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Fokus Corona vom 8. Februar 2021.
Region

Grosse Sorgen bei den Kleinsten: «Bin ich schuld, wenn mein Grossmami Corona bekommt?»

Die Corona-Pandemie schränkt alle stark ein. Aber besonders Kinder und Jugendliche leiden darunter.

Viele Kinder und Jugendliche leiden zurzeit besonders unter den Auswirkungen der Pandemie. Das spüren unter anderem die Schulsozialarbeiter sehr. «Zu den Themen, die sie sonst schon beschäftigen, kommen jetzt auch noch Ängste und Sorgen dazu. Viele machen sich Sorgen, dass sie sich mit Corona anstecken und dann das Virus den Eltern oder Grosseltern weitergeben könnten. Das beschäftigt zurzeit wirklich viele Kinder und Jugendliche», so die Teamleiterin der Schulsozialarbeit Basel-Stadt Sophie Raissle.

Rund 41 Schulsozialarbeiter sind an Sekundar- und Primarschulstandorten in Basel-Stadt vor Ort tätig. Viele Kinder und auch Jugendliche nehmen diesen Dienst in Anspruch. Als im letzten Jahr die Schulen schliessen mussten, telefonierten die Schulsozialarbeiter mit den Schülern und waren beratend an ihrer Seite. Mittlerweile sind die Schulen wieder geöffnet und die Gespräche können wieder vor Ort durchgeführt werden – natürlich mit den nötigen Schutzmassnahmen. «Also ich muss sagen, die Kinder haben es wirklich von Anfang an sehr gut gemacht. Für sie gehört das Tragen der Maske, regelmässiges Händedesinfizieren und das Lüften einfach zum Alltag dazu. Es ist erstaunlich wie schnell sie es als normal angesehen haben.»

«Anlaufstellen sind überlastet»

Die Schulsozialarbeiter hatten schon immer sehr viel zu tun, seit der Pandemie aber noch mehr. So sind viele Beratungs- und Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche überfüllt und können kaum noch Kinder annehmen. «Wir spüren, dass alle Anlaufstellen überlastet sind. Da ist es unsere Aufgabe, dass wir für die Kinder und Familien da sind, bis ein Therapieplatz frei ist. Klar, wenn es ein Notfall ist, sind Plätze da. Aber bei allem, was kein Notfall ist, gibt es Wartefristen», sagt Sophie Raissle im Fokus Corona.

Nicht nur in Basel brauchen Kinder und Jugendliche mehr Hilfe, in der ganzen Schweiz hat die Nachfrage an Unterstützung zugenommen. Seit dem Ausbruch des Coronavirus in der Schweiz sei ein starker Anstieg der Anrufe an das Sorgentelefon 147 der Pro Juventute zu verzeichnen. So haben sich sogar die Chat-Beratungen der Organisation verdoppelt. «Uns ist es sehr wichtig, dass die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen nicht in Vergessenheit geraten. Wir haben uns in den letzten Monaten sehr bei den Kantonsregierungen und beim Bundesrat eingesetzt, dass die Bedürfnisse und Sorgen der Kinder und Jugendliche nicht in Vergessenheit geraten», erklärt die Verantwortliche der Öffentlichkeitsarbeit der Pro Juventute Lulzana Musliu.

1 Kommentar

  1. Ja, in der jetzigen Zeit brauchen Kinder ihre Eltern mehr denn je. Mehr als jede Beratung. Einmal mehr ist die Zeit,die wir für unsere Kinder mitbringen wertvoll , eine Investition, die unbezahlbar ist. Dann werden u sere Großkinder uns einmal gut loslassen können, auch wenn wir sterben. Wir alle leben nicht ewig, das ist eigentlich ganz normal. Nur haben wir es ausgeblendet und Corona macht das sichtbar….. Liebe Grüße Christine Stöckli BaselReport

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