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Der Fokus Corona-Beitrag vom 16. Februar 2021.
Basel

Keine Besucher im Tierpark und Zolli – So wird den Tieren nicht langweilig

Seit mehreren Wochen sind die Tierparks in der Region geschlossen. Wo keine Besucher sind, müssen Tierpfleger als Unterhalter einspringen.

Wo sich sonst Besucher tummeln und Kinder herumtollen, herrscht jetzt gähnende Leere. Die Tierparks in der Region sind seit mehreren Wochen für die Öffentlichkeit geschlossen. Während die einen Tiere die Stille geniessen und die leeren Parkwege in Anspruch nehmen, ist den anderen «etwas langweilig», heisst es aus dem Tierpark Lange Erlen. Telebasel traf in den Langen Erlen dessen Stiftungspräsidentin Nicole Strahm und im Zolli dessen Direktor Olivier Pagan zum Interview.

Pfleger springen als Unterhalter ein

Sowohl die Tiere im Zolli, wie auch die im Tierpark sind sich Zeiten, in denen keine Besucher am Gehege kleben, gewohnt. So zum Beispiel im Sommer, wenn die Sonne erst weit nach Betriebsschluss untergeht. Dieser lange Zeitraum ohne Besucher aber sei speziell. «Wir merken, dass die Tiere aufmerksamer sind, wenn jemand durchläuft», so der Direktor des Zoos Basel, Olivier Pagan. «Die Pfleger achten nun noch mehr darauf, dass sie die Tiere unterhalten. Dazu gehört zum Beispiel das Verstecken des Futters», so Pagan.

Ähnlich sieht es auch im Tierpark Lange Erlen aus. «Den Kapuzineräffchen ist etwas langweilig ohne Besucher. Die Affen müssen sonst schon unterhalten werden, jetzt achten die Pfleger noch mehr darauf, dass ihr Gehege immer wieder umgestellt und das Futter versteckt wird», so Nicole Strahm, Präsidentin der Stiftung Tierpark Lange Erlen. 

Finanzielles Loch

Nicht nur bei den Tieren, sondern auch in den Kassen der Tierparks hinterlässt der Lockdown Spuren. Dem Zolli entgehen die Eintrittsgelder, das schmerze. «Die Tiere sind nicht im Lockdown. Tierärzte, Biologen, Tierpfleger müssen arbeiten. Wir haben monatliche Ausgaben von rund 2 Millionen Franken für Löhne und den Betrieb. Die Einnahmen durch Besucher aber fehlen komplett», so Olivier Pagan.

Der Zolli erfahre aber eine grosse Solidarität seitens der Bevölkerung. «Viele Menschen spenden, das spüren wir. Was wir aber vor allem spüren, ist die ideelle Unterstützung. Die Menschen wollen den Zolli wieder besuchen», so Pagan. Auch vom Bund erhält der Zolli einen jährlichen Beitrag von 1,45 Millionen Franken.

Dem Tierpark Lange Erlen, der keinen Eintritt verlangt, entgehen laut Nicole Strahm andere wichtige Erträge, wie die Spenden der Besucher und Einnahmen durch Führungen.

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