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Der Fokus Corona Beitrag vom 12. Februar 2021.
Basel

Instrumentenbauer verlieren ohne Fasnacht bis zu 95 Prozent der Aufträge

Fasnacht mit musizierenden Fasnächtlern wird es nicht geben. Viele brauchen darum ihre Instrumente gar nicht: Die Reparaturen und Käufe fallen aus.

Bis 95 Prozent der Aufträge fehlen den Basler Instrumentenbauern. Nicht nur, dass es keine Fasnacht gibt, auch der Ausfall von Vorfasnachtsveranstaltungen und vom Bryyspfyffe sorgt für eine geringe Nachfrage bei den Herstellern der Instrumente.

95 Prozent weniger zu tun

In der Werkstatt von Walter Büchler, Geschäftsführer der Büchler Trommelbau GmbH, stapeln sich aktuell die Trommeln. «Es ist so, dass wir speziell von der Fasnacht leben und in dieser Vorfasnachtszeit 80 Prozent unseres Jahresumsatzes machen können», so Büchler zu Telebasel.

«Diese findet dieses Jahr überhaupt nicht statt. Letztes Jahr hatten wir diese Vorfasnachtszeit, jetzt ist es aber die gesamte Vorfasnachtszeit, die wegfällt – und das belastet uns finanziell», wie Walter Büchler meint. Er sagt, es fielen 95 Prozent der Aufträge weg.

«Man kann jammern oder Vollgas vorangehen»

Auch bei Trommelbauer Schlebach macht sich die Situation bemerkbar. Dass die meisten der Tambouren-Feste in der ganzen Schweiz letzten Sommer abgesagt wurden, hat seine Folgen.

Doch Stefan Freiermuth, Geschäftsführer der Schlebach AG und diesjähriger Trommelkönig, bleibt optimistisch: «Man kann jammern oder mit Vollgas vorangehen», so Freiermuth.

Die Aufträge, die jetzt anfallen, seien meist an Trommeln, die seit Jahren nicht mehr unterhalten wurden, es würden aber auch Trommeln gekauft: «Der Eine oder Andere gönnt sich eine neue Trommel. Oder es gibt gar eine Neu-Instrumentierung, da haben wir jetzt auch einen Verein bekommen», so Stefan Freiermuth. Und er fügt an: «Das ist natürlich Gold wert».

Der Telebasel News-Beitrag vom 11. Februar 2021.

Nicht nur die «Nicht-Fasnacht» hinterlässt Spuren

Beim Blasinstrumenten-Geschäft Musik Oesch bringen die Piccolos für die Fasnacht schon länger keinen Gewinn mehr. Das Familienunternehmen hält sich mit dem Unterhalt und Verkauf verschiedenster Blasinstrumente über Wasser. Doch auch hier fehlen die Aufträge.

«Allen, die Musik mit Blasinstrumenten machen, geht es genau wie den Pfeifern», so Erwin Oesch, Co-Geschäftsleiter von Musik Oesch. Seit 45 Jahren ist er Teil des Familienunternehmens, so wenig zu tun wie jetzt gab es laut ihm noch nie. «Mein Bruder und ich verzichteten letztes Jahr auf relativ viel Lohn. Wir nahmen uns unser Gehalt nicht vollständig, von Gewinn reden wir schon gar nicht», so Co-Leiter Erwin Oesch.

Das sind Abstriche, wie sie wohl von allen Instrumentenbauern gemacht werden müssen, bis man wieder wie gewohnt musizieren kann.

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