertschriftenanlagen und mit weiteren 200 Millionen Franken Wertzuwachs erhöhten sich die Depotbestände auf 14,2 Milliarden Franken. Dies entspricht einer Steigerung um 7,2 Prozent. Letztlich überstiegen die Kundenvermögen erstmals die Marke von 30 Milliarden Franken.

Weniger Wertberichtigungen als erwartet

Die Wertberichtigungen und Verluste auf Krediten beliefen sich sich 2020 auf netto 1,1 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte die Bank einen Auflösungsüberhang von 8,0 Millionen Franken ausgewiesen. «Gegen Ende des Berichtsjahres mussten wir vermehrt Wertberichtigungen vornehmen für KMU und Firmenkunden, die von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie betroffen sind», sagte Widmer.

Insgesamt sei man jedoch positiv überrascht, wie wenig sich die bisherigen Ereignisse auf das Kreditportfolio ausgewirkt hätten. «Unsere umsichtige Kreditpolitik und das umfassende Risikomanagement zahlen sich aus», gab sich der Direktionspräsident überzeugt.

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