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Der Telebasel News-Beitrag vom 9. Februar 2021.
Basel

Velos stecken in China fest

Die Preise, um Container nach Basel zu verschiffen, haben sich teils verfünffacht. Das wird man bald auch in Basler Läden spüren.

Basel ist eine Velostadt. Erst recht seit letztem Jahr. Mancher Drahtesel wurde aus dem Dornröschenschlaf geweckt, die Veloläden strampelten sich im ersten Corona-Jahr ab.

Auch im Fahrradladen Voyage Cycling Store hat man sich über ein gutes Jahr erfreut, doch langsam dünnt das Angebot aus. Bei gewissen Modellen muss man die Kunden vertrösten. Modelle, die normalerweise innert maximal eines Monats geliefert werden, wurden von den Velo-Produzenten erst auf Ende 2021 versprochen, erklärt Gabriel Pfister vom Voyage Cycling Store.

Doch es geht aktuell nicht nur länger, die Waren nach Basel zu bekommen, es wird auch teurer. «Jetzt sind die Versandkosten um etwa das Doppelte bis zum Dreifachen gestiegen, gerade wenn wir aus Asien und Amerika importieren», erklärt Gabriel Pfister.

Kampf um Container

Der Basler Transportunternehmer Dominique Claude Schumacher berichtet von einer Verfünffachung der Preise um einen Container von Asien nach Basel zu schiffen. Ein 6-Meter-Container, der normalerweise für rund Tausend Franken verschifft wird, könne aktuell bis zu 5’000 Franken kosten. Die Nachfrage nach Containern auf Frachtschiffen ist aktuell viel grösser als das Angebot.

«Das ist eine totale Ausnahmesituation, die ich in den letzten 30 Jahren noch nie erlebt habe», sagt Schumacher, Leiter der Spediteam AG. Er glaubt, dass die Engpässe in chinesischen Häfen auf die Pandemie zurückzuführen seien: «China hatte zuerst den Lockdown. Europa und die USA später. Als die Chinesen nicht produziert haben, war hier die Nachfrage gross».

Darum seien auch in Läden wie Otto’s oder IKEA die Regale leer. Nicht gerade leere Regale, aber massive Lieferengpässe hat auch Veloplus. Der grösste Schweizer Velohändler hat, dank des anhaltenden Velo-Booms und Lieferverzögerungen teils auf Alternativ-Produkte ausweichen müssen, so Kim Weibel, Co-Verkaufsleiter Veloplus.

Die Rechnung zahlt der Kunde

Wie teuer der Nachschub wird, wenn er dann eintrifft, weiss Kim Weibel noch nicht. Unter anderem die ungewissen Lieferkosten lassen ihn aber eine Verteuerung von Produkten erwarten: «Wie sich der Markt entwickelt anhand der Preise und was wir weitergeben müssen, wissen wir so definitiv noch nicht».

Auch wenn aktuell die Preise noch wie gehabt seien, brauche es nicht viel, bis auch die Kunden mitleiden müssen: «Es ist ganz sicher so, das wir die Marge nicht massiv kürzen können und diese Preise zu einem guten Teil weitergeben müssen», so Weibel.

Spätestens dann wird es auch für Fahrradfahrer teurer. Falls sich die Lage um den Seetransport nicht bald entspannt, wird sich vermutlich nicht nur die Fahrrad-Branche überlegen müssen, vermehrt auf Produkte aus der Region zu setzen.

3 Kommentare

  1. Ich habe mit den Firmen nur bedingt bedauern!!! Warum muss immer alles in China oder USA oder sonst wo im Ausland produziert werden??? Ich bin mir sicher, dass wir genügend Menschen hätten, die innovativ selber Produktionsstätten erschaffen würden!!!Report

  2. Frei nach der Melodie: «Der Markt regelt alles»! Aber drauf zahlen will dann keineR! Der Markt kommt mit immer neuen individuellen fahrbaren Untersätzen, die dann «zu freien Verfügung» herumstehen. Die Verantwortung steht dann auch frei herum…Report

  3. Ja wo gibt es noch Hersteller in der Region oder in Europa wo wirklich E-Bikes selbst herstellen nirgens weil 98 % der Teile kommen Ja aus China und Taiwan alles andere wie Schweizer E-Bike u.s.w ist gelogen und die Käufer werden von den Händlern und Importeuren über den Tisch gezogen und Preislich werden die Kunden abgezockt . Das müsste auch mal gesagt – geschrieben werden. SorryReport

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