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Der Fokus Corona Beitrag vom 15. Februar 2021.
International

Lockdown in Frankreich belastet: «Die Menschen hier sind verzweifelt»

In Frankreich sind die Restaurants seit Wochen geschlossen, ab 18:00 Uhr ist Ausgang verboten. «Die Menschen mögen nicht mehr», sagt eine Schweizerin vor Ort.

Frankreich kämpft gegen das Coronavirus. Über 80’000 Corona-Tote verzeichnet das Land bereits. Die Regeln im zentral geregelten Staat sind streng und gelten für alle gleich. Schulen und Kindergärten sind weitgehend geöffnet. Zwar sind neben Lebensmittelläden, ausser grosse Kaufhäuser, auch weitere Geschäfte des Einzelhandels geöffnet, Restaurants aber müssen seit Wochen geschlossen bleiben.

Die Regierung hat den Gesundheitsnotstand unterdessen bis am 1. Juni verlängert. Dieser Ausnahmezustand bietet den rechtlichen Rahmen für Beschränkungen, wie die aktuell geltende Ausgangssperre ab 18:00 Uhr. Die Menschen seien müde und mögen nicht mehr, sagt eine Schweizerin in Biarritz gegenüber Telebasel.

«Die extreme Kontrolle ist erdrückend»

Lea Huber lebt seit eineinhalb Jahren an der baskischen Küste im Südwesten Frankreichs. Die leidenschaftliche Surferin unterrichtet als Freelancerin Deutsch und Englisch und kommt nicht selten nach 18:00 Uhr nach Hause. «Die Polizei kontrolliert jeden. Grosse Strassen werden gesperrt. Die Polizeipräsenz und die extreme Kontrolle sind erdrückend», so die 33-Jährige. Die Bussen seien hoch. Ein wiederholter Regelverstoss bedeute 270 Euro Busse.

Sie selbst sei schon mehrfach von der Polizei angehalten worden. Sie habe ein Schweizer Nummernschild und sei daher extrem auffällig. «Ich bin immer in Panik, wenn die Polizei mich anhält», so Lea Huber.

«Das Geld reicht nicht mehr»

Die 33-Jährige sorge momentan für sich und ihren Freund, der Inhaber eines Gastronomiebetriebes ist. «Mein Partner kann seit Wochen nicht arbeiten und verdient kein Geld mehr. Auch die Unterstützung vom Staat reicht nicht. Ab April reicht das Geld bei meinem Partner nicht mehr, um die Leute zu beschäftigen», so Lea Huber.

Allgemein werde es in Frankreich immer unruhiger. «Man merkt, die Menschen sind müde und mögen nicht mehr. Gastronomen haben dazu aufgerufen, dass alles aufgemacht wird. Ich verstehe, dass die Lage gerade für Kleingewerbler schwierig ist», so Lea Huber.

«Die Menschen sind verzweifelt»

Der Widerstand gegen die strikten Corona-Massnahmen nimmt laut Lea Huber im ganzen Land zu. «Die Menschen sind verzweifelt. Es gibt immer mehr Aufrufe, gegen die Massnahmen zu protestieren. Auch in der Surferszene. Im ersten Lockdown haben sich alle an das Surf-Verbot gehalten, jetzt im zweiten Lockdown haben die Surfer geschlossen beschlossen, gegen das Verbot zu verstossen», so Huber.

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