Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 20. Februar 2021.
Baselland

Pratteln lässt den Butz auf die Strasse – trotz Pandemie

Die fasnächtlichen Aktivitäten sind dieses Jahr gestrichen. Pratteln lässt den Butz trotzdem durchs Dorf, der mittelalterliche Brauch ziehe keine Menschen an.

Seit über 400 Jahren zieht der Butz vor der Fasnacht in Pratteln durch das Dorf. Auch dieses Jahr, obwohl es keine Fasnacht gibt und die Corona-Pandemie eigentlich alles lahmlegt.

Schutzmassnahmen machten den Umzug möglich

Damit der Butz am Samstagmorgen durch die Strassen ziehen konnte, war ein Schutzkonzept nötig. Nur knapp wurde dies von der Gemeinde genehmigt. Bis zum Schluss mussten die Organisatoren bangen, denn hätte es eine Ansammlung mit über fünf Personen gegeben, wäre alles abgebrochen worden.

«Wir machten keine Werbung, wir gehen nicht in die Altersheime. Wir essen die Eier und den Wein nicht zusammen am ‹Eierdätsch›, wie sonst. Es ist also ein wenig ein anderer Butz, wir haben ihn auch verkürzt. Aber wichtig ist, dass wir etwas machen und der Butz ausfährt», so Lorenz Flück, der am Samstag den Butz spielte.

Normalerweise zieht eine Gruppe von 15 Personen mit einem grossen Wagen durch das Dorf, begleitet von Hornbläsern. Letztere fielen dieses Jahr weg, die 15 Personen mussten sich in drei Gruppen aufteilen und zogen so durch das Dorf.

Über 400 Jahre ohne Unterbruch

«Früher waren es die ‹Stäcklibuebe›, die den Butz machten. Sie hielten diesen Vorfasnachtsbrauch, damit sie während der Fasnacht etwas zu essen, zu trinken und Geld hatten. So finanzierten sie sich eigentlich die Fasnacht», erklärt Lorenz Flück den Brauch aus der mittelalterlichen Zeit.

Weil es den Brauch so lange gibt, sei es wichtig, ihn aufrecht zu erhalten: «Da es so einen heischen Brauch eigentlich sonst nirgends gibt. In dieser Form ist er hier in Pratteln einzigartig. Es ist auch wichtig, da man sagt, dass der Butz seit 400 Jahren jedes Jahr ausgefahren ist, da wollten wir ihn dieses Jahr nicht streichen», so Flück am Samstag.

Und es habe sich gelohnt. Der Umzug wurde nicht unterbrochen und die Pratteler hatten Freude: «Wir hörten von vielen Leuten, es sei schön, dass wir trotzdem etwas gemacht haben. Sie freuen sich, dass trotzdem etwas läuft», so der diesjährige Butz.

1 Kommentar

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel