Nach rund zweimonatiger Schliessung und Notbetreuung öffneten am Montag in weiteren zehn Bundesländern wieder Kindertagesstätten und Grundschulen.
International

Merkel will vorsichtig öffnen

Aus Angst vor dritter Welle: Die deutsche Regierungschefin Angela Merkel erneut für eine vorsichtige Strategie bei möglichen Öffnungen plädiert.

Öffnungsschritte müssten gekoppelt mit vermehrten Tests klug eingeführt werden, sagte Merkel am Montag nach Angaben von Teilnehmern in Online-Beratungen des Präsidiums ihrer Partei CDU. Die Sehnsucht der Bürger nach einer Öffnungsstrategie sei gross, sagte Merkel und fügte hinzu, das verstehe sie. Sie sehe drei Bereiche, für die man Pakete einer Öffnungsstrategie schnüren müsse. So gehe es zum einen um den Bereich der persönlichen Kontakte, zum zweiten um das Thema Schulen und Berufsschulen sowie um ein drittes Paket mit Sportgruppen, Restaurants und Kultur.

Den Anfang mit der Wiederöffnung von Grundschulen und Kindergärten hatten zunächst die Länder Sachsen und Niedersachsen gemacht. Der Unterricht findet entweder im sogenannten Wechselbetrieb statt mit halben Klassen, die abwechselnd zur Schule kommen, oder im Vollbetrieb mit festen Gruppen, die sich möglichst nicht begegnen. Geschäfte sind in Deutschland weiter geschlossen mit Ausnahmen wie etwa Lebensmittelläden und Apotheken. Restaurants und Cafés bieten Speisen und Getränke nur zum Mitnehmen an. Zugleich hakt wie in anderen EU-Ländern auch die Impfkampagne, weil derzeit nicht genügend Impfdosen für alle Impfwilligen zur Verfügung stehen.

Für eine zügige und sichere Rückkehr zum normalen Betrieb in Grundschulen und Kindergärten sollen sich Lehrkräfte und Erzieherinnen sowie Erzieher früher gegen das Coronavirus impfen lassen können. Das sieht ein Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums vor, der am Montag auch den Ländern zugeleitet wurde.

Die nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit den Regierungschefs aller 16 Bundesländer und Merkel soll am 3. März stattfinden. Ziel ist es, dann Pläne für mögliche Öffnungsschritte zu präsentieren. Kanzleramtschef Helge Braun sagte nach Informationen aus Teilnehmerkreisen im CDU-Präsidium, die Mutationen des Coronavirus zerstörten leider gerade die gute Entwicklung in Deutschland.

Die Kurve der Neuinfektionen hatte am Sonntag den vierten Tag in Folge nach oben gezeigt – trotz des seit Mitte Dezember geltenden Lockdowns. Am Montag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) – in Deutschland die führende Behörde in der Pandemie – kaum Veränderung: Binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 4369 Neuinfektionen, vor einer Woche waren es 4426 gewesen. Zugleich stieg aber die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) weiter an: und zwar auf bundesweit 61,0. Am Vortag hatte sie noch bei 60,2 gelegen.

Seit Beginn der Pandemie registrierte das RKI 2 390 928 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 22.02., 03.10 Uhr). Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 67 903.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel