Sibel Arslan. (Archivbild: Keystone)
Basel

Jetzt spricht Sibel Arslan

Der rechtsextreme Eric Weber veröffentlichte letzte Woche ein herabwürdigendes Video über die Basler Nationalrätin Sibel Arslan. Nun bricht sie ihr Schweigen.

Vergangene Woche wurde ein Video veröffentlicht, in dem der rechtsextreme und mehrfach verurteilte kriminelle Basler Grossrat Eric Weber die Basler Nationalrätin Sibel Arslan (BastA!) auf rassistische und sexistische Art und Weise verhöhnte. Die Politikerin geht rechtlich gegen Weber vor.

In einem Interview mit der «Wochenzeitung» äussert sich die Politikerin nun zum ersten Mal öffentlich zum Angriff.

Wie es ihr geht

«Obwohl es leider nicht der erste Angriff dieser Art ist, bin ich immer wieder aufs Neue schockiert.»

Über strukturelle Probleme

«Extreme Übergriffe – besonders auf Frauen in der Öffentlichkeit – sind nur die Spitze des Eisbergs. Auf die meisten Diskriminierungen und Übergriffe folgt kein öffentlicher Aufschrei: Sie geschehen in der Schule, am Arbeitsplatz, sie geschehen vor den Augen aller, und in der Regel greift niemand ein, um sie zu stoppen.»

Über Solidarität

«Der Angriff auf mich löste eine Welle der Solidarität aus, die zu spüren für mich unglaublich schön war. Gleichzeitig würde ich mir wünschen, dass Formen der Gewalt wie Hate Speech, Sexismus, Rassismus oder Stalking nicht nur dann ein Thema werden, wenn sie eine Person betreffen, die in der Öffentlichkeit steht. Dass nur die extremen Fälle Aufmerksamkeit erhalten und auf institutioneller Ebene noch längst kein Umdenken stattgefunden hat, ist ein grosses Problem.»

Zur Rolle der Politik

«Natürlich muss sich die Politik damit beschäftigen. Darum habe ich auch Vorstösse zu Themen rund um Gewalt und Diskriminierung eingereicht. In der Pflicht sehe ich jedoch auch Institutionen, wie Staatsanwaltschaften oder Gerichte, die klare und mutige Entscheide zum Schutz von Betroffenen fällen müssen. Gleichzeitig befinden wir uns mit der fortschreitenden Digitalisierung in einer Transformationsphase, die strukturelle Anpassungen erfordert: Zu denken wäre etwa an gerichtliche Institutionen, die 24 Stunden erreichbar sind, damit in dringenden Fällen, etwa bei Übergriffen im Internet, rasch gehandelt werden kann.»

Zur Rolle der Justiz

«Ich bin überzeugt, dass solche Fälle juristische Konsequenzen haben müssen! Allerdings zeigt sich, dass die Durchsetzung des Rechts, gerade mit der Digitalisierung, an Grenzen stösst.»

Zur Rolle der Medien

«Die Basler Medien haben sich geschlossen dazu entschieden, den Vorfall nicht aufzugreifen, um dem Verantwortlichen und seinem Gedankengut keine Plattform zu bieten. Von den nationalen Medien hätte ich mir dieselbe Sensibilität gewünscht. Dass der Schutz und die Würde von Menschen mit Füssen getreten werden, nur um Klicks und damit Gewinn zu generieren – soll das in der Schweiz etwa ein Geschäftsmodell sein?»

3 Kommentare

  1. Auf ein Gesetz,das Stalking unter Strafe stellt warte ich schon
    lange.Auch masive verbale Angriffe mit Drohungen müssten
    härter bestraft werden.Report

  2. Hallo
    Also wenn bei mir jemand die Grenze des Anstandes überschreitet spreche ich dies direkt bei der betreffenden Person an und zwar wie ich das Verhalten beobachte wie ich mich dabei fühle und welche Lösungen ich anbiete. Vor allem Eigenverantwortlich,dannach hole ich fachliche Hilfe in Form von Mediation Supervision Manchmal akzeptiere ich die Leute einfach so wie sie sind BeyReport

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